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Emails belegen: Politik-Professor Korte ist verankert im Sponsoring-Geflecht der CDU

14. April 2010 · von Theobald Tiger

Wie unabhängig ist ZDF-Wahlkommentator Karl-Rudolf Korte? Foto: ZDF

Wie unabhängig ist ZDF-Wahlkommentator Karl-Rudolf Korte? Foto: ZDF

Professor Karl-Rudolf Korte ist medientauglich. Der Duisburger Politikwissenschaftler schreibt monatliche Kolumnen in seiner Heimatzeitung WAZ oder Fachbeiträge im Monatsmagazin Cicero, kommentiert politische Ereignisse bei seinem Haussender WDR und tritt als großer Wahlerklärer beim ZDF auf. Wortgewandt und mit Sachverstand. Doch die Unabhängigkeit des Forschers und Leiters der NRW School of Governance gerät mächtig ins Wanken. Ein „Wir-in-NRW“ vorliegender Email-Verkehr zwischen Korte und CDU-Wahlkämpfer und Ex-Staatskanzlist Boris Berger, dem engsten Vertrauten von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, legt den Eindruck nahe, dass der Politik-Versteher mindestens seit fünf Jahren fest im Lager der CDU verankert ist. Und dass der Düsseldorfer Regierungsapparat Kortes wohlwollende Analysen und Kommentierungen finanziell begleitet hat. Korte selbst schlug im Frühsommer 2005 der Staatskanzlei ein Sponsoring-System für Unternehmen vor, um wissenschaftliche Forschung in der Nähe des neuen Ministerpräsidenten zu finanzieren. „Insofern brauchen wir keine Übergangslösung mit Fraktionsgeldern,” schrieb der angesehene Wissenschaftler an den Polit-Manager Berger. CDU-Fraktionsgelder? Das dürfte Fragen aufwerfen. Wie unabhängig ist Korte? Unabhängig genug für das ZDF?

Die Nähe wurde erst spät öffentlich. Als „persönlicher Gast des Ministerpräsidenten“ begleitete er Rüttgers auf Auslandsreisen in die USA oder nach China und kommentierte dabei die Auftritte des Regierungschefs meist sehr wohlwollend. In diesen Tagen, kurz vor der Entscheidung, springt der Dr. Dr. Politik-Professor gern dem über dem Abgrund trudelnden Amtierenden bei. „Der Amtsbonus von Rüttgers kann bis zum Wahltag tragen, weil gerade in Krisenzeiten sicherheitskonservativ gewählt wird.“ Kortes öffentliche Meinung wird offensichtlich gebraucht. Er argumentiert ganz nah an der Seite seines Finanziers. Ein riskanter Kurs des vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen als unabhängigen Geist präsentierten Fachmanns. Seine Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.

Zuletzt sorgte Korte für Aufsehen, als er unverblümt in einem großen Interview mit Rüttgers Hausgazette WAZ die Medien-Enthüllungen über die skandalöse Sponsoring-Politik der NRW-CDU im Parteisprech als „Schmutzkampagne“ geißelte. „Die Herrschaft des Gerüchts“ begleite diesen Wahlkampf und er empfahl den „verantwortungsbewussten Tageszeitungen solchen Dingen nicht nachzugehen, sondern nach Inhalten zu fragen.“ Was Korte als Gerücht abtun wollte, sind harte Fakten. Er kann heute mal wieder welche einsehen, unter der Rubrik Dokumente in diesem Blog „Wir-in-NRW“.

Es war jener Sonntag, an dem Boris Berger das vierseitige Strategiepapier zur Inszenierung der Regierungszeit von Jürgen Rüttgers formulierte, das ebenfalls von „Wir-in-NRW“ veröffentlicht wurde – nicht als Gerücht, sondern als Dokument. Am 29. Mai 2005, eine Woche nach dem überwältigenden Wahlsieg von Jürgen Rüttgers, setzte sich Korte morgens an den Computer und schrieb  eine entlarvende Mail, die er um 11.07 Uhr an Berger, Dr. Boris abschickte. „Lieber Herr Berger, leider kam es zu keinem Telefonat letzte Woche. Gibt es Neuigkeiten bei Ihnen?“ heißt es sehr vertraut in der Einleitung. Ist Korte so nah dran, dass er damit rechnete, in der ersten Woche nach dem politischen Umsturz in Nordrhein-Westfalen gleich am Hofe der neuen Machthaber vorgelassen zu werden?

Email-Verkehr mit Berger: Korte entwickelt ein Firmen-Sponsoring für die wissenschaftliche Begleitung des Ministerpräsidenten Rüttgers.

Email-Verkehr mit Berger: Korte entwickelt ein Firmen-Sponsoring für die wissenschaftliche Begleitung des Ministerpräsidenten Rüttgers.

Dann kam Korte flugs zur Sache, die offensichtlich schon seit längerem vorbesprochen war. Sein Mitarbeiter Martin Florack hätte ein großes Interesse, „seine Dissertation über die Startphasen der MPs anzufertigen.“ Da er ohnehin bis September an den Lehrstuhl gebunden sei, so Korte, „benötigen wir keine Übergangslösung mit möglichen Fraktionsgeldern.“ Ein solches Finanzierungsmodell denkt sich auch ein Korte nicht allein aus. Das hört sich an, wie geplant. Sollte die CDU-Fraktion etwa dafür bezahlen, dass Rüttgers als neuer MP von Beginn an wissenschaftlich begleitet wurde?

Aber das Modell kam nicht zum Tragen. Korte hatte sich ein Sponsoringmodell ausgedacht. Man könnte glauben, der Politik-Professor sei Vordenker des CDU-Sponsorings, das Rüttgers in den Affären-Strudel riss. Es lohnt sich, diese Passage Kortes komplett zu zitieren.

