
Voller Elan in seinen Jobs, Andreas Krautscheid, noch Minister, bald General. Foto: NRW-Staatskanzlei
Boris Berger nahm ein weißes Blatt Papier, einen Kugelschreiber und setzte nach oben rechts den Namen seines Aufenthaltsortes – Düsseldorf. Links schrieb er die Adressatin auf: „An die Abgeordnete Hannelore Kraft.“ Dann folgte in kleiner Schrift, sehr gerade, leicht nach links kippend, ein Brief, mit dem die Empfängerin zunächst nichts anfangen konnte. Boris Berger entschuldigte sich. „Wofür?“ fragte die SPD-Oppositionsführerin im kleinen Kreis. Er schrieb es nicht, aber er deutete es an. In Emails, die zwischen dem bisherigen Planungschef der Staatskanzlei und der CDU-Landesgeschäftsstelle in den vergangenen fast fünf Jahren hin und her gesendet wurden, hatte Berger in derbem, beleidigendem Ton über die 48-Jährige Herausforderin von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hergezogen. Er hatte die Führungskräfte der CDU angefeuert, Kraft massiv und brutal anzugehen. „Das geschieht der Alten recht. Immer auf die Omme,“ soll nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ der Kurztext einer dieser Emails lauten, die der künftige Generalsekretär Andreas Krautscheid aus mehr als 10 000 Berger-Mails herausgefischt haben will.
Der Ton ist vertraut. Im gleichen Duktus – wie schön dieses Merkel-Wort – hatte Berger bereits im vergangenen Sommer seine beiden Spezies in der CDU-Zentrale, Generalsekretär Hendrik Wüst und Parteisprecher Matthias Heidmeier, in der Videoaffäre angefeuert. Der promovierte Bundeswehr-Politologe und frühere Hauptmann streute immer wieder rustikales Feldjäger-Sprech in seinen Schriftverkehr ein. „Immer auf die Omme“ heißt so viel wie „auf die Fresse.“ Nichts Neues von Berger, wer ihn kennt, weiß dass er so denkt. Nun musste der alte neue Parteiarbeiter wohl auf Anweisung von ganz oben diesen Entschuldigungsbrief schreiben und die so genannte Flucht nach vorn antreten.
Vor Eintritt in den hochbezahlten Staatsdienst im Sommer 2005 hatte Berger in einem Strategiepapier für den künftigen Ministerpräsidenten Rüttgers die Landespressekonferenz als „verwöhnt und zynisch“ beschrieben. Mit denen, so die Botschaft, wolle man am liebsten nichts zu tun haben. Zehn Wochen vor der Wahl ist das nicht viel anders, aber ein wenig. Man teilt sie einfach, in ein Drittel zu zwei Drittel. Ein Drittel gut, zwei Drittel böse. Dafür ist der noch immer amtierende Medienminister und künftige CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid zuständig.

Heilig Krautscheid an der Seite des Dalai Lamas: Nun wird der Ton wohl rauer...Foto: NRW-Staatskanzlei
Am Dienstag nahm sich der voll bezahlte Staatsdiener Zeit für seinen Parteijob. Eine kleine Gruppe handverlesener CDU-naher Journalisten wurde vom Medienminister über einen Medienskandal informiert, der keiner ist. „Das Ausspähen“ geheimer Emails in der CDU-Zentrale und die Weitergabe von vertraulichen Dokumenten fand nicht, wie er glauben machen will, von außen statt. Das weiß Krautscheid natürlich genau, doch ihm gelang es in beeindruckender Weise, die angetretenen Kollegen mit seiner Einschüchterungsrhetorik von „kriminellem Diebstahl“ (hoho, der weiße Schimmel) zu beeindrucken. Daraufhin geißelte der mediale schwarze Block in seinen Blättern Recherche-Journalismus in Internet-Blogs wie „Wir-in-NRW“. Wenn ein Minister mit Staatsanwalt droht, dann zucken jene Kollegen zusammen wie zahme Stallhasen, die anstatt einer Möhre eine Zwiebel hingehalten bekommen. Die Aktuelle Stunde des WDR schaffte es sogar, Staatsanwalt Johannes Mocken vor einen PC mit der Seite „Wir-in-NRW“ zu setzen. So, als handele es sich dabei um Kinderpornographie.
