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Welche Rolle spielt Jürgen Rüttgers bei der Entsorgung kritischer Journalisten?

11. Januar 2010 · von Ariane Arnold

Medien-Mann Jürgen Rüttgers bei einem Statement in Washington. (Foto: Sondermann/Staatskanzlei NRW)

Medien-Mann Jürgen Rüttgers bei einem Statement in Washington. (Foto: Sondermann/Staatskanzlei NRW)

Im Impressum ist Karl-Heinz Steinkühler noch als Leiter des Düsseldorfer Büros von „Focus“ aufgeführt und wer seinen Namen in die Suchmaschine des Münchener Montagsmagazins eingibt, kommt auf 778 Beiträge. Mehr werden es nicht mehr. Steinkühler, einer der wenigen profilierten Köpfe des journalistisch schwindsüchtigen Organs, ist nicht mehr dabei, ihm wurde nach 15 Jahren aus betrieblichen Gründen gekündigt. Sein Vertrag läuft noch bis Mitte des Jahres, aber schon seit dem 10. Dezember, als ihm ein Geschäftsführer die Kündigung überbrachte, schreibt er nicht mehr für das Blatt. Zunächst ging er in Urlaub, seit Beginn des Jahres ist er freigestellt. Die Büroräume im Düsseldorfer Medienhafen wird er nicht mehr betreten.

 

Über die Gründe rätselt nicht nur der 54-jährige Journalist. Die vom Verlag übermittelte Version, bei „Focus“ würden die Leiter-Stellen in den Außenbüros abgeschafft, ist offenkundig falsch, denn die anderen Büroleiter sind nach wie vor in Lohn und Brot. Warum also trennt sich Helmut Markwort, Herausgeber, Noch-Chefredakteur und Alleinherrscher beim selbsternannten „Spiegel”-Herausforderer, von einem Journalisten, der als einziger seinem Blatt in NRW Gesicht und Profil verlieh und für eine ganze Reihe von Geschichten verantwortlich zeichnet, die dem „Focus“ landes- und bundesweit Aufmerksamkeit verschafften?

Die seltsamen Flüge des damaligen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau und dessen Finanzministers Heinz Schleußer enthüllte Steinkühler, er brachte den Dortmunder Rechtsanwalt und Präsidenten von Borussia Dortmund, Reinhard Rauball, als NRW-Justizminister zu Fall – Stories, über die sich Markwort so freute, dass er seinen NRW-Chef üppig entlohnte, erinnern sich langjährige Weggefährten des Topjournalisten. Weit weniger begeistert war Markwort, als Steinkühler auch Enthüllungsgeschichten lieferte, in deren Mittelpunkt nicht mehr Sozialdemokraten standen, sondern Politiker der Markworts konservativer Seele nahe stehenden Christdemokraten.

Allein im letzten halben Jahr sorgte Steinkühler mehrmals für Schweißperlen auf der Stirn des NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Vorsitzenden Jürgen Rüttgers und seiner Büchsenspanner. Er veröffentlichte den e-mail-Verkehr zwischen der CDU-Geschäftsstelle und Rüttgers engstem Mitarbeiter in der Staatskanzlei, Boris Berger, aus dem eindeutig hervorging, dass die Regierungszentrale intensiv in die Videoverfolgung der SPD-Vorsitzenden und Rüttgers-Herausforderin Hannelore Kraft eingeschaltet war. Ende November brachte Steinkühler Rüttgers Mann für schmutzige Aktionen, CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst, erneut ins Schwitzen. Er hatte herausgefunden, dass sich der schneidige Rechtsanwalt aus dem münsterländischen Rhede jahrelang unberechtigt Zuschüsse zu seiner Krankenkasse vom Landtag zahlen ließ. Wüst, der sich am besten in der Rolle des unbeirrten Verfechters von Recht und Ordnung gefällt, musste 6.000 Euro an den Landtag zurückzahlen und stand da wie ein Schuljunge, der beim Griff in die Ladenkasse erwischt worden war.

Und der Journalist, der über so exzellente Kontakte in die Zentrale der Regierung und der größten Regierungspartei verfügt, fliegt bei „Focus“ raus? Unter den Düsseldorfer Kollegen gibt es kaum jemanden, der daran zweifelt, dass Rüttgers und seine Machterhaltungstruppe sich bei Markwort über den Mann beschwert und seine Ablösung verlangt haben, der ihnen so viel Ärger bereitet hat. Wenige Monate vor der Landtagswahl in NRW, bei der es mittlerweile auch um die Zukunft der neuen schwarz-gelben Bundesregierung geht, wollte Rüttgers um jeden Preis verhindern, dass ihn Steinkühler mit weiteren Enthüllungen in Bedrängnis bringt.