„Ab 1. Oktober sollte dann eine BAT IIa Finanzierung greifen, die auch über die Uni abgewickelt werden sollte. Das Unternehmen/der Sponsor sollte eine zweckgebundene Spende an die Uni adressieren oder noch besser: wir reichen beim Unternehmen einen entsprechenden Projektantrag ein. Im Hinblick auf die wissenschaftliche Wirkung ist so eine Konstruktion optimal. Ich schlage deshalb vor, dass sich Herr Rüttgers und Herr Florack einig werden. Was halten Sie von dem Vorschlag? Schöne Grüße Korte.“

Tiefes Durchatmen wäre eigentlich angesagt. Doch nicht bei Berger. Schon 13 Minuten später antwortete er auf die Mail mit dem Betreff „Begleitstudie“. „Das hört sich ja gut an,“ so der Rüttgers-Vertraute. „Vor allem die Tatsache, dass wir bis Oktober keine Übergangslösung brauchen – wenngleich wir da über die Fraktion auch eine Lösung gefunden hätten.“ Das Manöver riecht nach Tricksen, Täuschen, Tarnen. Denn anders hätte der Korte-Mann nicht bezahlt werden können. Die Mittel der Fraktionen im Landtag sind zweckgebunden und der Landesrechnungshof schaut genau hin, wofür das Steuergeld ausgegeben wird. Jedenfalls sind Regierungsjobs damit nicht zu finanzieren.

Berger schrieb dann noch, es sei dann jetzt die Aufgabe, „einen Sponsor zu finden“, der das Projekt fördere. Doch es kam dann alles anders. Martin Florack zog in die Staatskanzlei ein, bekam Zugang zu vielen Regierungsdokumenten, nahm an vertraulichen Sitzungen teil, war immer nah an Rüttgers dran. Und wurde vom Staatsapparat bezahlt, per Werkvertrag: 50 000 Euro erhielt er für seine Studien, die in einem 436-Seiten-Papier mit der Aussage mündeten, Rüttgers sei der neue Rau. Was für eine Erkenntnis! Das war von Beginn an das Regierungsgprogramm von CDU-Rüttgers. Die Dissertation scheint noch nicht geschrieben. Im Institut wird das Projekt  fünf Jahre nach dem Start als Studie unter dem Arbeitstitel “Regieren lernen” in der Transition – Zur Regierungsorganisation von Landesregierungen in der Startphase geführt. Ein Veröffentlichungstermin ist bisher nicht vorgesehen.

Im Gegenzug durfte Boris Berger umgehend als honorierter Gastdozent an Kortes School antreten. Natürlich hatte das eine mit dem anderen nichts zu tun, erklärte der damalige Minister in der Staatskanzlei, Michael Breuer (CDU), in einer Plenardebatte am 15. November 2006 im Landtag. Auch wenn Berger, wie man jetzt sieht, die Einstellung des Korte-Mitarbeiters eingefädelt hatte und später als Abteilungsleiter III in der Staatskanzlei die Verantwortung für den Werkvertrag hatte. Das riecht nach Gegengeschäft.

Korte konnte sich auf seine Beziehungen zu Rüttgers und Berger verlassen, wenn er Geld brauchte. Ende 2007, als die Landesbank WestLB mächtig ins Schlingern geriet, war aber noch genügend Geld für den freundlichen Professor aus Duisburg vorhanden. Die politische Bitte Kortes Institut zu unterstützen, heißt es in informierten Kreisen der Landesbank, habe man damals nicht ablehnen können. Schließlich habe man die Rückendeckung der Politik gebraucht. Und so finanziert die „WestLB-Stiftung Zukunft NRW“ sieben Jahre lang eine 2008 beginnende Juniorprofessur an Kortes Institut.

Die Stiftung Mercator, in der Raus ehemaliger Büroleiter Rüdiger Frohn die Strippen zieht und der nun auch im Rüttgers-Lager angedockt hat, finanziert in diesem Jahr den Gastdozenten Stefan Aust. Wie überhaupt fast der gesamte Rüttgers-Freundeskreis für Korte tief in die Tasche greift. Jürgen Großmann ist dabei, der Stahlbaron mit seiner Georgsmarienhütte Holding, genauso wie die WAZ und Bodo Hombach. Aber das war auch nicht anders zu erwarten.

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46 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Ansgar // Apr 14, 2010 at 10:36

    Na also, dann sind wir doch mal gespannt, welche Medien jetzt darüber berichten!
    Welche Zeitungen, welche Sender und welche Konsequenzen wer auch immer zieht. Oder werden erst wieder Scanner gefilzt ?

  • 2 emden09 // Apr 14, 2010 at 11:20

    Schön ist, dass Korte/Berger bei der Gelegenheit die m.E. windigen “Forschungs” ergebnisse von Herrn Florack (http://www.uni-due.de/politik/florack.php) auch gleich noch mit in den Abgrund reißen und als bezahlte Auftragsarbeiten der NRW-CDU-Fraktion entlarven. Erinnert mich sehr daran, wie Kohl zu seinem ersten Doktortitel gekommen ist… So eine Karriere endet dann eines Tages mit einem Bundestagsuntersuchungsausschuss im Sumpf der bezahlten Macht.

  • 3 David // Apr 14, 2010 at 11:23

    Was ist denn so schlimm an diesem Vorgang? So funktioniert doch die Demokratie in der Deutschland GmbH.
    Es werden keine MM über den Sachverhalt berichten, da liegt Ansgar schon ganz richtig….

  • 4 Stefan // Apr 14, 2010 at 11:48

    Und wo lesen wir das morgen Früh mit Sicherheit nicht? Richtig, in der WAZ..

