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Exklusiv: Bergers Strategiepapier entlarvt, wie Jürgen Rüttgers inszeniert wird

1. März 2010 · von Theobald Tiger

Immer in der Nähe von Rüttgers: Planungschef Boris Berger (r.), hier beim Besuch von GM in Detroit. Fotos: NRW-Staatskanzlei

Immer in der Nähe von Rüttgers: Planungschef Boris Berger (r.), hier beim Besuch von GM in Detroit. Fotos: NRW-Staatskanzlei

Nach dem Erfolg brauchte er eine Woche, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Ganze sieben Tage. Am achten setzte sich der schneidige junge Mann an den Computer und formulierte, was zu tun sei. Boris Bergers  Schützling Jürgen Rüttgers hatte am 22. Mai 2005 die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewonnen, mit 44,8 Prozent ein grandioses Ergebnis für die CDU eingefahren, die SPD nach unendlichen 39 Jahren an Rhein und Ruhr aus der Regierung vertrieben und in der Republik einen politischen Erdrutsch ausgelöst. Kanzler Gerhard Schröder am Ende, die SPD am Boden, Neuwahlen im Herbst! An diesem 29. Mai 2005, einem Sonntag, schrieb ein gehöriges Stückchen Stolz mit, und ein großes Maß Selbstbewusstsein. Das gesamte letzte Jahr, besonders die letzten Monate, hatte Berger im CDU-Wahlkampfteam alles gegeben für seinen Kandidaten – für Jürgen Rüttgers. Der wusste damals und weiß auch heute noch, was er jenem Bundeswehrhauptmann zu verdanken hat. Er machte ihn zu seinem engsten Berater, der misstrauische CDU-Mann vertraute dem Ex-Feldjäger. Vor fünf Jahren war der promovierte Politikwissenschaftler sein wichtigster Vordenker, heute ist er sein Planungschef in der Staatskanzlei.

Am jenem 29. Mai 2005 entsteht ein bis heute der Öffentlichkeit unbekanntes vertrauliches vierseitiges Papier, das die „Inszenierung“ und Positionierung des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers zum Thema hat. Genau eine Woche nach seiner Wahl schreibt der damals 32-Jährige Polit-Novize Berger dem 53-Jährigen erfahrenen Bundes- und Landespolitiker auf, was er zu tun habe, um ein erfolgreicher Ministerpräsident zu sein. In dem „Vermerk für Herrn Dr. Rüttgers“ wechselt der rechtschreibschwache Autor die Schriftgrade, formuliert seine „Grundüberlegungen“ mal in Normalschrift, setzt wichtige Absätze in fette Buchstaben oder hebt bedeutende Zitate in Kursivschrift heraus.

Ein Ministerpräsident wird geformt, erfunden. Fünf Jahre später weiß man, dass Berger schon eine Woche nach dem Wahlsieg Jürgen Rüttgers ein Konzept für seine Amtszeit geschrieben hat, das in vielen Punkten umgesetzt wurde. Erstaunlich ist, wie sich ein Politiker vom Rang eines Rüttgers von Zuarbeitern inszenieren und steuern lässt. Er habe mal zusammengefasst, was „in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten überlegt, geplant und umgesetzt werden müsste“, schreibt Berger als Einleitung. „Bei zahlreichen Punkten habe ich lediglich die zu beantwortenden Fragen formuliert, an einigen Stellen auch einmal einige konkrete Umsetzungen beschrieben.“ Das Papier solle eine „Aufgabenbeschreibung“ sein, die allerdings erst „nach einem Gespräch mit Ihnen“ in zehn bis zwölf Tagen „genauere Teile bzw. Ziele formuliert“.