Dass der Düsseldorfer Regierungschef vor direkter Einflussnahme auf die Mächtigen in den Medien nicht zurückschreckt, hat er bereits als Oppositionsführer bewiesen, als er aus Ärger über Steinkühlers kritische Berichterstattung nach München reiste, um sich bei Markwort zu beschweren. Noch im Juni vorigen Jahres intervenierte sein Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter bei Markwort und bat ihn, „Irritationen“ auszuräumen. Damals hatte Steinkühler in einer NRW-Beilage des „Focus“ den als Strukturreform gepriesenen Personalabbau im WAZ-Konzern beschrieben und insbesondere die Rolle und Qualität von WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz, Protagonist der neoliberalen Wende im größten Zeitungshaus des Landes, aufs Korn genommen. Verlagsgeschäftsführer Bodo Hombach, Sozialdemokrat und auf enger Tuchfühlung zu Rüttgers, und Reitz nahmen übel, beschwerten sich in der Staatskanzlei, und weil in der Beilage auch ein paar Anzeigen von Unternehmen im Landesbesitz erschienen waren, katzbuckelte Wichter bei Markwort und brachte auf diese Weise das Missfallen seiner Chefs über Steinkühler zum Ausdruck.

Viele Kollegen Steinkühlers sind überzeugt, dass Rüttgers wiederholt seine Beziehungen und seinen Einfluss eingesetzt hat, um sich ihm missliebige Journalisten vom Hals zu schaffen. So wurde der langjährige Düsseldorfer Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Peter Schilder, im letzten Frühjahr nach Dresden versetzt, angeblich im Zuge der bei dem Blatt üblichen Rotation. Schilder hatte vorher zwölf Jahre in NRW gearbeitet, hatte hervorragende Berichte, Analysen und Reportagen geschrieben und seit 2005 dabei offenbar mehr Kritik an der damals gewählten schwarz-gelben Landesregierung geübt, als Rüttgers dem Vertreter des Organs der bürgerlichen Stände zuzugestehen bereit war. Schilder hockt seitdem in Dresden auf dem Abstellgleis, und sein Nachfolger Reiner Burger, vorher selbst in Sachsen, belegt mit nahezu jedem Beitrag, warum Rüttgers, CDU und FDP ihn weit lieber in ihrer Nähe sehen als den kritisch-unbestechlichen Schilder.

Opfer der Rüttgers’schen Medienpolitik wurde auch Patricia Wiedemeyer, seit Jahren im Düsseldorfer Studio des ZDF. Als Studioleiter Martin Schmuck im letzten Jahr ausschied, hatten er und ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender die Tochter des ehemaligen Sprechers der CDU, Wolfgang Wiedemeyer, als Nachfolgerin vorgesehen. Doch die Staatskanzlei legte sich quer, neue Studioleiterin ist seit dem 1. Januar Michaela Kolster, die sich der ganz besonderen Gunst von Rüttgers und der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel erfreut. Dass Politiker ihre Mitbestimmung in die öffentlich-rechtlichen Medien ausgeweitet haben, wird seit Jahren beklagt. Dass sie jetzt auch Personalpolitik in privatwirtschaftlichen Verlagshäusern betreiben, lässt einen schaudern.

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41 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Aufschreiber // Jan 11, 2010 at 16:29

    Das kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Jürgen Rüttgers in solche Machenschaften verwickelt ist. Der Arbeiterführer kümmert sich doch um die Schwachen, jetzt will er Hartz-IV-Empfängern und vor allem alleinerziehende Müttern helfen. Da gibt es doch nur Gutes zu berichten. Sind die Korrespondenten doch selbst schuld, wenn sie gefeuert oder versetzt werden. Dann haben sie ihren Job nicht gemacht. Wer nur an Jürgen Rüttgers herummäkelt, kann doch nicht erwarten, dass seine Chefredakteure das auch noch gut finden. Dann muss man wohl eher annehmen, Steinkühler, Schilder & Co können ihren Job nicht. Markwort hat wohl seine Gründe gehabt.