    Erstaunlich, was für ein korrumpierter Apperat hinter der Landesregierung, der WAZ und den Mittelstands-Unternehmen der Region sitzt. Bitte weiter berichten!

  • 5 Klaus // Apr 14, 2010 at 12:08

    Das hätte ich jetzt nicht gedacht, da ich Herrn Korte immer für einen sympathischen und unabhängigen Menschen gehalten habe, schade.

  • 6 Jens // Apr 14, 2010 at 12:18

    Heftiger Artikel !!!

    “50 000 Euro erhielt er für seine Studien, die in einem 436-Seiten-Papier mit der Aussage mündeten, Rüttgers sei der neue Rau.”

    Sind 50.000 Euro für so einen Werkvertrag üblich ?

    Ich fass es nicht !!!

  • 7 WerHatNochNichtWerWillNochmal // Apr 14, 2010 at 13:34

    Da die “Hertie”-Schools of Governance und andere fragwürdigen Stiftungsgewächse in den letzten Jahrzehnten wie die Pilze aus dem Boden gesprossen sind, wird diese Art (Un-)Wissenschaft leider immer üblicher. Das Problem beginnt doch schon bei der Ausschreibung von Professorenstellen und in der Folge der Einstellung von Assistenten, etc. Die Einstellungspolitik stellt den ersten wichtigen Filter im Sinne der Auftraggeber dar. Man kann doch von gesponserter Forschung nicht erwarten, dass sie unabhängig ist. Man sollte alle Stiftungen, die sich nicht gerade mit der Bekämpfung von Aids in der dritten Welt befassen, insbesondere diejenigen, die in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Politikberatung tätig sind, unter dieser Brille sehen. Das gilt auch für einzelne Stiftungslehrstühle an öffentlich-rechtlichen Universitäten. Das ist eine Seuche, die von den sogenannten Sponsoren gegen die Prinzipien von Aufklärung und Rationalität in die Welt gesetzt wurde. Wenn man das Problem an der Wurzel anpacken will, dann dort.

  • 8 Rüdiger Frohn // Apr 14, 2010 at 13:57

    Ein Blog, der sich dem kritischem Journalismus verpflichtet, sollte eine Tatsachenbehauptung doch sorgfältig recherchieren.Ein Anruf hätte genügt und sie hätten erfahren, daß ich weder in dem “Rüttgers-Lager ” noch in irgendeinem anderen Lager “angedockt ” habe . Meine Loyalität gehört den Aufgaben, die ich wahrnehme, unter anderem in der Johannes Rau
    Stiftung und in der Stiftung Mercator.

  • 9 Tweets die Emails belegen: Politik-Professor Korte ist verankert im Sponsoring-Geflecht der CDU erwähnt -- Topsy.com // Apr 14, 2010 at 14:10

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von piercyha, piercyha, GrmpyOldMan, Andreas Helsper, Andreas Helsper und anderen erwähnt. Andreas Helsper sagte: RT @wir_in_nrw_blog: Emails belegen: Politik-Professor Korte ist verankert im Sponsoring-Geflecht der CDU http://tinyurl.com/y6tj9wf #Rüttgers #CDU #LTW10 [...]

  • 10 dr.friedrich schreyer // Apr 14, 2010 at 14:45

    Das habe ich schon seit Ewigkeiten vermutet. Manchmal hat man den Eindruck, als gäbe es nur einen Politikprofessor in Deutschland. Korte gibt sogar subtile, scheinbar positive Empfehlungen für die SPD – ein wirklich echt gefährlicher Typ.Inzwischen wird auch Gerd Langguth vom WDR5 und Dradio als scheinbar neutraler Mensch zu Talksendungen eingeladen. Es wird dort noch nicht einmal gesagt, wer eigentlich dieser Professor ist, seine Vita , seine Abhängigkeiten…

  • 11 Homo Politicus // Apr 14, 2010 at 16:45

    Es verwundert mich eigentlich nicht so sehr – wer den wissenschaftlichen Betrieb etwas von innen kennt weiß, dass Vitamin B oberste Pflicht ist und man sich auch in geisteswissenschaftlichen Fächern gerne daran orientiert, woher der politische Wind derzeit weht (gleich ob CDU oder SPD, obwohl hauptsächlich die Orientierung zur CDU erfolgt). Unsere neue Familienministerin Schröder hat ja auch ihre Diss nicht selbst, sondern in nicht geringen Teilen in Kooperation von CDU und Lehrstuhl der Uni Mainz verfasst (Prof. Falter). Allerdings hat das bei Korte schon eine andere Qualität, denn da wird ja geradezu eine Begünstigung und Anbiederung vollzogen. Das schadet nicht nur dem Fach der Politikwissenschaft (die leider nicht immer unpolitisch und deskriptiv arbeitet), sondern auch und gerade der politischen Kultur, vom Objektivitätsanspruch ganz zu schweigen. Pfui…

  • 12 Jonas Johnsen // Apr 14, 2010 at 17:00

    Passend dazu:

    http://www.ruhrbarone.de/polit-prof-aus-duisburg-diffamiert-enthullungen-von-blogs-geruchte/

    Polit-Prof aus Duisburg diffamiert Enthüllungen von Blogs als Gerüchte

  • 13 Politologiestundent // Apr 14, 2010 at 20:17

    Der Parteienforscher Prof. Franz Walter ist sogar Mitglied der SPD und urteilt trotzdem in den Medien und seinen Büchern sehr kritisch und differenziert über die Partei. Auch Prof. Korte hat schon mehrfach bewiesen, dass er der CDU nicht nach dem Mund redet – im Gegenteil.
    Dass Prof. Korte einen seiner Mitarbeiter in die Regierungszentrale “eingeschleust” hat, ist jedoch in der Tat pikant.