Nein, es handelt sich ausschließlich um Journalismus, der hier betrieben wird. Und das Neue daran in diesem Land ist, dass die enthüllenden Geschichten erstmals bei uns auch noch durch die entsprechenden Dokumente nicht nur belegt werden (das machen Spiegel, Süddeutsche & Co auch), wir zeigen sie auch. Wir zeigen in der Rubrik Dokumente, was wir haben. Und was wir haben, das bekommen wir von Menschen, die mutig genug sind, das weiterzureichen, was sie sehen, was nicht korrekt abläuft, was möglichweise gesetzeswidrig ist. Ob es sich dabei um Mitarbeiter in Parteien oder im Staatsapparat handelt, ist uns egal. Wir, die Medien, sind vom Grundgesetz verpflichtet und aufgerufen, Missstände offenzulegen.
Das tun wir. Seit dem 7. Dezember im vergangenen Jahr. Dass wir so erfolgreich werden würden, dass im Normalfall Tag für Tag mehr als 5000 Besucher unsere Seiten aufrufen, am vergangenen Mittwoch sogar 11 000 Leser mit 35 000 Seitenabrufen, hatten wir nicht gedacht, es war nicht unser Ziel. Dass wir nun zum erfolgreichsten Politik-Blog in Deutschland geworden sind, verdanken wir auch der Landesregierung und der sie tragenden CDU. Denn nur durch sie und ihre Fehler sind wir in der Lage, kritisch zu berichten. Natürlich tun wir dies auch über die anderen Parteien, über Grüne, über die SPD, FDP und Linke. Doch es ist wie im normalen Leben. Nur derjenige, der Verantwortung trägt und agiert, der macht auch Fehler. Das ist nun mal die Regierung. Es ist langweiliger für den Journalismus, sich mit der Opposition zu beschäftigen, denn da passiert nichts. Außer im Wahlkampf, da muss man nach allen Seiten schon mal genauer hinschauen und analysieren. Das tun wir, und da hat die SPD-Spitzenkandidatin an uns genauso wenig Freunde wie der Ministerpräsident.
Und um den geht es hier im Folgenden. Denn Jürgen Rüttgers hat seine Allzweckwaffe Andreas Krautscheid auserkoren, ihm in der letzten Phase des Wahlkampfs als Sekretär mit Generalkompetenz die Partei zu ordnen und wieder schlagkräftig zu machen. Das ist ihm zuzutrauen, er hat bisher immer voller Elan seine Jobs erledigt, ob als Angeordneter im Bundestag, als Pressesprecher eines Betonmischers, als Lobbyist eines IT-Konzerns, als Regierungssprecher, als Minister oder nun eben als Chefparteiarbeiter. Und als solcher holt er gleich das ganz große Besteck heraus, versucht durch gezielte Desinformation kritische Medien zu kriminalisieren, kommt per Video-Botschaft daher, leistet sich einen schrillen Briefwechsel mit SPD-Generalsekretär Michael Groschek (unter der Rubrik Dokumente nachzulesen) und lässt sich weiter vom Land als Medienminister bezahlen. Und da das so ist, wollen wir noch kurz daran erinnern, was der gute Minister Krautscheid nach seinem letzten Besuch in den USA, bei der New York Times, für grandiose Erkenntnisse für den heimischen Medienmarkt mitgebracht hat. Zum Nachlesen seine Presseerklärung vom 13. Februar 2010:
Minister Krautscheid: „Unabdingbare Voraussetzung für den finanziellen Erfolg im Netz ist die Erarbeitung hochwertiger, exklusiver Informationen …. Und das gelingt nur mit hochqualifizierten Journalisten, die mit ihren Recherchen einen festen Leserstamm binden, der dann auch bereit ist, für diese Angebote zu zahlen. Der ökonomische Erfolg im Netz setzt also Investitionen und personelle Ressourcen voraus. Nur auf diesem Weg werden deutsche Verlage ein zusätzliches finanzielles Standbein aufbauen können.“
Nichts anderes machen wir. Dafür stehen unser Herausgeber Alfons Pieper und die weiteren kompetenten, gut ausgebildeten und erfahrenen Kollegen, die diesen Blog in ihrer Freizeit betreiben. Wir freuen uns natürlich, wenn Andreas Krautscheid durch seinen Aktionismus für Publizität sorgt. Und wir ärgern uns, wenn andere Blogs das Gebot des seriösen Journalismus verlassen. Wenn, wie der Betreiber von ruhrbarone.de, David Schraven, in seinem Medium Drohungen gegen die Landesregierung und ihre Vertreter ausspricht, weitere Enthüllungen ankündigt, es aber keine folgen. Ruhrbarone.de hat bisher nicht ein einziges Dokument über die in Affären verstrickte CDU vorgelegt, will sich aber als Enthüllungsorgan positionieren. Allein Schravens Auftritt gestern bei sueddeutsche.de war der reinste Hohn, getragen von Unkenntnis und wenig Sachlichkeit. Das liegt uns fern, davon distanzieren wir uns. „Wir-in-NRW“ wird weiter Missstände beschreiben, Akteuren dabei zusehen, wie und ob sie mit dem Land und dem ihnen anvertrauten Geld sorgsam umgehen. Und wir finden es amüsant, wenn der Medienminister die Weiterleitung von belastenden Dokumenten aus seinem Umfeld als Diebstahl geißelt, sein Kabinettskollege Helmut Linssen aber gleichzeitig mit 2,5 Millionen Euro Staatsknete eine gestohlene CD mit den Daten von vermeintlichen Steuersündern ankauft. – Damit kein Missverständnis entsteht: wir finden das gut! Den CD-Kauf.