  • 2 HörenSagen // Jan 11, 2010 at 16:39

    Aufschreiber hat doch keinen blassen Schimmer von dem, was in Düsseldorf und in diesem Land wirklich abgeht. Warum wohl haben sich ein paar aufrechte Kollegen zusammengetan, um diesen Blog ins Leben zu rufen? Um genau diese von Ariane beschriebenen Verhältnisse zu umgehen.
    Steinkühler, Schilder, Wiedemeyer – das sind längst nicht alle, an denen Rüttgers und seine Zuschläger sich versucht haben. Auch WAZ-Korrespondent Peter Szymaniak, der offenbar als Staatskanzlei-Reporter nicht liebevoll genug über den Ministerpräsidenten geschrieben hatte, wurde zurück nach Essen beordert. Dort muss sich der politische Redakteur jetzt um das Lokale in Essen kümmern. Oder Johannes Nitschmann, der Rüttgers´Umgebung gern mit quälenden Fragen zu brisanten Vorgängen traktiert. Seit Ende des Jahres darf er nun auch nicht mehr bei wdr.de über Landespolitik schreiben. Das macht die Laienspielschar der Redaktion jetzt selbst. Enthüllungen, wie bei Nitschmann an der Tagesordnung, sind da jetzt nicht mehr zu erwarten.
    Sag´nur einer, das habe alles nichts mit Rüttgers zu tun.

  • 3 wechsel2010 // Jan 11, 2010 at 17:15

    Die Liste kann beliebig verlängert werden, nur die Methode ist anders. Ich weiß definitiv von zwei Korrespondenten – Kollegen, denen man lukrative Jobs in Berlin oder in der Zentralredaktion angeboten hat. Da können sie weniger anrichten. Wichtig ist ja zu sehen,wer dann die Nachfolge antritt: wie bei der FAZ soll auch beim FOCUS eine CDU-nahe Kollegin, Magarethe von Ackeren, das Düsseldorfer Büro übernehmen. Haus- und Hofberichterstattung garantiert. Was wirklich nachdenklich stimmen sollte: Auch die Regierungen Rau/Clement/Steinbrück haben natürlich versucht, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen, aber die heutige Situation ist einzigartig: Denn dem machtorientierten Rüttgers-Apparat stehen offensichtlich willfähige Medienhäuser wie Burda und WAZ zur Seite, weil Schwarz-Gelb die Regierung ihrer Wahl ist. Das darüber die Rolle des Journalismus in dieser Gesellschaft systematisch verändert wird, sollte dringend verstanden werden. Einen Lichtblick hat das Ganze aber auch: Welche Angst muss in der Staatskanzlei und der CDU-Parteizentrale herrschen, wenn sie zu solchen Mitteln greifen?

  • 4 Aufsager // Jan 11, 2010 at 20:04

    Warum soll Rüttgers nicht das Gleiche tun wie seine Vorgänger auch. Das ZDF war doch 20 Jahre lang unter Martin Schmuck nichts anderes, als “the Voice” von Rau, Clement und Steinbrück. Der wahre Rotfunk in NRW war doch immer das Zweite. Oder habt ihr da immer beide Augen hinter eurer roten Brille zugedrückt?

  • 5 T 34 // Jan 11, 2010 at 20:09

    Da nun beide Öffentlich-Rechtlichen wie SAT1 und RTL auf Regierungskurs einschwenken, werden uns wohl im Wahlkampf die reinsten Rüttgers-Festspiele beschert. Die Ruhr-Kultur am Wochenende war ja schon der reinste Wahlkampfauftakt, und das ZDF war immer live dabei. Diesmal musste der Haussender aus Köln sich mit Zusammenfassungen begnügen, konterte aber zwei Tage lang mit Einspielern in fast jeder Tagesschau. Bei soviel Präsenz – Frau Piel wirds im WDR schon richten – erübrigt sich wohl jedes TV-Duell. Wetten, dass der Arbeiterführer die Herausforderung von Hannelore Kraft nicht annimmt….

  • 6 Theobald Tiger // Jan 11, 2010 at 20:24

    Besichtigen kann man Rüttgers auf dem Bildschirm sicher in aller Breite vom 8. bis 12. Februar, wenn er sich mal wieder in die USA absetzt. Heute kam die Einladung, Programm gibt es keins, aber dafür geht es mal wieder nach Kalifornien. Wahrscheinlich wieder Schwarzenegger oder/und der neue Landesordenträger Ralf Möller, der sich hierzulande gern als Hollywood-Star verkauft. Solche Bilder braucht der Arbeiterführer im Wahlkampf – er und die Großen der Welt. Hall of Fame! Mal schauen, ob außer den schwarzen Kameras von Sat und RTL diesmal auch der WDR mit Team dabei ist? Und ZDF? Die waren nämlich noch nie mit! Aber das ist doch eine Gelegenheit, Frau Kolster, es sich auf dem Schoss des großen Ministerpräsidenten bequem zu machen.

  • 7 Rheinblick // Jan 11, 2010 at 20:34

    Finde, wir sollten Steinkühler für den Landesorden vorschlagen. Der hat sich echt um das Land verdient gemacht. Schließlich hat er mit der WestLB-Affäre den Sozi-Sumpf trocken gelegt und dem Arbeiterführer den Weg geebnet. Der sollte wenigsten ein wenig Dankbarkeit zeigen.