  • 14 Jusos sind empört über die Machenschaften der Landes-CDU | Jusos Neuss // Apr 14, 2010 at 22:21

    [...] Mit Empörung haben die Jusos Neuss die Berichterstattung des Blog „Wir in NRW“ zur Kenntnis genommen, dass der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte und seine NRW School of Governance Gelder aus der Staatskanzlei und der CDU erhalten hat. (Quelle: http://www.wir-in-nrw-blog.de/2010/04/emails-belegen-politik-professor-korte-ist-verankert-im-sponso…) [...]

  • 15 zoom » Umleitung: PFT, Jazz, schwul und saubere Landschaft, Professor Korte, Regina van Dinther und katholische Kultur in der Heimatzeitung  « // Apr 14, 2010 at 22:32

    [...] Meinungsmache: Professor Korte im Geflecht der CDU … WirInNRW [...]

  • 16 Rumpelstilzchen // Apr 14, 2010 at 22:43

    Die Nähe Kortes zu Rüttergs war mir bekannt. Ich finde es prinzipiell nicht verwerflich, wenn Professoren als Nebentätigkeit Politiker oder Wirtschaftsunternehmen o.ä. beraten. An Lehrstühlen ist eben einfach viel Sachverstand.

    Der Vorgang rund um die Promotion ist allerdings schon brisant.

    In Natur- und Ingenieurwissenschaften ist die sogenannte “Auftragsforschung” durchaus üblich; d.h. Wissenschaftler entwickeln im Auftrag von Unternehmen Produkte. Das Ergebnis der Arbeit wird dann ggf. als Dissertation eingereicht. Ähnlich ist es wohl hier. Im Auftrag des MP wird ein positives Bild (Produkt) als wissenschaftlich fundiert der Öffentlichkeit präsentiert. Um sich ein genaueres Bild zu machen, sollte man allerdings Einblicke in die Studie und die Methoden zur Erkenntnisgewinnung nehmen.

    Ob bei deser Arbeit die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis eingehalten worden sind, bleibt eine Frage für die Juristen.

  • 17 Ecco // Apr 14, 2010 at 23:40

    Neue Facetten des Systems Rüttgers? Interessant finde ich dabei, wie flexibel Geldern verplant werden: Sponsoren der Wirtschaft, öffentliche Gelder, Fraktionsgelder und dann doch Staatskanzlei (sind das nicht auch Steuergelder). Und der Nachwuchswissenschaftler (eben noch Student) kriegt dann BAT IIa?????

    Geht alles, wenn der Arbeiterführer das für seinen “Propagandachef (?) will. Und der kann einfach alles, was er braucht, bei Rüttgers Wahlkampf- und Parteimanagern bestellen.

    Da wundert sich der Bürger, der morgens durch die tiefen Winterschlaglöcher seine Kinder zur abrissreifen Schule fährt (dort haben die Eltern eigenhändig im letzten Jahr Farbe gekauft und Klassenräume gestrichen).

    Was mutet man uns noch alles zu?

  • 18 Links anne Ruhr/Links zur Wahl (15.04.2010) » Pottblog // Apr 15, 2010 at 06:49

    [...] Emails belegen: Politik-Professor Korte ist verankert im Sponsoring-Geflecht der CDU (Wir in NRW) – Der oft in Wahlsendungen (Phoenix, WDR, ZDF) aufretende und z.B. für die WAZ schreibende Politikprofessor Korte soll mit der CDU enger verbandelt sein, als es sich unter Umständen für einen neutralen Beobachter gehört. [...]

  • 19 die wilde dreizehn // Apr 15, 2010 at 10:52

    Bezeichnend ist das nach meiner Übersicht keine Zeitung die Story aufgegriffen hat. Dies belegt mal wieder deutlich, wie es um unsere Medienlandschaft bestellt ist. Kritik an der Opposition ja immer, Kritik an der Regierung und ihre Machenschaften: Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt. Zum Kotzen.

  • 20 Rechercheur // Apr 15, 2010 at 12:11

    Die Story würd ich gern in meiner NRZ lesen. Mal sehen, ob Chefredakteur Rüdiger Oppers so viel Scheid hat, selbst zu recherchieren. In der WAZ wird man derlei nicht finden. Da ist heute von einem drohenden Schulkampf die Rede. Was für ein Blödsinn. Da wird dem Wahlvolk wieder ein Thema hingeworfen, um von Rüttgers Peinlichkeiten – sind es eigentlich schon Straftaten? – abzulenken.

  • 21 Porto // Apr 15, 2010 at 12:32

    Ohne Zweifel sind die angeführten Finanzierungsmethoden problematisch, gerade ob ihrer Intransparenz. Dies mit schlechter Forschung gleich zu setzen, ist jedoch unangemessen. Sicherlich hat die wissenschaftliche Analyse des Rüttger’schen Politikstil weitere Erkenntnisse zu Tage gebracht, als hier aufgeführt. Gemeinhin wird ja eher beklagt, dass Politikwissenschaftler nur realitätsferne Elfenbeinturmwissenschaft betreiben. Wagt ein Politikwissenschaftler sich ins „Feld“ zu begeben und sucht dementsprechend die Politiknähe ist dies eher begrüßenswert und nur dann problematisch wenn dies nicht adäquat methodisch reflektiert wird. Daher: Die Kritik an der Forschungsfinanzierung mag berechtigt sein, die Kritik an der daraus resultierenden Forschungsleistung nicht.