Und damit Jürgen Rüttgers und seine Ministerriege auch nach dem 9. Mai 2010 dieses Land weiterregieren können, sammelt Krautscheid gerade seine besten Leute um sich. Dazu gehört dann wohl jener Boris Berger, der schon 2004/2005 auf CDU-Kosten teure Zigarren rauchend an der Seite seines vertrauten Beraters Michael Spreng den famosen Rüttgers-Wahlsieg organisierte. Ob Spreng auch diesmal zum Zuge kommt, ist nicht sicher. Er würde gern, war auch schon mehrfach in den letzten Wochen mit Berger zusammen. Aber aus CDU-Kreisen hört man nun, Rüttgers habe sich ein ganz großes Kaliber an Land gezogen. Christoph Walther, einst Kommunikationschef bei Reemtsma und Daimler, und nun einer der wichtigsten deutschen Unternehmensberater in Sachen Kommunikation, soll ihm angeblich in den letzten Wochen im Wahlkampf helfen. Krisenexperte Walther promovierte 1988 über Wahlkampfrecht und wird immer dann gerufen, wenn eigentlich nichts mehr geht. Die beeindruckenden eigenen Lobpreisungen des blonden FDP-nahen Strategen müssen wohl auch in der Wasserstraße überzeugt haben. Zum Mitlesen, so wirbt Walther für sich:
„Ihr Unternehmen ist nicht richtig am Markt oder in den Medien positioniert? Ihre Firma befindet sich in einer Krise? Für all Ihre kommunikativen Herausforderungen findet das CNC–Team gemeinsam mit Ihnen eine pragmatische Lösung. Auch in Zeiten, in denen es hoch hergeht, helfen wir Ihnen, in Ihrer Kommunikation einen kühlen Kopf zu bewahren.”
Nicht immer gelingt das. Walther hat auch schon in hoffnungslosen Fällen nicht mehr viel bewirken können. Im vergangenen Jahr wurde er als persönlicher Berater von Elisabeth Schaeffler eingeflogen, um den Kommunikationsgau der pelzbehangenen fränkischen Witwe im Kampf um Conti zu minimieren. Ihre verlorenen Milliarden konnte Walther auch für ein geschätztes Tageshonorar von 4000 Euro ihr nicht wiederbesorgen. Ob er nun Jürgen Rüttgers helfen kann, die fortlaufenden CDU-Wähler bei der Stange zu halten und die Staatskanzlei zu sichern, ist höchst ungewiss. Genauso wie die Frage, ob Walther tatsächlich engagiert wird.
Die neuesten Umfragezahlen von Infratest-Dimap im Auftrag von ARD/WDR jedenfalls lassen einen Wechsel immer wahrscheinlicher werden und lösen im Rüttgers-Lager die höchste Alarmstufe aus. CDU 35, SPD 33, Grüne 13, FDP 10, Linke 6. Viel schlimmer für Rüttgers: der Amtsinhaber stürzt bei der Frage nach einer Direktwahl des Ministerpräsidenten dramatisch auf 44 Prozent ab, Hannelore Kraft klettert auf Augenhöhe heran und kommt auf 43 Prozent. Ein solches Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Regierungschef und Oppositionsführerin hat es zuvor nie gegeben. Und nach fünf Jahren Schwarz-Gelb sehnen sich die Menschen offenbar danach, wieder von Rot-Grün regiert zu werden – 48 Prozent zu 34 Prozent. Viel deutet auf eine Wende hin.