  • 8 bloggi // Jan 11, 2010 at 22:17

    Nunja, welche gesitigmoralische Haltung Herrn Rüttgers und seinen physiognomisch von reiner Vernunft durchdrungenen Innenminister motivieren, sei an dem kleinen Detail der Wiedereinführung berittener Polizeistaffeln klar gemacht. Wilhelminische Obrigkeitsdenke. Was erwartet man also groß. Man kann ja SPD wählen. Sollte man vielleicht auch.

  • 9 ßadaßing // Jan 12, 2010 at 09:15

    @Aufsager:

    so richtig verstanden haben Sie es wohl nicht. Selbst im Artikel steht doch, dass diese Vorgehensweise bei ÖR schon immer an der Tagesordnung war. Neu ist, dass es private Anbieter (FAZ, FOKUS) sind, die offenbar beeinflusst werden sollen.

  • 10 Jeeves // Jan 12, 2010 at 10:45

    Der erste Kommentar (von Aufschreiber) war doch ironisch gemeint; hat das niemand bemerkt?

  • 11 Hans Lassmann // Jan 12, 2010 at 12:06

    Ich kann aus meiner beruflichen Erfahrung mit Jürgen Rüttgers nur sagen: Kritische Fragen behagen ihm gar nicht, ihm fehlt die nötige Souveränität im Umgang mit Medien insgesamt und er wirkt bei spontanen – nicht vorher vorgelegten – Fragen derart unbeholfen, dass es schwer fällt, in ihm den Spitzenpolitiker des Landes zu sehen: Er kommt, was Charisma und EQ angeht, eher nach Heinrich Lübke. ;O)
    Kein Wunder, dass er seine Heckenschützen braucht und Leute fürs Grobe. Dass er sie in Hombach und Reitz – jedoch nicht in den Redakteuren – gefunden hat, sollten die Leser der WAZ-Gruppen-Zeitungen wissen. Glatt wie’n Aal – neoliberal!

  • 12 Sanníe // Jan 12, 2010 at 13:30

    Zeit für Herrn Steinkühler, das Bloggen anzufangen und all die schönen unerzählten Geschichten aufzuschreiben.

  • 13 Schattenlos // Jan 12, 2010 at 13:59

    Danke dafür. Weiter so.

  • 14 Felix Nagel // Jan 12, 2010 at 15:17

    Danke für den Artikel. Scheint eine Spezialität der CDU zu sein,
    unbeliebte Journalisten mundtot zu machen, nicht wahr Herr Koch?

  • 15 Berliner Blick // Jan 12, 2010 at 15:23

    Angie hat uns immer gesagt: Vorsicht! Dem kann man nicht trauen. Dass Rüttgers aber so skrupellos gegen Journalisten vorgeht, haben wir nicht gedacht. In Berlin hat der jedenfalls nichts zu melden. Hatte er eigentlich nie. Schade für die Düsseldorfer Kollegen, die mit so einem MP leben müssen.

  • 16 foobar // Jan 13, 2010 at 16:31

    “Dass sie jetzt auch Personalpolitik in privatwirtschaftlichen Verlagshäusern betreiben, lässt einen schaudern.”

    wieso “jetzt”? das ist seit eh und je usus — das problem ist wohl auch kaum, dass politiker (oder wirtschaftsführer oder sportfunktionäre oder promis) versuchen, über die personalpolitik die berichterstattung zu beeinflussen, sondern dass die herausgeber, verleger und/oder inhaber das mit sich machen lassen.

  • 17 Zweifler // Jan 16, 2010 at 23:10

    Peter Schilder – guter Journalist, Rainer Burger – schlechter Journalist? Ah ja. Was mich an einigen hier stört, ist, dass sie die Güte von Journalisten an der Nähe des jeweils Examinierten zur eigenen Meinung festmachen.

  • 18 Wunderlich // Jan 18, 2010 at 15:40

    Ich danke sehr für diesen Artikel.

  • 19 Maxima // Jan 20, 2010 at 22:56

    lange nicht mehr so was unsinniges gelesen: Peter Schilder, Rainer Burger – alles FAZ-interne Angelegenheit. Schwer vorstellbar für Verschwörungstheoretiker. Klar. Und über die Qualitaet von Steinkühler lässt sich aber mehr als streiten

  • 20 Winfried Sobottka // Jan 24, 2010 at 22:09

    Verscghwörungstheorie sagt nicht, dass es keine Verschwörungspraxis gibt. Je mehr Unrecht, desto mehr Verschwörung ist nötig, um die Kiste zusammen zu halten. Das ist doch wirklich nichts Neues.

    Betreffend Rüttgers gibt es noch ganz andere Sachen.