  • 22 Walpurga // Apr 15, 2010 at 12:49

    Angesichts der Hochschulfinanzierung in diesem Land ist es doch nicht verwunderlich, dass ein Institut nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten sucht. Gerade in den Nicht-MINT-Fächern ist Forschung und qualitativ hochwertige Lehre anders nicht möglich! Trotzdem bleibt ein Geschmäckle. Vielleicht sollte man einfach mal die angesprochene Studie veröffentlichen, um zu zeigen, wofür gezahlt wurde. Wird ja keine Anleitung für Rüttgers gewesen sein, wie er lebenslänglich MP bleibt…

  • 23 Hannes // Apr 15, 2010 at 15:49

    @rechercheur:
    “Da ist heute von einem drohenden Schulkampf die Rede” – der Artikel ist eher peinlich. Da soll auf Krampf etwas herbeigeschrieben werden. Man merkt die Absicht und ist verstimmt :-(
    Der Link zum Artikel http://tinyurl.com/y7x9pt8

  • 24 Siegburger // Apr 15, 2010 at 15:57

    Wenn wundert das denn noch?? Prof. Korte hat sein Fähnlein doch schon immer nach dem Wind ausgerichtet, oder besser gesagt, in die Richtung, in der es etwas zu holen gab. Das war bei Kohl so, das war bei Clement so und das ist halt jetzt auch wieder so.

    Der eigentliche Skandal dahinter ist aber ein ganz anderer, nämlich die Umwidmung von öffentlichen Geldern für Parteizwecke. Das ist wahrlich keine neue Erfindung. Die Versuche gab es schon immer. Hier aber ist aber eine neue Qualität aufgetreten.

    Der besagte Abteilungsleiter – wir erinnern uns: erst Hauptmann bei den Feldjägern, dann Wahlkampfmanager der CDU, der die Partei fast in den finanziellen Abgrund geführt hatte – wird Abteilungsleiter der politischen Abteilung in der Staatskanzlei und tut etwas, dass in der Bundesrepublik so noch nicht geschehen ist, weil Bund und Länder sich bisher nicht dem Vergleich mit dem Reichspropagandaministerium der Nazis aussetzen wollten: Er zieht die Referate Öffentlichkeitsarbeit und Protokoll in seine politische Abteilung. Er hat damit direkten Zugriff auf erhebliche Finanzmittel im Etat des Ministerpräsidenten und der bisher geführte kritische Dialog über die verfassungsmäßigen Grenzen der Arbeit von Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit wird im Keime erstickt.

    Und damit konnte es dann fleißig losgehen. Die Agenturen aus dem CDU-Wahlkampf erhielten zunächst einmal Freifahrtscheine. Offensichtlich mussten noch einige unbezahlte Rechnungen abgearbeitet werden. Sponsoren von Parteiveranstaltungen wurden plötzlich gern gesehene Gäste auf Veranstaltungen der Landesregierung, Veranstaltungen wurden überwiegend in`s Rüttgers-Land verlegt (rund um Pulheim und möglichst mit CDU-Bürgermeister), und wenn es ums eigene Wohl ging, wurde auch nicht gekleckert (Scampi-Boris, der Name war – Entschuldigung – ist Programm) und fleißig abgerechnet. Da konnte auch schon einmal eine Zigarre für den Gegenwert von einer Woche Harz 4 Regelsatz dabei sein.

    Wer das nicht kritiklos mitgetragen hat, der wurde umgehend kalt gestellt und abgeschoben. Ersatz war ja schon nahe. Ein Heer von jungen, unerfahrenen aber willigen Konrad-Adenauer-Stipendiaten stand ja schon bereit. Zunächst mit befristeten Arbeitsverträgen ausgestattet, mittlerweile aber schnell noch verbeamtet (übrigens nur wenige Tage, nachdem der Arbeiterführer einen massiven Stellenabbau im Land verkündet hat und ohne, dass die meisten überhaupt die Voraussetzungen hierfür erfüllen), haben die dann mit ihrer fehlenden Qualifikation und aber vor allem mit ihrem Auftreten den Rest der Belegschaft in Dauerfolter genommen.

    Also schön weiter nach dem Motto, „wir kaufen uns die Welt, wie sie uns gefällt“

  • 25 Volkmar // Apr 15, 2010 at 16:48

    Ein weiterer Grund am 9.Mai Rüttgers abzuwählen.

    :(

  • 26 ROLAND SCHMIDT // Apr 15, 2010 at 17:11

    Es fehlen einem die Worte. Der Filz ist ja unbegreiflich, schlimm ist nur das diese Figuren bei allen Sendern auch noch als Sachverständige permanent im Rundfunk und Fernsehen zu Wort kommen. Diese Talkshows sollte man als Dauerwerbesendung deklarieren und im Abspann oder bei den Untertiteln die wahren Finanziers benennen.

  • 27 Think Tank Directory » Blog Archive » Karl-Rudolf Korte in der Kritik // Apr 15, 2010 at 17:40

    [...] förderte der Blog wir-in-NRW.de darüber hinaus E-Mails zutage, die Korte in direkten Zusammenhang mit fragwürdigen Spendenmethoden stellen. Korte, so der Blog, [...]

  • 28 proundcontra // Apr 15, 2010 at 18:25

    Vielleicht haben die Verlags- und Funkhäuser ja anderes zu tun als über Korte zu berichten und müssen ihre Wahlerklärverträge mit dem Prof. und seine Atlaten studieren, ob sie die noch kündigen können oder den Wahlererklärer von Rüttgers Gnaden noch auf den Bildschirm und in die Politikseiten lassen müssen . Könnten spannende Gespräche werden nach 18.00 Uhr am 9.05.

  • 29 ZDF wünscht Sachaufklärung im Fall Prof. Dr. Dr. Karl-Rudolf Korte und die angebliche CDU-Verstrickung » Pottblog // Apr 15, 2010 at 19:24

    [...] ist aktuell bei Wir-in-NRW der Artikel Emails belegen: Politik-Professor Korte ist verankert im Sponsoring-Geflecht der CDU. Dort heißt es: Ein „Wir-in-NRW“ vorliegender Email-Verkehr zwischen Korte und [...]