Der Mann geizt nicht mit Selbstbewusstsein, als er unter Punkt I dann „einige grundsätzliche (noch nicht vollständige) Überlegungen“ zu Papier bringt. Berger reduziert Rüttgers auf „einige, wenige Botschaften“, die dann „charakteristisch, stilprägend für ihren Regierungsstil sind.“ Der Ministerpräsident solle „näher bei den Menschen“, „gemeinsam statt einsam“, „ganz normal statt von oben herab“ regieren. Hierbei sei dann auch zu entscheiden, „ob Sie eher einen ambulanten oder einen stationären Regierungsstil pflegen wollen“, schreibt der Rüttgers-Berater. Nach seiner Empfehlung, komme „lediglich ein ambulanter Führungsstil“ in Frage. „Gerade weil man hier dann auch das Image des omnipräsenten Landesvater am besten bedienen kann – und wir dadurch auch etwas unabhängiger von der verwöhnten und zynischen LPK werden.“ Interessant zu lesen, wie Rüttgers´ Vordenker die Landespressekonferenz einschätzt – verwöhnt und zynisch!

Zynismus entspringt freilich Bergers Gedankenwelt, wenn er für den Ministerpräsidenten „feste oder auch lockere Gesprächsformen mit allen relevanten Kreisen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ aufbauen will, in denen Rüttgers „im Mittelpunkt“ stehen soll. Der Ministerpräsident solle freilich nur einmal im Jahr hinzukommen, „um diesen Kreisen das Gefühl zu geben, Zugang zum MP zu haben.“ Einige Jahre später, im Februar 2010, sollten solche exklusiven Termine von der CDU gegen tausende von Euros sogar an Gesprächspartner verkauft werden.

Berger erfindet an diesem letzten Mai-Sonntag des Jahres 2005 jenen Rüttgers, den dieser in den folgenden nun fast fünf Regierungsjahren gegeben hat. Inhaltlich solle er eine Mischung aus unpolitischen Themen wie Ehrenamt und übergeordneten Bereichen wie Demographie und Bildung verfolgen. Und er schlägt seinem künftigen Ministerpräsidenten vor, „auf der bundespolitischen Ebene Impulse zu setzen und sich als Vordenker und Vormacher zu präsentieren.“ In Zeiten des Reformbedarfs, in denen „die Politik den Menschen keine materiellen Wohltaten mehr zukommen lassen kann“, solle sich Rüttgers in die Rolle des „Kümmerers“ begeben, der die „Seele des Landes kennt, versteht und streichelt“. Rüttgers solle nicht, so die Idee des engen Beraters, „die bösen Wahrheiten über zu bringende Opfer“ verkünden – „das sollen die Minister machen.“

Zwei, die zuletzt Affären-Schlagzeilen produzierten: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bei seiner Vereidigung durch Landtagspräsidentin Regina van Dinther.

Zwei, die zuletzt Affären-Schlagzeilen produzierten: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bei seiner Vereidigung durch Landtagspräsidentin Regina van Dinther.

Und dann entwirft Berger einen Sieben-Punkte-Plan für die ersten 200 Tage. Das Wort „Inszenierung“ spielt dabei eine wichtige Rolle, Rüttgers soll auf allen Feldern „inszeniert“ werden. Für die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages plant er eine „eigenständige Inszenierung“. Die Villa Horion, dort wo einst Johannes Rau regierte, ist Berger aber zu bieder. „Der Bonner Petersberg wäre sicher eine gute Alternative.“ In dem prachtvollen Hotel hoch über dem Rhein wurde der Koalitionsvertrag zwar nicht unterschrieben, die Luxusherberge wurde für Rüttgers in den folgenden Jahren aber zur zweiten Heimat, in der er sich gern bei feierlichen Anlässen inszenieren ließ. Mitte März steht der nächste Termin an, die Petersberger Convention. Ein Termin für die Reichen, Schönen und Wichtigen, der die Staatskasse rund 800 000 Euro kosten soll.

Jürgen Rüttgers am Grab des ersten CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold.

Jürgen Rüttgers am Grab des ersten CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold.