    Googeln unter:

    jürgen rüttgers mord nadine ostrowski

  • 21 Siegburger // Feb 5, 2010 at 19:37

    Die CDU unter JR hat es geschafft, nicht nur die Presselandschaft in NRW sondern auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens in Rekordzeit zu unterwandern. Wofür die SPD Jahrzenhnte gebraucht hat, hat JR in nicht einmal 5 Jahren geschafft und sogar übertroffen. Das Studium des Organigrams der Staatskanzlei kann jedem exemplarisch die Augen öffnen. Wer sich im Parteienfilz ein wenig auskennt, wird viele bekannte Namen finden auf höchstdotierten Posten.
    Zufällig heißt der neue Chefredakteur des Focus genauso wie die Gruppenleiterin in der politischen Abteilung der Staatskanzlei und ein namhafter CDU-Politiker der hessischen Koch-Regierung. Und da alle aus dem gleichen Orts stammen … ein Schelm, der Böses sich dabei denkt.

  • 22 Pressebeobachter // Feb 18, 2010 at 16:48

    Da kommt der Frust derer zum tragen, die über Jahrzehnte ihre Kübel über die Union ausgeschüttet haben und jetzt merken, dass sie nicht mehr interessant sind.
    Viele haben den grossen SPD -Einfluss und die Beteiligungen an Presseorganen schon vergessen oder sprechen nicht mehr gerne darüber. Sie bestehen noch, sh. Geschäftsbericht des Willy Brandt Hauses.

  • 23 Gezwitscher // Feb 20, 2010 at 00:30

    Also, nachdem vor einiger Zeit der Brief der CDU-Nahen an den Focus öffentlich geworden ist, mit der Drohung, den Schaden durch den Bericht von Steinkühler im Focus NRW-Teil über die WAZ wieder gut zu machen, erstaunen mich diese Schachzüge hier überhaupt nicht.

    Wir können demnach von einem sehr korrupten Mediensystem ausgehen. Die WAZ ist seit Bodo Hombach nicht mehr links sondern bekanntermassen CDU-nah geworden (siehe Reaktion auf kritischen Bericht über WAZ im Focus), auch der Focus scheint aufgrund von Anzeigengeldern ggü. Politikern mehr als hörig zu sein.

    Was lernen wir daraus? Da es wahrscheinlich beide Blätter – WAZ ind Focus – nicht mehr sehr lange geben wird aufgrund der Printkrise, sollten glaubwürdige Journalisten sich in solchen Blogs hier austoben. Ich wäre bereit, gute und glaubwürdige Guerilla-Berichterstattung durchaus mit Spenden zu finanzieren…auch das ließe sich online lösen.

    In der Printkrise sollten mehr fähige Journalisten mit wirklichem Rückgrat Ihre Chance online erkennen und ihr eigener Verleger werden. Ich kenne heute kaum Verleger mehr mit wirklichem Rückgrat, viele wurden durch reine Geschäftsführer ersetzt, die nur auf Rendite und Umsatz aus sind. Ergebnisse dessen sehen wir u.a. hier.

    Glück auf.

  • 24 Warum nicht noch professioneller? // Feb 23, 2010 at 14:15

    Hier wird viel von Filz und Namen geschrieben. Filz versucht natürlich jeder Machthaber zu seiner Sicherung zu installieren.

    Ich bin überzeugt, dass bei manchen Parteien solche Nebenerscheinungen von Macht, wahrscheinlicher sind, da diese Parteien Macht/Kapital unhinterfragt erstrebenswert und gut finden. ohne zu hinterfragen. Sie sehen Macht als Selbstzweck an, das ist schlecht und führt dazu, dass sie per se alles tun, damit damit größte Quantität “hinten rauskommt”:
    Es sollte im Interesse jedes Staatsbürgers egal ob Wirtschaftsmanager, Kapitalbesitzer, Politiker, Journalist liegen für ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Politik und Kultur zu sorgen. Sowie kritisch zu bleiben und im Zweifel die Sache voranzubringen.

    Dieser Blog hier beeindruckt mich sehr. Ein großes Kompliment an die dahinter!