Auch wenn die in dieser schweren Woche noch nicht von allen vollzogen wird. Wie von Boris Berger. Der steht zwar seit Montag auf der Gehaltsliste der CDU. Den Brief an Hannelore Kraft, der so persönlich entschuldigend sein sollte, der in einem Umschlag mit seiner Privatadresse – Niederkassel – steckte, ließ er aber noch von einem Fahrer der Staatskanzlei bringen. Regierung und Partei – es ist wohl nicht so leicht zu trennen.












35 Antworten bis jetzt ↓
1 NRW: Kraft und Rüttgers auf Augenhöhe | SPD-Blog Baden-Württemberg // Mrz 4, 2010 at 19:15
[...] NRW-CDU hat Angst. Und holt sich hochbezahlte Marketingexperten ins Haus. Mehr Infos hat das Wir-in-NRW-Blog. [...]
2 WerHatNochNichtWerWillNochmal // Mrz 4, 2010 at 19:36
Ein Name fehlt da wohl noch, hab ich gerade bei SpOn gelesen. Da heißt es wörtlich:
>>”Die CDU ist in Sorge. Parteichefin Angela Merkel schickt nun sogar einen Vertrauten in Rüttgers’ Wahlteam nach Düsseldorf: Joachim Koschnicke, bisher Leiter für Strategische Planung in der Berliner CDU-Zentrale, gilt als Experte für den Umgang mit Wahlumfragen, heißt es.<<
Was mich daran interessiert, ist: was beinhaltet ein Skill "Experte für Wahlumfragen". Da muss man jetzt spekulieren:
Typ I: Jemand, der gute Kontakte zu Umfrageinstitute hat, und dort quasi die Gewichtungen in seinem Sinne beeinflussen kann, oder:
Typ II: Jemand, der nur analysiert und kommuniziert, wie im USA-Wahlkampf. Man hat ein Wundertüten-Excel-Sheet und kann jeden Ausschlag in den Meinungsumfragen auf die letzte Schlagzeile zurückführen, dann sofort selbst eigene Schlagzeilen erzeugen, um das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen zu lassen. Die Ergebnisse solcher Wahlen enden meistens mit einer Stimmendifferenz von nur wenigen Tausend, also fast 50:50, weil der politische Gegner ebenfalls so ein Wundertüten-Excel-Sheet benutzt.
Die große Frage ist: von welcher Sorte ist Herr Koschnicke, Typ I oder Typ II?
3 G. W. // Mrz 4, 2010 at 20:23
Die Politik ist ein sehr schmutziges Geschäft; sicher war nie alles sauber; aber jetzt spitzt sich
bei den “Insuffizienzen der Politiker” die Macht- , Geldgier etc. immer mehr durch.
4 zoom » Umleitung: Post von Horn, Hedwig Dohm, Steinmeier, Amok … « // Mrz 4, 2010 at 21:36
[...] Wahlkampf: Der Abschied naht, der Ton wird rauer … WirInNRW [...]
5 Hannes // Mrz 4, 2010 at 22:03
“Dass wir nun zum erfolgreichsten Politik-Blog in Deutschland geworden sind, verdanken wir auch der Landesregierung und der sie tragenden CDU.”
Ich gönne Euch den ersten Platz, Ihr seid gut, nein, sehr gut, nur: wie messt Ihr die behauptete Tatsache “erfolgreichster Politblog” zu sein?
6 David Schraven // Mrz 4, 2010 at 22:06
Was soll diese peinliche Aufrechnung, Theobald Tiger?
Eigentlich sollte ich dazu schweigen. Und darauf hoffe, dass andere besser lesen können als Sie:
http://www.ruhrbarone.de/uhlenberg-ausschuss-wird-zum-justizskandal-strafvereitlung-oder-verfolgung-unschuldiger/
Zumindest habe ich den Mut unter meinem Namen zu schreiben.