Die Wahl zum MP, so schreibt Berger, „muss ganz zweifelsohne eine besondere Inszenierung kriegen – das heißt der Abend vor der Wahl, der Morgen und die Termine am 22.06 im Anschluss.“ Wo und wann Rüttgers zum Gottesdienst gehe, müsse geklärt werden, ob in Aachen oder in Köln. Und dann fließt dem Politologen Berger ein Satz aus den Fingern, der seine historische Unkenntnis dokumentiert – deshalb wollen wir ihn komplett zitieren: „Eventuell könnte am Morgen vor der Wahl oder nachmittags ein Besuch am Grabe Konrad Adenauers (könnte auch am 20.06 bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages gemacht werden) oder Arnold Gehlens stattfinden, die ja Vorgänger im Amte waren.“ Nur zur Aufklärung: Adenauer war Oberbürgermeister von Köln und Bundeskanzler, aber nie Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen; Gehlen war ein konservativer Philosoph und Soziologe. Berger meinte den ersten CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold, dessen Grab Rüttgers nach seiner Wahl tatsächlich auf dem Düsseldorfer Südfriedhof besuchte.

Bergers Vorschlag wurde umgesetzt: Am Tag der Vereidigung ein Besuch in Münsters Friedenssaal.

Bergers Vorschlag wurde umgesetzt: Am Tag der Vereidigung ein Besuch in Münsters Friedenssaal.

Aber so genau kommt es ja nicht darauf an, wichtig war die Idee. Ebenso wie der Vorschlag, nach der Wahl einen Empfang in einer Düsseldorfer „Örtlichkeit“ zu geben, „wo Sie künftig Hof halten wollen.“ Berger dachte groß, und Rüttgers setzte immerhin um – nicht alles, aber vieles. So befolgte er den Rat, am Tag seiner Wahl „im Sinne eines ambulanten, ganzländlichen Regierungsstils“ einen Termin in Westfalen – „Münster Rathaus (Konzert im Friedenssaal)“ durchzuführen und abends ins Ruhrgebiet zu reisen. „Wichtig wird auch die Inszenierung des Einzugs in die Staatskanzlei sein – welche Bilder sollen da entstehen; was sind die ersten Amtshandlungen, an wen geht der erste Anruf, der erste Brief, der erste Termin,…“  Auch „die Inszenierung im Anschluss an die Vereidigung“ bereitet dem orthographieschwachen Berger eine Woche nach der Wahl Probleme: „Wo findet der Empfang statt, wo sollen welche Bilder entstehen?“

Dann geht es endlich los mit Politik: In den Tagen bis zu den Sommerferien will man „Aktivität“ zeigen. In den ersten drei Wochen sei es wichtig, so Berger, „einige symbolische Akte vorzunehmen: (…)Vielleicht die Reiterstaffel, die Alleen…“ Eine dieser politischen Aktionen sollte auch „in Berlin ins Werk gesetzt werden, damit auch sofort Ihre bundespolitische Präsenz und Bedeutung verdeutlicht wird.“ Diese Vorgabe seines künftigen Planungschefs hat Rüttgers sicherlich gern gelesen.

Dann muss es mit der Zeit (und den Ideen) etwas knapp geworden sein. Denn auf die Ausformulierung der Punkte 5-7 verzichtet Berger, er tröstet Rüttgers, dieser erhalte „das Papier in den nächsten Tagen.“ Zu den Punkten wolle er vorher noch mit zwei weiteren Beratern, Edmund Heller und Michael Thielen, sprechen. „Wir können ja morgen über einzelne Fragen reden“, verabschiedet sich Berger an jenem Sonntag im Mai schriftlich von Jürgen Rüttgers.

Ein enger Vertrauter von Jürgen Rüttgers: Michael Thielen, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung. Foto: KAS

Ein enger Vertrauter von Jürgen Rüttgers: Michael Thielen, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung. Foto: KAS

Mit Thielen traf sich Berger dann schon am nächsten Tag in Berlin. Denn der Adjutant  flog am Montagmorgen gemeinsam mit dem Wahlsieger in die Hauptstadt zur CDU-Präsidiumssitzung im Konrad-Adenauer-Haus. Thielen, der früher Rüttgers` Ministerbüro in Bonn leitete, 2005 Bereichsleiter in der Berliner CDU-Bundesgeschäftsstelle war und heute als Generalsekretär die Konrad-Adenauer-Stiftung führt, zählt zu den engsten Ratgebern von Jürgen Rüttgers. Berger pflegte offenbar einen engen Kontakt mit dem Berliner Vertrauten.