    Verbesserungsvorschläge äußere ich aber trotzdem:
    - vllt. n kleines bisschen ausgewogener?
    - Personennamen nicht nur Fett hervorheben, sondern im eigenen Blog taggen und mit Links zu Wikipedia hinterlegen, wo hier vorliegende Erkenntnisse aktualisiert werden sollten. Nur so lässt sich ein Gedächtnis der Generation aufrechterhalten.
    - vor allem könnten Links helfen, (1) Wissen über Personen zu aggregieren (2) das ganze auch für Nicht-Insider leichter verständlich und (3) die ganze Sache objektiver machen
    - Wikipedia ist deshalb wichtig, weil solche, oben erwähnten Verwandtschaften sich auch in Wikipedia zeigen lassen (X ist Bruder von Y)

    Mit bestem Gruß und Glückwünschen

  • 25 der Lipper // Mrz 7, 2010 at 11:19

    Scheint ja in konservativen Kreisen üblich zu sein, dass Journalisten, bearbeitet, bedroht, genötigt und manchmal auch entlassen werden. Es gibt auch schöne Geschichten aus dem Lipperland. Dort wissen die Schreiber der dortigen Monopolzeitung einiges zu berichten. Kritische Beiträge über den verschwenderischen Landrat dürfen nicht geschrieben werden. Da kommt es auch schon mal vor, dass der emsige Verleger am späten Abend Artikel umschreiben lässt, die nicht in sein Welbild passen.

  • 26 David // Mrz 8, 2010 at 17:26

    Sehr interessant. Rüttgers scheint nicht nur in Kohl und Rau Vorbilder zu sehen, sondern orientiert sich scheinbar an italienischen Verhältnissen. Es wird Zeit diesen rechten Undemokraten aus seinem Amt zu wählen, solange dies mit demokratischen Methoden noch möglich ist.

  • 27 Mark Winter // Mrz 14, 2010 at 14:51

    Habe heute den Blog erstmals gefunden und finde ihn hochinteressant.Zu diesem Speziellen Fall “Rauswurf von Journalisten” heiligt Marktwort jedes Mittel Kritiker im eigenen Hause auszuschalten.Wie war der Schlachtruf des Focus noch einmal Fakten,Fakten,Fakten.Erübrigt sich jeder Kommentar.

  • 28 Roger Dormann // Mrz 14, 2010 at 16:46

    Fakten, Fakten, Fakten und Köpfe, Köpfe, Köpfe!

  • 29 Degenhardt // Mrz 17, 2010 at 20:03

    Die geschilderten Fakten erinnern stark an Zeiten, in denen per Gleichschaltung die Intentionen der Oberen durchgestellt worden sind. Das war z.B. 1933 – 1945 der Fall und auch die sogenannte sozialistische Presse und einige noch ehrliche, mit Berufsethos versehene Journalisten der DDR wurden auf dieselbe Weise diszipliniert. Wozu eigentlich brauchen wir solche Politiker ? Um uns weiterhin verarschen zu lassen ? Merkt denn niemand, daß dieses System politisch und wirtschaftlich mit goßen Schritten seinem Ende zugeht ?

  • 30 Justiz Beobachter // Mrz 30, 2010 at 19:08

    Die Kommentare von Herrn FAZ-Burger, die man in den letzten Wochen lesen musste, sind schon arg “staatskanzleiorientiert”. Nachdem er einen kritischen FAZ-Korrespondenten verdrängt hat, der dem Vernehmen nach nach mehr als 12 Jahren im Rahmen der üblichen Rotation nach Dresden entsorgt wurde (die Rotation bei der FAZ dauert halt etwas länger als üblich), verhält sich sich Herr Burger von der FAZ ohne Sinn und Verstand, aber dafür umso regierungstreuer zu personalpolitischen Themen in der NRW-Justiz, die ganz offensichtlich insidergeprägt und entsprechend regierungsnah aufbereitet sind. Dabei sind die Beiträge von FAZ-Burger so bar jeder Fachkenntnis, dass auch der Laie merkt, dass man schon arg gefestigt im CDU-strammen Politik-Glauben sein muss, um seinen Kommentaren etwas abzugewinnen. Mal offen gefragt: Burger, rechnen Sie in Zukunft mit einem Regierungsamt oder wollen Sie der FAZ mit Ihren kritiklosen Artikeln schaden? CDU-nahe Leser, die Ihr Geschreibsel lesen, überlegen ernsthaft, Ihr Publikationsorgan abzubestellen und statt dessen die Süddeutsche oder die TAZ zu abonnieren, auch wenn das an Folter grenzt. Schlimmer als Ihre Kommentare wird das mit Sicherheit auch nicht ;-)

