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Goldene Ruhr-Kohle

6. Februar 2010 · von Kaspar Hauser

Das müsste mal jemand der entrückten Landtagspräsidentin mitteilen: Es reicht mit der peinlichen Betroffenheit über die öffentlichen Aufregung zur RAG-Knete in der privaten Tasche , es reicht mit der chaotischen Buchführung, es reicht mit der Medienbeschimpfung.

Wenn sie es selbst nicht merkt , muss man es Regina van Dinther dringend sagen. Meint sie wirklich, es fällt niemandem auf, dass sie immer noch 15 000 Euro der RAG-Stiftung auf dem Privatkonto hat? Glaubt sie, es würde nicht registriert, dass sie in ihrer angeblich entlastenden Dokumentation  mit keinem Wort das Schreiben ihres Kreisverbands aus dem September 2009 erwähnt hat? Meint Sie, man merkt nicht, dass es  keine anonyme Beschuldigung war,  sondern das journalistische Zitieren aus einem vorliegenden Parteibrief? Liest sie nicht die bundesweiten Berichte, in denen ihre Darstellungen und Vorrechnungen für wenig glaubwürdig dargestellt werden? Souverän sieht anders aus und fühlt sich anders an. 

Eine überzeugende persönliche Erklärung hätte gelautet:  ”Ich entschuldige mich, nicht sofort Anweisung gegeben zu haben, was mit dem Geld zu passieren hat,  nachdem mir bekannt wurde, dass ich 30 000 Euro Entschädigung für die Beiratssitzungen der RAG erhalte.  Ich habe  jetzt veranlasst, die komplette Summe an soziale Zwecke zu spenden. Ich habe außerdem einem unabhängigen Rechnungsprüfer meine privaten Kontounterlagen überreicht, um nachzuweisen, dass das Mahnschreiben des CDU-Kreisverbands jeder Grundlage entbehrt. Sobald die Expertise vorliegt, werde ich sie der Öffentlichkeit vorstellen.”

Leider ist nichts von dem Realität. Nein, die Frau aus Hattingen im Revier sorgt dafür, dass man sich im Jahrzehnt des auslaufenden Bergbaus noch einmal erinnert, was die Ruhrkohle vor 50 Jahren für die Menschen in der Region bedeutete: schwarzes Gold. Sie häuft es an und gibt es nicht einmal die wenigen Euros als Pflichtbeitrag an die Partei weiter, die ihr den Zugang zu den lukrativen Töpfen solcher Unternehmen ermöglichte. Darum ist der Rücktritt alternativlos.

Die Empörung an der Basis der Christdemokraten ist enorm. Jürgen Rüttgers, der Parteichef, spürt es. Wenn er auf Tour ist, wie in der vergangenen Woche in Bergkamen, um zuzuhören, was die Menschen und seine CDU-Freunde draußen im Lande bewegt, wird er zuallererst mit der Raffgier seiner Präsidentin konfrontiert. Einfache Düsseldorfer Abgeordnete sind mutig, fordern öffentlich ihren Rücktritt.  In den Kreisverbänden ist die Erregung nicht zu stoppen. Doch nichts passiert.

 Anders als seine Ministern, kann Jürgen Rüttgers die Parlamentspräsidentin bei Fehlverhalten nicht einfach entlassen. Auch wenn er längst den Daumen gesenkt haben sollte, wie aus seiner Umgebung verlautet. Wenn Regina van Dinther bleiben, dann stößt sie niemand von ihrem Thron. Und sie will, unbedingt! Auch wenn sie weiß, dass es nach der Wahl im Mai so oder so keine Fortsetzung mehr auf ihrem jetzigen Posten geben wird. Und warum will sie nicht gehen? Genau, wegen der Kohle. Wegen der Pension. Noch drei Monate durchhalten, die Legislaturperiode beenden, dann macht sich das auf dem Rentenkonto der 52-Jährigen spürbar bemerkbar. Eine ehemalige Präsidentin bekommt eben auch im Alter bis ans Lebensende deutlich mehr aus der Pensionskasse des Landes überwiesen, als eine einfache frühere Abgeordnete.

Van Dinther geht es auch hier nur um die Kohle auf ihrem Konto. Die große Gier verbunden mit Arroganz schadet nicht nur ihrem Ansehen – das scheint ihr ziemlich egal zu sein – , sondern auch dem ihrer Partei und des Chefs. Jürgen Rüttgers trudelt in den Wahlkampf und hofft, nach der zweiwöchigen Karnevalspause sei alles vergessen. Ist es aber nicht. Darauf kann er sich verlassen.

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1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Lennartz // Mai 7, 2010 at 13:14

    Aufgrund Ihres 12jahre-Beitragsrückstandes ruhen alle Mitgliedsrechte von Frau van Dinther. Wenn es ganz dicke kommt es zu einer Wahlanfechtung wegen formalfalscher Nomienierung von Frau van Dinther.

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