7 David Schraven // Mrz 4, 2010 at 22:14
http://www.wikio.de/blogs/top/politik
8 kclemens // Mrz 4, 2010 at 22:50
@WerHatNochNichtWerWillNochmal #2,
solange koschnicke nur ein experte im umgang mit wahlumfragen ist, geht es ja noch.
nicht auszudenken, wenn er ein experte für den umgang mit wahlergebnissen wäre.
9 Marianne Midi // Mrz 4, 2010 at 23:53
…amüsant, amüsant — wie ein Paradebeispiel aus dem psychologischen Lehrbuch: aus Angst vor weiteren decouvrierenden Veröffentlichungen verfällt der Profi Krautscheid in Panik und produziert plötzlich amateurhafte Fehler. Sein hektischer Aktionismus im Zusammenhang mit dem Bemühen der Staatsanwaltschaft zeigt a) Unkenntnis über die Mechanismen der vom Grundgesetz geschützten Medien, b) Verachtung unabhängig berichtender Journalisten und c) ein gestörtes Verhältnis zu demokratischen Prozessen. Über jene, die in einer Demokratie ihre politischen Chancen fair und sauber nutzen, wird ebenso berichtet wie über diejenigen, die sie gerade verspielen. C’est la vie…
10 Theobald Tiger // Mrz 5, 2010 at 00:04
@schraven
Lieber Kollege, Nachdenken und nicht Angriff ist jetzt gefragt. Es geht um die elementaren Grundsätze des Journalismus. Wir sollten nur darüber reden und berichten, was wir wissen und belegen können. Diesen Grundsatz haben Sie leider mißachtet, sträflich vernachlässigt. Sie können nicht einfach drohen, es würden in verschiedenen Medien weitere Enthüllungen gegen die Regierung publiziert, ohne genaue Kenntnis zu haben. Was wissen Sie denn überhaupt, was noch kommen könnte? Nichts! In den aktuellen Diskussionen und CDU-Affären um Wüst, Berger, Rüttgers haben die Ruhrbarone einfach nichts enthüllt, die Dokuemente sind bei uns gelandet. Dennoch war eure Recherche in Sachen Umweltministerium toll, leider ist das Thema nie so explodiert wie Wüst, van Dinther, Berger, Rüttgers.
Also lautet die Frage: warum sich mit fremden Federn schmücken? Die Ruhrbarone haben klasse Infos zum Revier, zur Kultur, Wirtschaft und Politik. Aber in Düsseldorf sind sie nun mal nicht number one. Ist das schlimm? Denk mal drüber nach, lieber David Schraven, und entspann´ einfach mal…. empfiehlt der Tiger
PS: Der Vorwurf, wir würden nicht unter Klarnamen schreiben, trifft uns nicht. Denn: das ist unser Konzept…und wir haben Erfolg damit. Deshalb grüßen hier Tiger, Hauser, Panter, Wrobel, Buerger und Brackheim. Und natürlich Alfons Pieper, aber der ist ja bekannt.
11 Theobald Tiger // Mrz 5, 2010 at 00:24
@Marianne Midi
einfach mal so: super klasse, fundiert und witzig-spritzig die Kommentare von Dir. “Getrübt” von großer politischer Fachkenntnis und sprachlichem Esprit. Danke. Wir freuen uns über jeden Deiner/Ihrer Kommentare.
12 Theobald Tiger // Mrz 5, 2010 at 01:50
@Hannes
Kritik und Nachfrage gefallen uns besonders gut. Hier nun ein paar Zahlen: Gestern, Mittwoch, hatten wir 11 000 Besucher, die sich 35 000 Seiten heruntergeladen haben. Ist das viel im Netz? Wir wissen es nicht, da wir ja Amateure im Netz sind und von Print-Produkten leben, die zum Glück noch immer in hunderttausendfacher Auflage verkauft werden. Wichtigster Polit-Blog in Deutschland? Wir erfahren natürlich, dass die CDU, dass die Staatskanzlei, die Ministerien, die SPD, das Büro von Sigi Gabriel oder der Spiegel-Korrespondent in Nairobi jeden Morgen neugierig auf unsere Startseite schauen, um nichts zu verpassen. Wir haben Angebote, unseren Dienst nach Baden-Württemberg auszudehnen – ein interessantes Terrain mit vielen Storys, die noch im Filz schlummern. Doch wir bleiben (noch) nur in NRW, denn dort werden wir vor allem gelesen. In Westfalen und im Rheinland. Und irgendwie haben wir jetzt den Eindruck, Berlin liege auch in NRW.