Denn an jenem Sonntag, als er die „Inszenierung Rüttgers“ zu Papier brachte, fand er noch Zeit, Thielen eine Email zu schreiben. Am 29. Mai 2005, 12:16 schickte Berger, Dr. Boris, folgenden Text (inkl. Rechtschreibfehler) nach Berlin: „Hallo Michael, icxh begleite Rüttgers morgen nach Berlin, hast Du morgen etwas Zeit – entwede komme ich gerne ghleich um 10h zu Dir oder ich lade Dich wie immer auf Kosten der CDU-NRW zum Mittagessen ein, was mir noch besser gefallen würde oder ich komme nachmittags vorbei…. Na nun sag doch mal was? Gruß Boris“

Wir sagen jetzt nichts mehr, nur noch dieses: Das Berger-Papier ist unter der Rubrik Dokumente im Wortlaut nachzulesen.

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27 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Ruhrpilot - Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet « Ruhrbarone // Mrz 1, 2010 at 09:31

    [...] NRW: Die Rüttgers-Inszenierung…Wir in NRW [...]

  • 2 juju52 // Mrz 1, 2010 at 15:38

    Da ist ihnen ja mal wieder ein interessanter Einblick in den wahren Jürgen Rüttgers gelungen. Das viel vom dem, was man von ihm so mitbekommt, inszeniert wirkt, war bisher immer nur so ein Gefühl, jetzt wird erkennbar, das es offenbar Methode ist. Wenn man ihren Artikel mit dem heutigen Porträt im SPIEGEL verbindet, ist ein plötzlich sehr gutes Bild dieses ansonsten so schwer greifbaren Menschen erkennbar: Ein kleinbürgerlicher Aufsteiger, der vor allem eins will: Oben bleiben um jeden Preis. Inhalte werden bei ihm zum Mittel zum Zweck, Überzeugungen zum Hinderniss. Medien sind in seinen Augen wie in den seiner Planer nur Erfüllungsgehilfen. Das erklärt auch sein starke Einflussnahme in den einzelnen Verlagen.
    Vielen Dank für diese Information.

  • 3 Marianne Midi // Mrz 1, 2010 at 16:27

    Theobald Tigers Beitrag paßt ins Bild: Höchst aufschlußreich, mit welch’ formidablen Denkern und formulierungsfiligranen Überfliegern sich der inszenierte Herr Ministerpräsident so schmückt. Bei Dr. Boris Berger (”Scampi-Boris”) ist nicht nur die vor seinem vollakademischen Hintergrund zu bewertende orthographische Virtuosität in größerem Umfang verfeinerungsbedürftig, er hat nicht nur von der noch überschaubaren Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ähnlich kümmerliche Kenntnisse wie Hendrik Wüst und Regina van Dinther von korrektem Finanzgebaren, Rüttgers’ junger Freund Berger ist auch verfassungsrechtlich schwach auf der Brust: er betreibt erwiesenermaßen aus der Staatskanzlei heraus Parteiarbeit für die CDU, die somit vom Steuerzahler finanziert wird. Und das ist gesetzlich verboten. Also nicht nur “Rent-a-Rüttgers”, jetzt auch “Fuck-the-Verfassung”. Daran ändert auch Bergers nun hektisch vollzogener Abgang aus der Staatskanzlei nichts: er wird lediglich unter neuer Adresse künftig dasselbe tun wie vorher…

  • 4 NRW Bürger // Mrz 1, 2010 at 21:34

    Interessant zu lesen, vor allem wenn die grosse
    Politik einem nicht so nahe ist, wie Theo Tiger.
    Warum werde ich den Verdacht nicht los, hier
    geht es nicht mit rechten Dingen zu? Vertrauliche
    mails (mit Uhrzeitangaben), legal ist die Beschaffung sicher nicht, kriminell wäre treffender! Freier Journalismus sollte schon zu-
    mindest den Anstrich von Seriösität haben. Es
    bleibt festzuhalten “der grösste Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant”. Zu kurz gesprungen Theo.