  • 30 Das wissenschaftliche Waterloo des Duisburger Uni-Profs Karl-Rudolf Korte | Ruhrbarone // Apr 16, 2010 at 07:26

    [...] ein paar Tagen hat der Wir-in-NRW-Blog einen Email-Austausch zwischen dem Duisburger Politikwissenschaftler Duisburger [...]

  • 31 NachDenkSeiten – Die kritische Website » Hinweise des Tages // Apr 16, 2010 at 08:05

    [...] Emails belegen: Politik-Professor Korte ist verankert im Sponsoring-Geflecht der CDU Professor Karl-Rudolf Korte ist medientauglich. Der Duisburger Politikwissenschaftler schreibt monatliche Kolumnen in seiner Heimatzeitung WAZ oder Fachbeiträge im Monatsmagazin Cicero, kommentiert politische Ereignisse bei seinem Haussender WDR und tritt als großer Wahlerklärer beim ZDF auf. Doch die Unabhängigkeit des Forschers und Leiters der NRW School of Governance gerät mächtig ins Wanken. Ein „Wir-in-NRW“ vorliegender Email-Verkehr zwischen Korte und CDU-Wahlkämpfer und Ex-Staatskanzlist Boris Berger, dem engsten Vertrauten von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, legt den Eindruck nahe, dass der Politik-Versteher mindestens seit fünf Jahren fest im Lager der CDU verankert ist. Und dass der Düsseldorfer Regierungsapparat Kortes wohlwollende Analysen und Kommentierungen finanziell begleitet hat. Quelle: Wir in NRW-Blog [...]

  • 32 Mao aus Bochum // Apr 16, 2010 at 16:41

    Warum schaltet sich eigentlich der Asta der Uni Duisburg nicht ein? Vermutlich weil er von der CDU und den JuLis unterwandert ist und die Besseres zu tun haben – vermutlich debattieren sie gerade, welche Kaffee-Röstung sie in der Uni-Cafete ausschenken sollen…

  • 33 Mao aus Bochum // Apr 16, 2010 at 16:43

    Die Lösung ist da:
    http://www.asta-due.de

    Vermutlich ist das der Grund: Die sind gar nicht online präsent. na, dann kriegen die die Korte-Story ja auch gar nicht mit.

    Wirkliche Trendsetter diese Astas.

  • 34 Volkmar // Apr 16, 2010 at 21:56

    Eine Stellungsnahme vom ZDF wäre noch interessant, ob Korte für den 9.Mai noch tragbar ist ?

  • 35 Anti-Bertelsmann // Apr 17, 2010 at 14:27

    Karl Rudolf Korte kommt aus dem Medienmanipulations- und Politikbeeinflussungssumpf des Bertelsmann-Konzerns. Egal welche Parteien gerade an der Regierung sind – Bertelsmann regiert irgendwie immer mit. Korte ist ein Gewächs von Prof. Werner Weidenfeld, heute wohl einflussreichster Politikberater Deutschlands, ehemals deutsch-amerikanischer Koordinator unter Helmut Kohl (1987-1999) und seither im Sold von Bertelsmann (ein Unternehmenssponsoring für eine Politikerberatung). Weidenfeld fungierte als Mitglied des Vorstands (1992-2007) und des Kuratoriums (1990-2004) der Bertelsmann Stiftung und ist heute Direktor des überwiegend mit Drittmitteln von Bertelsmann finanzierten “Centrum für angewandte Politikforschung” (CAP) an der LMU München. Korte arbeitete schon seit den 80er Jahren mit Weidenfeld am Institut für Politikwissenschaft der Universität Mainz zusammen und war dann an der Gründung des CAP beteiligt, wo er von 1995 bis 2000 die Forschungsgruppe Deutschland leitete. Das CAP und Bertelsmann haben übrigens auch traditionell beste Beziehungen zum ZDF. Schon der damalige ZDF-Intendant Dieter Stolte verhinderte 1999 eine kritische Reportage zur NS-Vergangenheit von Bertelsmann bei 3Sat. Gleichzeitig war er Mitglied im Kuratorium der Bertelsmann Stiftung und in der Jury des Carl-Bertelsmann-Preises.
    Heute hat Bertelsmann mindestens zwei personelle Verbindungen ins ZDF: Peter Frey, Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, gehört gemeinsam mit Prof. Korte zu den “CAP-Fellows”, eine Ehrung, die “das jahrelange und tatkräftige Engagement dieser Persönlichkeiten im Rahmen der Projekte des C·A·P” auszeichnet. Klaus-Peter Siegloch, Leiter des ZDF Büros in New York, ist Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung.
    Und die Beziehungen zwischen Rüttgers und Bertelsmann funktionieren natürlich auch prächtig: “Soeben hat Rüttgers einen weiteren einflussreichen Medienmann ins Boot geholt: Hartmut Ostrowski, den Vorstandschef der Bertelmann AG, zu der unter anderem die RTL-Sendergruppe, Buchverlage und die Mehrheit an Gruner + Jahr gehören. Er darf in zwei Wochen zur Bundesversammlung fahren, um als von der CDU-Landesregierung nominierter Wahlmann den Bundespräsidenten zu wählen.” (taz, 09.05.2009).