  • 31 TangoLima // Mrz 31, 2010 at 20:13

    Justizbeobachter hat Recht. Wenn man die Plattitüden der Rheinischen Pest und die devoten journalistischen Kriecherein von FAZ-Burger liest, kann einem schlecht werden. Eine Partei, die sich solche Zeitungen wie die Rheinische Pest bzw. derartige “Journalisten” wie Burger hält, muss bei der nächsten Landtagswahl die Quittung bekommen. Niemand hätte bei der letzten Wahl gedacht, dass Peer Steinbrück verliert. Aber es ist trotzdem so gekommen – zu Recht. Aber: Rüttgers muss sich sehr warm anziehen. Wir in NRW sind ein sehr empfindsames Völkchen. Rüttgers wird – wenn überhaupt – zukünftig nur mit Rot oder Grün regieren können. (Die Wahlbetrüger von der FDP kann man ja von vornherein vergessen und deshalb schon mal beseite lassen.) Ich glaube, ich werde das erste Mal seit 1998 wieder SPD wählen, obwohl mir solche Zumutungen wie Gabriel und Nahles einiges abverlangen. Aber, und das muss man sagen, unser aller NRW-Hannelörchen kommt auf den Plakaten sehr gut rüber. Sehr sympathisch, zutiefst glaubwürdig, sexy Stimme, die mich nicht an Urmel auf dem Eis erinnert (wie komm ich jetzt nur darauf?), überhaupt nicht SPD-typisch indoktrinär, sondern flügelübergreifend nett ist – kurzum: eine Minsiterpräsidentin wäre, die WIR in NRW richtig gut fänden und parteiübergreifend lieb haben könnten. PS: Allen CDU-Abteilungsleitern in NRW-Ministerien, denen jetzt etwas blümerant zumute wird, sag ich immer: Jungs, bleibt logger, ist doch alles nicht so schlimm; ihr habt doch alle bestimmt schon ein sicheres Amt, wenn Ihr nicht grade noch auf Zeit und Probe eingestellt seid – was derzeit allerdings ziemlich schlecht wäre. Aber auch Euch Armen sag ich: Wenn Ihr Euch daneben benommen haben solltet, backt kleine Brötchen und versucht zu kitten, was zu kitten ist. Alles andere muss man dann nach der Wahl sehen. Es gibt viele gute Archiv-Jobs, wie Ihr mit Sicherheit wisst (ich mach derzeit selber einen). Und vor allen Dingen läuft auch in NRW immer noch alles nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung – wie das bei der NRW-CDU bisher auch oberstes Prinzip war. Ich weiß, dass Euch das ein riesiger Trost sein wird ;-) Deshalb wünsche ich allen ein frohes und friedvolles Osterfest.

  • 32 Stefanie // Apr 2, 2010 at 13:17

    schon krass, solche Behauptungen zu veröffentlichen und als Belge nur anzuführen, die “Viele Kollegen Steinkühlers sind überzeugt, dass Rüttgers wiederholt seine Beziehungen und seinen Einfluss eingesetzt hat, um sich ihm missliebige Journalisten vom Hals zu schaffen.” Nicht einen wirklichen Beleg finden ich in dem Beitrag nur die Berufung auf die Gerüchteküche. Dass die Politk bei den öffentlich Rechtlichen immer wieder Einfluss nimmt – sowohl SPD als auch CDU – ist ein offenes Geheimnis. Aber zu unterstellen, dass ein Unternehmen, welches gewinnbringend geführt werden muss, durch Intervention oder persönliche Interessen, einen Mitarbeiter entläßt, der für Auflagen sorgte ohne diese Behauptung mit mehr als Gerüchten zu untermauern, ist nicht überzeugend.

  • 33 Alfons // Apr 4, 2010 at 23:11

    Wirklich böse Unterstellungen zumal Rüttgers doch eh nie was weiss….

  • 34 Blinkfeuer // Apr 9, 2010 at 23:05

    Für Jürgen!
    Daggis Winterdienst 05

    Leise fällt ein frischer Schnee

    rein ins Traumland NRW.

    Zuckert, pudert Straß`und Wege

    die da harren frischer Pflege.

    .

    Doch das Land hat wohl den Posten

    Gevatter Winter und dessen Kosten

    geschult aus viel zu warmen Jahren

    wohl lässig gegen Null gefahren.

    .

    Doch das Land braucht keinen Bürgen,

    denn des hat ihn: den Cheffe Jürgen!

    .

    Rüttgers sieht- es nahen Wahlen-

    der Wähler mag nicht länger zahlen

    und bietet sich nun selber an:

    6 Kilo Euro nimmt der Mann

    (gilt das nun pro lock`rer Stunde?

    frag ich in die kluge Runde)

    und was sagt bloß der Vatti kan…

    fang`n das auch noch die Weiber an…?
    20. Februar 2010 Daggi Dinkelschnitte

  • 35 Angelika // Apr 19, 2010 at 23:03

    Hallo Stefanie, möchtest Du Beweise für die zunehmende Einflussnahme auf die Presse. Hier in Schwerte passiert momentan eine Riesensauerei. Es wird der Profit und die Macht einiger über die Gesundheit vieler gestellt – und die Presse darf nicht berichten. Genauer gesagt, die Westfälische Rundschau. Die gehört zur WAZ und unterliegt damit dem Kommando von Bodo Hombach. Der Reporter sagte mir: es tut mir leid, ich darf leider nicht berichten. Mir sind die Hände gebunden.
    Soweit das Thema Pressefreiheit.