  • 5 Willy // Mrz 2, 2010 at 16:51

    Nicht “zu kurz gesprungen”, lieber NRW Bürger, sondern “Hemd zu kurz geworden”. Weil Bergers Hemd so kurz geworden ist, hat ein anderer plötzlich ganz kalte Füße bekommen. Sonst hätte Boris noch ne Weile in der Staatskanzlei weitermachen können wie bisher. Übrigens: Als die Sozen noch in der Staatskanzlei regierten, mußte auch schon mal der Leiter der Abteilung III “politische Planung” gehen, weil der Regierung und Parteiarbeit vermischt hatte. Etwas zu flach gesprungen, NRW Bürger.

  • 6 CDU stellt Strafanzeige gegen unbekannt | Cashbooster Blog // Mrz 3, 2010 at 07:40

    [...] gegeben wurden, die zum Teil von Rüttgers auch so umgesetzt wurden. Das Ganze wurde nun im Wir in NRW Blog [...]

  • 7 Werner Maischner // Mrz 3, 2010 at 13:17

    Hallo,

    ich finde es unsäglich wie hier vorgegangen wird! Schlüsselangaben und Quellen fehlen. Halbwahrheiten werden verbreitet. So muss ich auf Twitter lesen. Auch Ruhrbarone würden des Datenklaus beschuldigt so wie dieser Blog hier. Ich habe es in keinem Presseartikel gelesen. Hier wird doch versucht die Blogger aufzuhetzen. Das kann kein ordentlicher Journalismus sein! Überhaupt wer redaktionellen fundierten Journalismus treiben will, muss sich nicht hinter Psyeudonymen verstecken! Aber vermutlich wird dieser Kommentar nicht mal freigegeben!

    Viele Grüße Werner Maischner

  • 8 Kaspar Hauser // Mrz 3, 2010 at 13:30

    Lesen doch mal das Handelsblatt: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kaeuflichkeits-vorwurf-ruettgers-tritt-flucht-nach-vorn-an;2539396;0 , da finden sie den gestrigen Vorgang ganz ausführlich beschrieben. Die Quelle zum Berger-Artikel steht komplett unter Dokumente, das finden Sie sonst in keiner Zeitung. Besseren Journalismus finden Sie derzeit nicht, kein Wunder dass die CDU derart reagiert!

  • 9 RatHead // Mrz 3, 2010 at 15:10

    Rüttgers, Koch und wie sie alle heißen sind doch nur die Spitze des Eisberges. Die plündern unsere Republik und keiner tut etwas dagegen.

  • 10 Novaesia // Mrz 3, 2010 at 15:26

    @ NRW Bürger

    Sie sollten sich einmal mit dem Wallraff-Bild-Urteil des Bundesverfassungsgerichts auseinandersetzen, da können Sie lernen, dass die Herren vom hiesigen Blog keinesfalls kriminell handeln, sonder eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft erfüllen.

    http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv066116.html

    Ich kann da nur sagen:

    Der größte Depp im ganzen Land ist und bleibt der Ignorant!

  • 11 Miet-Rüttgers und die kritischen Blogs | SPD-Blog Baden-Württemberg // Mrz 3, 2010 at 16:21

    [...] wird Pannen-Wüst abserviert. Investigativ-kritische Blogs bleiben am Ball und berichten über die diversen Affären. Und nun schickt Mutti Merkel einen Aufpasser aus dem Konrad-Adenauer-Haus in die Düsseldorfer [...]