Also Hannes, kurz und knapp: Man sagt uns, wir seien wichtig. Wir können es kaum glauben. Aber: wir werden gelesen. Und das ist toll.
13 Wähler // Mrz 5, 2010 at 02:02
…Boris Berger entschuldigte sich. „Wofür?“ fragte die SPD-Oppositionsführerin…
seine “daseinsberechtigung” ist ihm selber wohl noch völlig FREMD
14 Wähler // Mrz 5, 2010 at 02:13
@theobald tiger
@david schraven
gemeinsam seid ihr zwar nicht stark, aber ihr ergänzt euch……..
15 Links anne Ruhr (05.03.2010) » Pottblog // Mrz 5, 2010 at 05:24
[...] NRW: Der Abschied naht, der Ton wird rauer – eine Geschichte über Krautscheid, Berger &am… – Jürgen Rüttgers (CDU), der noch amtierende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, heuert angeblich teuren Krisenberater an – und "Wir in NRW" distanziert sich von den Ruhrbaronen. [...]
16 Juhu52 // Mrz 5, 2010 at 09:49
Ich kann ja verstehen, dass ihr stolz seid, dass der Blog so wahrgenommen wird. Aber das ist nicht entscheidend. Wichtig ist eure Basis nicht zu verlassen: Guten Journalismus, meinungsfreudige Stücke bissige Kommentare. Meiner Wahrnehmung nach färbt ihr auf die offiziellen Kollegn ab, WDR z.B. oder auch WAZ, die sich scheinbar mehr trauen. Das ist eine wichtige Funktion, darum bleibt man schön auf dem Boden und macht weiter!
17 willy // Mrz 5, 2010 at 09:51
Okay, ist mir auch ne Spur zu viel Weihrauch. Aber 1.) tut es manchmal gut, sich mal was von der Seele zu schreiben und 2.) ist “wir-in-nrw-blog” wirklich Spitze. Journalistisch gut, investigativ erste Sahne, hochaktuell – und wirkungsvoll. In meinem langen Berufsleben habe ich noch nicht erlebt, mit welch rasanter Geschwindigkeit ein Medium sich zum Leitmedium entwickelt. Chapeau!
18 Klaus Jarchow // Mrz 5, 2010 at 11:00
Kleine Korrektur: ‘Immer auf die Omme’ heißt so viel wie ‘Immer auf die Glocke’ … die ‘Fresse’ sitzt etwas tiefer.
19 Michaela // Mrz 5, 2010 at 12:17
“….da hat die SPD-Spitzenkandidatin an uns genauso wenig Freunde wie der Ministerpräsident.”
Das ich nicht lache… kann auf dem Wir-in-NRW Blog keinen einzigen auch nur im Ansatz kritischen Eintrag zu Frau Kraft entdecken… Da scheint mir der Blog doch etwas einseitig bzw. aus Sicht der frustrierten roten Brille zu berichten!!
20 Jens // Mrz 5, 2010 at 12:45
@Wir-in-NRW und @David Schraven:
So ein Streit ist doch nicht notwendig, oder? Weiterhin tolle Geschichten schreiben, ruhig auch verlinken usw. – das ist in Ordnung, aber muss man sich jetzt fetzen?
Das lenkt doch nur vom Publizieren von anderen Geschichten ab. Muss doch nicht sein.
21 68er // Mrz 5, 2010 at 16:52
Jens hat recht, es macht doch keinen Sinn, sich wie die Politiker zu streiten. Interssanter wäre es, wenn man hier etwas über den Tellerrand schauen würde und z.B. die Spitzenkandidatin der Grünen zur Ostermann-Affäre ihrer Parteifreunde im Saarland interviewt. Das macht die sicher gerne.
Hier wird z. B. über Herrn Ostermann berichtet:
http://www.sueddeutsche.de/politik/709/500971/text/
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68703731.html
Und das ist Herr Ostermann:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-51439.html
22 Kaspar Hauser // Mrz 5, 2010 at 19:40
@Jens,@willy@wähler: Alles klar.
Alle Beile sind wieder eingebuddelt.
@Michaela: Vielleicht mal die Artikel von Alfons Pieper lesen!