  • 36 hjweit // Apr 26, 2010 at 09:10

    Wenn es richtig ist was die Berliner Spatzen vom Dach pfeifen das die deutschen Schuldigen am Griechenärger Eichel und Schröder heißen
    wäre ein Untersuchungsausschuß auch in Sachen Gasprom fällig.
    Gasprom deswegen das ein Bundeskanzler nicht erst die Gesetze vorrantreibt um dann seine Schäfchen gerade bei der bevorteilten Firma ins trockene zu bringen.
    Da aber kein Schuldbewußtsein bei diesen Artgenossen zu erkennen ist geht ALLES so auch die Bankiers im gleichen Trott weiter.

  • 37 Immo // Apr 30, 2010 at 16:52

    leider habe ich erst durch das ZDF von diesem Blog erfahren. Ich bin dabei mich zur Zeit durch alle interessanten Artikel zu lesen, u.A. auch durch diesen Artikel. Dass auch von Seiten der Politik auf Zeitungen und Redakteure Einfluss genommen wird, war mir schon immer klar. Das dabei ganze Existenzen zerstört werden, finde ich ganz verwerflich. Deshalb freut es mich wenn diese Fälle aufgedeckt werden. Ich hoffe, dass dieser BLOG zukünftig unabhängig und lange erhalten bleibt. Außerdem sollte man für eine weite Verbreitung Sorge tragen.

  • 38 Der_Unmündige_Wähler // Mai 7, 2010 at 09:30

    Vielen Dank für diesen Bolg,
    ich sehe seid vielen Jahren das die Medien einseitig Berichten und es ist meiner Meinung nach die CDU die in den Medien besser abscheidet. Woran kann das liegen ? Warum werden Spandale um SPD, Grüne & Linke bis zum “geht nicht mehr” aufgebauscht und bei der CDU am liebsten Totgeschwiegen ?
    Man schaue sich doch nur die Auswahl der Fotos kurz vor den Wahlen an. Ich habe nicht mitgezählt aber ich habe vor den Wahlen immer Fotos von strahlenden und siegesbewußten CDU-Politikern ausmachen können und direkt daneben ioder auch mal eine Seite weiter sind dan SPD´ler / Grüne und Linke zu sehen die gestresst / müde / traurig … aussehen. Jeder der eine Digitalkamera hat kennt das Phänomen 150 Bilder von dem Parteitag aber welches soll veröffentlicht werden …. ( Mein Chef weiß rat ;-)

    Bitte, bitte macht weiter

  • 39 warte, warte noch ein Weilchen........ // Mai 7, 2010 at 13:22

    ….. die “Elite” der Nation besteht zum größten Teil aus kriminellen + korrupten Figuren in Politik, Wirtschaft, Medien, Verwaltung, Verbänden, Gewerkschaften und Kirchen (die Institutionen welche ich vergessen habe mögen mir verzeihen).
    Ohne Ausnahme sind sie Lobbyisten in der eigenen Sache und tragen ihre Zufriedenheit zwischenzeitlich mit unanständiger Arroganz und Frechheit offen vor sich her.
    Darüberhinaus werden die Menschen, die unter größten -von der “Elite” geschaffenen Problemen- Schwierigkeiten, ihr Leben gestalten, verhöhnt und beschimpft.

    Hier ist eine radikale, rasche Umgestaltung unserer Gesellschaft nötig.
    Natürlich dürfen wir die Frösche nicht fragen wenn wir unseren Teich trockenlegen; die Frösche haben uns vorher aber auch nicht konsultiert.
    Wir sollten bald beginnen, dann tut es nicht so weh.

  • 40 Max Flügelschmid // Mai 12, 2010 at 11:06

    Gegen den Focus spricht das ein Ministerpräsident sich sowas überhaupt traut. Ich möchte nicht in der Haut von jemanden stecken der sich sowas beim SPIEGEL traut zu versuchen. Es wäre ein sehr schlechtes Investment sich eine Fahrkarte nach Hamburg zu kaufen und sich beim Spiegel über die Arbeit eines seiner Journalisten zu beschweren. Die Felsbrocken die dann fliegen möchte ich nicht abbekommen!

  • 41 entsorgung // Mrz 14, 2011 at 15:35

    Interessante Fakten über die Rüttgers kam zu meinem Wissen aus diesem Artikel .. Ich wusste nie, dass er bei der Entsorgung Sache beteiligt und tat etwas sündigen .. Wir können ihm nicht vertrauen und seine Politik ..

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