  • 36 Anti-Bertelsmann // Apr 18, 2010 at 12:29

    Auch Martin Florack ließ sich schon von Bertelsmann sponsern. “…engagierte er sich von 2000 bis 2003 in der “Bertelsmann Forschungsgruppe Politik” in dem Projektbereich: Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union.”
    http://www.karl-rudolf-korte.de/xd/public/content/index.html?pid=222

  • 37 Mao aus Bochum // Apr 18, 2010 at 12:52

    Immerhin greifen jetzt die Linken das Thema auf. Aber es hat immer noch keine parlamentarische Folgen. Eine kleine Anfrage der Grünen im Landtag über die Subventionierung von Forschungsprojekten durch Fraktionsgelder wäre ja mal was, Herr Priggen.

    http://www.dielinke-nrw.de/detailwahl-nrw.html?&tx_ttnewstt_news=13861&tx_ttnewsbackPid=3129&cHash=0961ed5425

  • 38 Alvy Singer // Apr 22, 2010 at 00:18

    Viel Lärm um nichts – Seriöser Journalismus wäre schön …

    Was genau wirft denn der Blog Herrn Korte konkret vor? Dass er Geld von der Landesregierung nimmt, um im Gegenzug positive Bewertungen der Landesregierung in den Medien zu „streuen “? Also eine Art „Bestechung“ ? Das ist starker Tobak, fast schon Rufmord. Gibt es Belege dafür? – Aus der E-Mail, die sie vorlegen, kann man alles und nichts ablesen. Seriöser Journalismus, der sein Handwerk beherrscht, würde in dieser Mail allenfalls einen Hinweis sehen, der es vielleicht lohnen würde, weitere Recherchen anzustellen. Aber hier werden aus Vorurteilen, Antipathien und Wunschvorstellungen „Fakten“ phantasiert.
    Was genau lässt sich aus der Mail ablesen? Erstmal nicht mehr als dass Herr Korte eine Finanzierung für ein wissenschaftliches Drittmittelprojekt sucht und deswegen Kontakt mit der Staatskanzlei aufnimmt. Mehr nicht. Drittmittelprojekte sind per Definition von Stiftungen, Unternehmen oder öffentlichen Institutionen finanzierte Forschungsprojekte. Der Großteil der natur- und sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse geht auf Drittmittelprojekte dieser Art zurück. Dass öffentliche Institutionen sich und ihre Geschichte von namhaften Wissenschaftlern und ihren Mitarbeitern erforschen lassen, ist nichts besonders – im Prinzip sogar begrüßenswert.
    Hier geht es offensichtlich um die politikwissenschaftliche Begleitung des Ministerpräsidenten. „Teilnehmende Beobachtung“ nennt man die Methode in den Sozialwissenschaften, um empirische und theoretische Erkenntnisse über die Verbindung von Organisation, Institutionen und Akteuren zu erforschen.
    Das ist für sich genommen schon mal ein lohnendes Forschungsprojekt, das ohne die Unterstützung der Staatskanzlei nicht zu realisieren wäre. Ist damit schon „bewiesen“, dass es sich hier um ein Gefälligkeitsprojekt handelt? Natürlich nicht. Bewiesen ist hier gar nichts. Ist es vorstellbar, dass ein junger Wissenschaftler (dessen Ruf hier gleich mit beerdigt werden soll, obwohl niemand seine Studie noch seine übrigen wissenschaftlichen Arbeiten kennt – außer dass Google ausspuckt, dass er mal auf einer Tagung der Bertelsmann-Stiftung war – wie tausend andere auch) Jahre seines Berufslebens opfert, nur um für Herrn Rüttgers ein gefälliges Buch zu schreiben? Eher nicht, für diese Behauptung wären schon mehr Belege erforderlich.
    Zurück zur Ausgangsfrage: Was lässt sich mit dieser E-Mail belegen? Nichts, außer dass sich ein Politikprofessor, der zu den wichtigsten Vertretern der Mikro-Politologie zählt, um die Finanzierung eines Forschungsprojekts bemüht. Und sonst?
    Was soll die Gegenleistung gewesen sein? Die Aussage, „der Amtsbonus von Rüttgers kann bis zum Wahltag tragen, weil gerade in Krisenzeiten sicherheitskonservativ gewählt wird.“ – Das soll der Beleg sein? Dass Ministerpräsidenten einen Amtsbonus haben und das in Krisenzeiten die Wähler der Exekutive zuneigen? Das ist Grundstoff für ein Seminar zur Einführung zum Wählerverhalten. Mehr nicht.
    Kurzum: Sie versuchen hier den Ruf eines Wissenschaftlers zu ruinieren, ohne den geringsten belastbaren Beleg zu haben. Aber was noch schlimmer ist: Sie reißen einen jungen Nachwuchswissenschaftler gleich mit in die Tiefe, ohne seine Forschungsleistung überhaupt zu kennen.
    Seriöser Journalismus würde erstmal recherchieren und nicht gleich den ersten Hinweis, der alle persönlichen Vorurteile bestätigt als bare Münze nehmen.

  • 39 Leo Löwe // Apr 22, 2010 at 01:04

    @Alvy Singer

    Alvy Singer ist Komiker. Ein erfolgreicher dazu. Und er ist intellektuell geprägt. Darüber hinaus ist er ein ziemlich neurotischer Kerl. Weil er etwas schwierig ist, verscherzt er es sich regelmäßig mit Frauen. Soweit alles noch Woody Allen.

    Wer in “Sachen” Korte alles im grünen Bereich sieht, muss nicht nur Komiker sein, sondern auch mit einer erheblichen schwarz-gelb Blindheit geschlagen sein. Es ist ein ziemlich einmaliger Fall, wie hier “Forschungsgelder ” aquiriert wurden. Ein Nachwuchswissenschaftler wird hier sicher nicht ruiniert. Mit seinen Arbeiten möge dieser sich der fachwissenschaftlichen Kritik stellen. Hier geht es um etwas anderes.

    Dass mit Herrn Korte ein “verdienter” Politologe in den Fokus gerät, liegt an der wirklich außergewöhnlichen Konstruktion. Der Politikberater verlangt vom beratenen Wahlsieger Gelder für ein Promotionsvorhaben. Das Geld wird gewährt für die Erforschung des Regierungsstil des gerade noch Beratenen. Und der sponsort das nicht nur, nein, er heuert den Doktoranden auch noch direkt als seinen Angestellten an.