  • 12 Verwundert // Mrz 3, 2010 at 16:59

    Aber das ist doch alles keine Erfindung von Herrn Berger. Genauso haben die SPD-Strategen in den letzten Jahren Johannes Rau inszeniert und auch bei Clement gab es immer organisierte Bemühungen, ihn nicht so technokratisch wirken zu lassen. Wer damals dabei war, weiß das. Die Stabsstellen wie Landespresseamt etc. werden doch nicht umsonst nach jeder Wahl neu formiert.

  • 13 Das Spiel des CDU-NRW-Generalsekretärs Andreas Krautscheid // Mrz 3, 2010 at 17:58

    [...] etwas gehört beleuchtet. Unverblümt zitiert Wir-in-NRW eine E-Mail mit halb-privatem Inhalt. Es geht um eine Essensverabredung, die Rechtschreibfehler werden übernommen. Muss man dies so [...]

  • 14 Kand.in.Sky // Mrz 3, 2010 at 19:39

    Wie, Jürgen Rüttgers (Kinder/Inder) ist eine Luftpumpe? Der der schon 1998 dafür plädiert hat auch Rentner oder Nachtarbeitzuschläge zu besteuern? Der Rüttgers dessen Partei für den gläsernen Bürger aber gegen gläserne Steuerparasiten (”Politker”) ist?

    Wow! Interessanter Beitrag! Tolle Theorien! Und super Rechersche! Echt jetzt, wa!

    Und morgen erfahren wir wo die Sonne aufgeht…

    #k.

  • 15 đª]V[ªX » Wer andern in die Karten schaut… // Mrz 3, 2010 at 21:08

    [...] überwachen, onlinedurchsuchen und generalverdächtigen. Einerseits. Wenn andererseits ein paar Interna der CDU ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden, ist das Geschrei groß. Unter dem Titel "Unsere [...]

  • 16 NRW-Wette: Tritt Miet-Rüttgers vor der Wahl zurück? « Rot steht uns gut // Mrz 4, 2010 at 14:11

    [...] Christian Soeder Einen Kommentar hinterlassen Kommentare lesen Die CDU-NRW kommt nicht zur Ruhe: Miet-Rüttgers, Wüst-Rücktritt und General-Wechsel, Griechenland-Schelte, Blog-Affäre, Brüll-Berger, ach, man [...]

  • 17 Thilo Specht // Mrz 4, 2010 at 21:27

    Jeder Top Manager hat auch einen PR Manager der genau das tut, was sie oben beschreiben. Sie inszenieren Geschichten. Das nennt man Storytelling.

    Also wo ist genau das Problem? Denken Sie, dass ist nun eine große Story? Nein, es ist NORMAL. So funktioniert PR und Politik.

    Die Frage die wir uns stellen MÜSSEN ist:
    Hat Rüttgers seine Arbeit (Arbeitsmarktpolitik, Medienpolitik, Soziale Verantwortung) gut gemacht, oder nicht?

  • 18 Kompliment // Mrz 5, 2010 at 12:54

    Ich finde es bemerkenswert und ehrlich toll, dass Sie hier den Job machen, den eigentlich die Regionalzeitungen zu tun hätten. Chapeau! Und bitte weiter so.

  • 19 Links zur Sponsoring-Affaire – Gesetzesreform gefordert « Unabhängiges Fachschaften-Forum // Mrz 5, 2010 at 14:08

    [...] Nach dem Erfolg brauchte er eine Woche, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Ganze sieben Tage. Am achten setzte sich der schneidige junge Mann an den Computer und formulierte, was zu tun sei. Boris Bergers Schützling Jürgen Rüttgers hatte am 22. Mai 2005 die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewonnen, mit 44,8 Prozent ein grandioses Ergebnis für die CDU eingefahren, die SPD nach unendlichen 39 Jahren an Rhein und Ruhr aus der Regierung vertrieben und in der Republik einen politischen Erdrutsch ausgelöst. Kanzler Gerhard Schröder am Ende, die SPD am Boden, Neuwahlen im Herbst! An diesem 29. Mai 2005, einem Sonntag, schrieb ein gehöriges Stückchen Stolz mit, und ein großes Maß Selbstbewusstsein. Das gesamte letzte Jahr, besonders die letzten Monate, hatte Berger im CDU-Wahlkampfteam alles gegeben für seinen Kandidaten – für Jürgen Rüttgers. Link! [...]