23 Hesiod // Mrz 5, 2010 at 20:55
Aber, nicht doch! Das geht nicht, das Wahlvolk will mehr. Los, Kaspar, schlag den Ruhrbaron! Tiger, friss ihn – Du bist der Größte! Da capo!
Und überhaupt: Es ist so gut zu wissen, dass Objektivität auf diesem wunderbaren Kuschelblog groß geschrieben wird. Endlich guter, ehrlicher Journalismus: “Natürlich tun wir dies auch über die anderen Parteien, über Grüne, über die SPD, FDP und Linke.” Schade, dass der Tiger uns heute nicht noch schnell die Sache mit Sigi und
dem Pfingsttreffen erklärt hat, versteht doch keiner, warum das mal wieder alles ganz anders ist.
“Doch es ist wie im normalen Leben. Nur derjenige, der Verantwortung trägt und agiert, der macht auch Fehler. Das ist nun mal die Regierung.” Versteht auch keiner, was das schon wieder heißen soll. So anspruchsvoll, so intellektuell! Oder soll das heißen, die Opposition agiert nicht? Na, ja. Andererseits: Käffchen mit den LINKEN, den Rest erledigen Kaspar und der Tiger… Ihr seid so gut!
24 BILD sorgt sich um die NRW-CDU | SPD-Blog Baden-Württemberg // Mrz 5, 2010 at 21:36
[...] ist natürlich Stuss. Die NRWSPD macht es völlig richtig: während die Miet-Rüttgers-CDU zeigt, was für ein Demokratieverständnis sie hat, können Hannelore Kraft und die NRWSPD mit Inhalten [...]
25 Bald kritisches Politikblog in Baden-Württemberg | SPD-Blog Baden-Württemberg // Mrz 5, 2010 at 21:40
[...] Wir-in-NRW-Blog, das momentan das heißeste Politikblog in Deutschland zu nennen ist, ist in einem Kommentar eines Autoren etwas Spannendes zu lesen: Wir haben Angebote, unseren Dienst nach Baden-Württemberg auszudehnen – ein interessantes [...]
26 Sebastian // Mrz 5, 2010 at 22:58
Die Idee, dass ihr euch nach BaWü ausbreiten solltet, finde ich bestechend. Ich empfehle als Einführung das Buch “Filz, Korruption und Kumpanei im Musterländle” oder “Die Maultaschen-Connection”
27 Links anne Ruhr (06.03.2010) » Pottblog // Mrz 6, 2010 at 07:24
[...] am Vortag: NRW: Der Abschied naht, der Ton wird rauer – eine Geschichte über Krautscheid, Berger &am… – Jürgen Rüttgers (CDU), der noch amtierende Ministerpräsident von [...]
28 Herbert // Mrz 6, 2010 at 11:00
Ein Zwischenruf aus Berlin. Die Berliner Zeitung hat auf der Titelseite über die Angelegenheit geschrieben. Alle Achtung.
Aber hier auf eurer Seite stosse ich auf ein kleinliches Gerangel, das sich mir nicht ganz erschließt.
Der Tiger lobt Mariannes Midi Kommentar und Marianne Midi schreibt,”wie ein Paradebeispiel aus dem psychologischen Lehrbuch: aus Angst vor weiteren decouvrierenden Veröffentlichungen verfällt der Profi Krautscheid in Panik und produziert plötzlich amateurhafte Fehler.”
Der Tiger sieht Krautscheids Panik als Erfolg, denn er schreibt, “wir freuen uns natürlich, wenn Andreas Krautscheid durch seinen Aktionismus für Publizität sorgt.”
Wenn ich das richtig verstanden habe, hat doch gerade der vom Tiger kritisierte Satz auf den Ruhrbaronen Krautscheid auf die Palme gebracht.
Ich lese im Handelsblatt. “Besonders beunruhigt ihn, dass Teile der internen E-Mail-Kommunikation immer wieder in Internet-Blogs auftauchen. Vor allem im Auge hat Krautscheid die Blogs “Wir in NRW” und “Ruhrbarone”, die in der Vergangenheit aus internem CDU-Material berichtet hatten. “Ruhrbarone” habe mit weiteren Enthüllungen gedroht, so Krautscheid.”
Warum ärgert sich also der Tiger über den Urheber des Satzes, der diese Panik hervorgerufen und damit Publizität erzeugt hat.
