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Affäre Wüst: Gütetermin gescheitert

16. Dezember 2009 · von Ignaz Wrobel

Diese Kündigung wird für die CDU jetzt noch teurer. Das ist das
wesentlich Ergebnis eines gescheiterten Gütetermins vor dem Düsseldorfer
Arbeitsgericht. CDU Generalsekretär Hendrik Wüst hat eine 39 jährige
Mitarbeiterin Ende November fristlos vor die Tür gesetzt, weil sie
angeblich Internas aus dem Intrigenstadl an der Wasserstrasse
ausgeplaudert haben soll. Vor Gericht weigerten sich jetzt aber die CDU
Vertreter – ein Anwalt Wüsts aus Coesfeld und sein für Recht zuständiger
Mitarbeiter Dirk Kappenhagen – über die Gründe für die Kündigung zu
reden. “Das geht in den Vertrauensbereich”, mauerten die beiden vor
Gericht, was wiederum die Vorsitzende Richterin empörte. “Was soll ich
dann mit ihnen machen”, herrschte sie die CDU Juristen an. Jetzt wird
man sich am 15. März erneut vor Gericht treffen, dann soll die Sache von
der Kammer entschieden werden. Da eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht,
dass die fristlose Kündigung bei der Gerichtsverhandlung aufgehoben
wird, dürfte sich die CDU vorher mit der 39jährigen einigen und sie mit
einem dicken Scheck ruhig zu stellen versuchen. Im Landtagswahlkampf
wird sich die CDU nicht mit Berichten über fristlose Kündigungen in der
Parteizentrale treiben lassen. Nach dem Termin suchten die CDU Juristen
schon Kontakt zum Anwalt der ehemaligen Mitarbeiterin, der dürfte
einschlagen, wenn der Preis stimmt.

Bis dahin herrscht allerdings noch Krieg zwischen beiden Seiten. Die CDU
wirft der Frau vor, sie habe in Kauf genommen, ihrem Arbeitgeber – also
der CDU - zu schaden. Die 39jährige hatte einer anderen Mitarbeiterin
gratuliert, weil der Parteijurist einen kapitalen Fehler gemacht hatte.
Kappenhagen hatte einer Mitarbeiterin einen befristeten Arbeitsvertrag
über 25 Monate gegeben und keinen Grund für die Befristung genannt. Das
ist nicht legal, befristete Verträge dürfen im Prinzip nicht länger als
24 Monate laufen. Die jetzt Gekündigte hat der Kollegin nach deren
Vertragsunterzeichnung gratuliert und – so die CDU – offenbar gesagt,
sie könne sich jetzt über eine unbefristete Stelle freuen. Diese
Gratulation ist ein wesentlicher Grund für die fristlose Kündigung vom
30. November. Am 14 Dezember hat man dann noch eine weitere Kündigung
nachgeschoben, in der etwas von Weitergabe vertraulicher Informationen
steht, mehr wollte die CDU aber nicht sagen.

Der Anwalt der 39jährigen hält das für vorgeschoben. “Die CDU hat ein
Bauernopfer gesucht”, analysiert Stefan Bell und schimpft dann darüber,
dass Wüst offenbar versucht, seiner Mandantin die eigene Affäre in die
Schuhe zu schieben. “Sie hat damit nichts zu tun”, stellt der Anwalt
klar und empört sich darüber, dass die Partei des Arbeiterführers Jürgen
Rüttgers
eine Mitarbeiterin, die sechs Jahre lang ohne Tadel für die CDU
gearbeitet hat, urplötzlich in die Wüste geschickt wird: “Das ist sozial
indiskutabel, die CDU nimmt in Kauf, dass eine langjährig Beschäftigte
in Hartz IV landet”.

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1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Leo Löwe // Dez 17, 2009 at 15:57

    Spannende Geschichte, wobei die Dame sicherlich keine Internas ausgeplaudert hat.

    Wenn schon, dann Interna. Interna ist bereits der Plural von Internum.

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