  • 20 So nicht! // Mrz 6, 2010 at 21:49

    Ohne ein Freund der CDU oder der Politik zu sein , halte ich Ihren Artikel nicht für guten Journalismus sondern für Populismus , unsachliche Meinungsmache und Effekthascherei , so wie sie leider in verschiedenen Medien mittlerweile verbreitet ist .Was wollen Sie anprangern? Dass die CDU ein Strategiepapier entwickelt hat , so wie es jede Partei oder Firma tut , die Wähler bzw. Kunden gewinnen und halten will! Oder wollen Sie mit Ihren genüsslichen , oberlehrerhaften Hinweisen auf Rechtschreibfehler , in einer vielleicht schnell geschriebenen Mail, den Leser von der Unfähigkeitkeit Herrn Berger`s überzeugen? Sie wollen auch nur etwas “verkaufen” und bedienen sich dabei einer durch eine menschliche Niedertracht gewonnenen Information . Bravo, zeugt es doch von einer in deutschen Landen liebgewonnenen
    Angewohnheit, mit Unterstellungen und Anschuldigungen zu arbeiten . In dieser Hinsicht leben Politik und Journalismus gut voneinander und niemand von Ihnen macht sich ernsthaft Gedanken über die Auswirkungen in der Bevölkerung .

  • 21 Sven // Mrz 16, 2010 at 11:47

    Es ist ziemlich armselig, einen normalen Vorgang so aufzubauschen und dabei permanent auf angeblichen Rechtschreibschwächen von Herrn Dr. Berger rumzureiten. Glauben Sie ernsthaft, solche Papiere hätte es bei Rau, Clement, Steinbrück, Schröder, Fischer, Gysi, nicht gegeben und wird es – wenn sie gewinnt – bei Kraft nicht geben? Und wie sind Sie überhaupt an das Papier gekommen, von welchen dunklen Kanälen haben Sie profitiert? Wenn man Ihren Blog und speziell diesen Artikel betrachtet, verstehe ich Herrn Dr. Bergers Kommentar zur LPK bzw. zumindest zu einem Teil der Vertreter…. Aber wer einen Journalisten mal kritisch beäugt, wird natürlich sofort gestraft. DAS ist mal objektiver und kritischer Journalismus….

  • 22 Stefanie // Apr 2, 2010 at 13:36

    “Genau eine Woche nach seiner Wahl schreibt der damals 32-Jährige Polit-Novize Berger dem 53-Jährigen erfahrenen Bundes- und Landespolitiker auf, was er zu tun habe, um ein erfolgreicher Ministerpräsident zu sein. ”

    Nunja, in der Welt http://www.welt.de/politik/nrw-wahl/article7020217/Die-Machtzentrale-von-Juergen-Ruettgers-hat-ein-Leck.html steht, dass dieser angebliche Novize Berger, “Derselbe Ministerialrat, der Steinbrück in Szene setzen wollte, durfte später auch das Papier für Rüttgers schreiben. ”

    Zuvor stellt die Welt zutreffend fest, “Die SPD nennt Rüttgers seitdem gern einen „Sozialschauspieler“. Freilich sind solche Regieanweisungen in der Politik längst üblich. Immerhin muss Regierungshandeln geplant werden. Selbst Rüttgers’ Vorgänger Steinbrück (siehe das Dokument aus dem angeblich geöffneten Tresor) stützte sich auf solche Vorgaben. Es gab sogar eine Gemeinsamkeit: Derselbe Ministerialrat, der Steinbrück in Szene setzen wollte, durfte später auch das Papier für Rüttgers schreiben. ”

    Ich verstehe die Aufregung ehrlich gesagt auch nicht. Gerade langjährige Journalisten müssten doch wissen, dass alle Spitzenpolitiker sich beraten lassen, wie sie überkommen sollen, wie sie sich verkaufen sollen etc.. Das machen doch alle. Warum hier die Aufregung bei Rüttgers?