Denn auch der Tiger wird wissen, dass der Satz “dem im Wahlkampf noch jede Menge böser Enthüllungen drohen. Allein in den kommenden zwei Wochen stehen dem Mann einige miese Überraschungen bevor, vor denen ich jetzt schon Angst hätte, wenn ich er wäre.” der Zünder war, der die Affäre zur Explosion gebracht hat.
Ich denke jeder weiß, dass der wir-in-nrw-blog tolle Dokumente hat. Aber zum Rocken hat die Geschichte dieser Satz gebracht, und so hat das auch die Berliner Zeitung gesehen.
Über die Bewertung des Satzes auf Ruhrbarone, ob dieser nun eine Drohung, ein Kommentar, eine Provokation, ein Bluff oder sonstiges ist, kann man sicher diskutieren, jedoch eines muss auch der Tiger zugestehn: Der Satz hat gezündet.
Der Satz hat nämlich das erzeugt, was Marianne Midi so glänzend in den Augen des Tigers analysiert hat.
Also freut euch doch!
29 NRW-CDU will Journalisten kriminalisieren at Robin Haseler // Mrz 6, 2010 at 12:30
[...] Details zum Nachlesen bei “Wir in NRW Blog“ « Der Tag [...]
30 Christian Lange // Mrz 6, 2010 at 13:17
@Hesiod
Niemand wirft der CDU vor, mit dem Ministerpräsident für Sponsoren zu werben.
Niemand wirft der CDU vor, von Sponsoren Geld für einen Stand auf Veranstaltungen oder Parteitagen der CDU zu verlangen (Wobei man sich sicherlich über die Höhe der Standmiete unterhalten könnte).
Es wird der CDU vorgeworfen, persönliche Gespräche mit dem Ministerpräsidenten gegen Bares anzubieten. Nichts anderes!
Die SPD hat mit Sigmar Gabriel geworben. Die Sponsoren mussten kein Geld für einen Stand auf dem besagten Pfingsttreffen zahlen und er stand allen Sponsoren zum Gespräch zur Verfügung. Niemand sollte oder musste bezahlen. Das sind die Unterschiede!
Und was sollen die Machers des Blogs über Frau Kraft kritisches schreiben? Verhältnis zur Linkspartei? Tun sie! Über ihre Tatkraft-Tour? Tun Sie! Und wenn Frau Kraft keine Skandale produziert, wie Herr Rüttgers und die CDU, dann gibt es eben nichts zu schreiben.
So einfach sind manchal die Dinge.
31 Peter Mais // Mrz 7, 2010 at 10:20
Andreas Krautscheid ist “einer” der wenigen guten Politiker.
Oh Mann, was für ein Scheiß läuft hier ab. Das ist irgendwie falsch. Ich hoffe, dass es bald vorbei ist.
32 jo // Mrz 8, 2010 at 06:28
@Hannes: Das habe ich mich auch gefragt ,)
@Tiger: Nicht, dass ich es euch nicht gönne, aber: Um das “erfolgreichste Politik-Blog in Deutschland” zu sein, fehlt euch selbst bei den Spitzenwerten noch eine Null hintendran. Wie auch immer, alles gute zum Start.
33 Uriel // Mrz 8, 2010 at 07:48
‘Wir, die Medien, sind vom Grundgesetz verpflichtet und aufgerufen, Missstände offenzulegen.’
Schön dass es wenigstens mal ein Journalist in BRD einsieht. Laut Journalisten, werden Politiker sowieso lieber in Café’s ausgepresst, da auf Pressekonferenzen lieber mal ein Blatt vor den Mund genommen wird. Und die Journalie verschweigt dann mal gern die Wahrheit.
Solche Blogs wie dieser die kritisch an die Sache rangehen sind gut. Ob es der erfolgreichste ist, ist egal, denn sehr gut ist Radio Utopie.
34 Rangar // Mrz 8, 2010 at 10:47
Welche “guten Politiker”? Das ist ein Widerspruch in sich.
Wenn ein Politiker etwas sagt, hat er entweder keine Ahnung von der Materie oder er lügt. Trifft beides gleichzeitig zu, ist er Minister.
35 dovid // Mrz 23, 2010 at 14:00
Gebe zu bedenken: Theobald Tiger pflegte stets, das seinige “in kurzen oder langen Zeilen, die am Schluß einen Gleichklang aufweisen” zu schreiben.
Vgl. “An Theobald Tiger”, WB 18.7.1918
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