  • 23 Dirk Winthuis // Apr 16, 2010 at 14:05

    Aus der Sicht eines einfachen Bürgers läuft ein kleiner Schauer über den Rücken, wenn man denkt, dass vielleicht ein Spitzenpolitiker nicht nach eigener Meinung auftritt, sondern bei seinem Handeln nach einem Drehbuch funktioniert.

    Das wäre sehr schade, weil es die Inhaber höchster öffentlicher Ämter in die Nähe von Schauspielern rückt. Wenn sich Politiker so selbst kastrieren, dann darf man sich nicht wundern, dass Bürger sie immer hämischer und respektloser behandeln, was ich im Prinzip sehr bedauere.

    Als Schwerstabhängige der Droge “Macht” zwingen sie sich selbst jedweden Preis in der Währung “Selbstverleugnung” zu bezahlen, um sich im Abwärtsstrudel der allseits schwindende Gunst der Wahlberechtigten nach Möglichkeit zu behaupten.

    Alle schreien nach Werten. Werte verkörpern nur glaubwürdige Autoritäten. Autorität erwirbt aber die Person und nicht das Amt. Persönlichkeiten im besten Sinne des Wortes meiden heute die (Partei-)Politik, zumindest vermeiden sie Berufspolitiker zu werden. Es gibt nur zwei Wege an die politische Spitze: Mit dem Messer zwischen den Zähnen im Handstreich oder oder der Weg an die Spitze führt durch so viele Schließmuskel, dass man nachher sich im Spiegel nicht mehr wiedererkennt. Wahrscheinlich hilft eine Mischung aus beidem: Mit dem Messer zwischen den Zähnen durch so viele Schließmuskel wie nötig.

    Persönlichkeiten wollen gestalten. Fraglich ist, was angesichts leerer Kassen und EU-Vorgaben überhaupt noch autonom in NRW gestaltet werden kann. Demnach sind wohl Landespolitiker jedweder Couleur gezwungen, sich von der Gestaltung auf die Schauspielerei auf der kleinen Bühne über dem bürokratischen Maschinenraum zu verlegen. Schade.

    Wenn das so ist, dann benötigt man wohl einen “Regisseur” oder “Dramaturgen” wie den Herrn Dr. Berger und zwar bei jeder Partei. Schade!

  • 24 Oliver Kup // Apr 30, 2010 at 21:57

    Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, was an dieser “Enthüllung” so ausführlich erwähnenswert ist. So gut wie jede Person, die ein einigermaßen wichtiges öffentliches Amt, egal ob Politik oder Wirtschaft, bekleidet, hat PR-Leute und Berater für sich im Einsatz.

  • 25     DEMOKRATISCH - LINKS » Blog Archiv » * Die Macht der Blogger // Mai 6, 2010 at 15:07

    [...] Personaleinsparungen buchstäblich abhanden gekommen ist.  So ist es kein Zufall, wenn der Blog “WIR IN NRW” berichtet: “Exklusiv”  Bergers Strategiepapier entlarvt. Wie Jürgen Rüttgers inszeniert [...]

  • 26 Willibald // Mai 10, 2010 at 08:59

    Guter, investigativer Journalismus. Sehr aufschlußreich. Es wird Zeit, dass diese Person aus dem politischen Alltag verschwindet. Wäre zumindest kein Verlust.

  • 27 Heinrich // Mai 12, 2010 at 14:47

    Was ist denn an dieser Schilderung aufschlußreich? Nichts! Glaubt jemand, Kraft oder Gabriel würden nicht jede Handlung vorher überlegen und darstellerisch durchdenken? Also eigentlich ein langweiliger Journalismus, der sich hier aufspielt.

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