    Und das Ergebnis erfreut dann kurze Zeit später die ganze Staatskanzlei und NRW-CDU. So funktioniert Wissenschaft in NRW???

    Dieses Wissenschaftsmodell ist wirklich neu! Darüber darf sich ein Journalist nicht nur Gedanken machen, in einer Demokratie muss er das sogar!

  • 40 Mao aus Bochum // Apr 22, 2010 at 14:31

    @Alvy Singer: offenbar schreiben sie über Themen, in denen Sien icht fitt sind. Denn es gibt viele Angriffspunkte, die man Herrn Korte und Herrn Berger zu Last legen kann – unter anderen, dass hier ein Forschungsprojekt aus Fraktionsgeldern finanziert werden sollte. Also eine Zweckentfremdung.

  • 41 Alvy Singer // Apr 23, 2010 at 18:41

    Was den Komiker und die Intellektualität angeht, danke ich für die Blumen. Außerdem freue ich mich, dass es immer noch Cineasten gibt.
    Zum Thema: Können Sie wirklich all Ihre Vorwürfe aus dieser einen E-Mail herauslesen? Das möchte ich stark bezweifeln.
    Ist der Doktorand direkt von der Staatskanzlei angestellt worden? Das steht da gar nicht drin, können wir also gar nicht wissen.
    Wahrscheinlich ist es als Drittmittelprojekt über die Universität abgewickelt worden, d. h. der Doktorand war Projektmitarbeiter der Uni. Das könnte man ja mal recherchieren. Ist aber wohl nicht passiert.
    Kann sich die Staatskanzlei über das Ergebnis der Arbeit freuen? Da die Studie noch gar nicht erschienen ist, bleibt auch das eine Unterstellung. Wir wissen ja nicht einmal, worum es in der Studie genau geht. Vielleicht um den Regierungsstil (dazu braucht man eigentlich keine Teilnehmende Beobachtung), vielleicht aber auch um Organisationsstrukturen der Staatskanzlei.
    Gehört Herr Korte zu den Wahlkampfberatern von Rüttgers? Wenn man sich die Gastdozenten seiner NRW-School ansieht, tummeln sich da mehr Sozialdemokraten und Grüne als CDU-Leute.
    Welche Gegenleistungen soll er erbracht haben? In der Mail steht dazu nichts. Was soll das auch schon sein? Kommentare im TV? Welche denn? Das wäre nebenbei auch ein schlechtes Geschäft.
    Um mit Wehner zu sprechen: Ich weiss nichts. Und Sie wissen nichts.
    Aus dieser einzigen Mail lässt sich keiner Ihrer Vorwürfe ableiten. Sie wäre ein Hinweis für weitere Recherchen, nicht weniger, aber auch nicht mehr.
    Was meine “schwarz-gelbe Blindheit” angeht: Ich gehöre zu den letzten Wählern mit Parteibindung in NRW, der noch nie Union oder Liberale gewählt hat. Mich nervt allerdings der so blinde wie unsachliche Eifer. Journalistisches Handwerk ist das hier jedenfalls nicht – allerdings eine Bestätigung dafür, wie sehr wir professionellen Qualitätsjournalismus auch in Zukunft noch brauchen. Blogs hin – Internet her.

  • 42 AC direct // Mai 6, 2010 at 16:05

    Bleibt noch zu erwähnen, daß der selbsternannte “unabhängige Wahlhelfer” WDR in seiner Sendung “Die Chancen der Kleinen” wen als “Experten” im Studio hatte ?! Genau: Den Korte-Lakaien und Rüttgers-Dichter Martin Florack. Daß der nur Unverfängliches zum Besten gegeben hat, mag angesichts der Tatsache, daß er zu Parteien wie den Bibeltreuen Christen und den Tierschützern fabulieren durfte, nicht mehr als eine Randbemerkung sein.
    Latest news: Korte wird heute abend wieder Hof halten. Wo ?! Bei Phoenix, dem konservativen ZDF-Resteverwerter, wie immer.

  • 43 darktiger.org // Mai 11, 2010 at 12:24

    Hugh, unberechenbarer Wähler hat gesprochen…

    Nun haben wir den Salat. Ein Hung-Parliament. Ein "Patt des Grauens". Der Wähler in NRW hat Rüttgers abgewatscht. Aber er hat Frau Kraft auch nicht wirklich lieb. Er mag beide nicht wirklich. 34 1/2 %, für Volksparteien gleicht…

  • 44 fliflaflorirack // Mai 11, 2010 at 22:11

    So viel zum gesunden Abstand zum Untersuchungsprojekt. Dieses Vorgehen der Studien von Florack kann an der Uni gut als Negativ-Beispiel vorgeführt werden.
    Da liest sich der Wikipedia-Eintrag gleich ganz anders:
    “Das Magazin “UNICUM Beruf” hat Korte im November 2006 als Professor des Jahres in der Kategorie Geistes-, Gesellschafts-, und Kulturwissenschaft ausgezeichnet. Der Jury standen 650 Professoren deutschlandweit zur Auswahl. Korte wurde insbesondere als “Wegbereiter für Karrieren” ausgezeichnet. Die praxisnahe Ausbildung und Förderung des Professors ermögliche es den Studenten, eigene Netzwerke für den Berufseinstieg zu knüpfen, so die Begründung der Initiatoren.”
    Und wieso ist dieser Florack schon Akademischer Rat? Ist das üblich in dem Alter und ohne den Doktor in der Tasche zu haben?

  • 45 maromano // Mai 24, 2010 at 14:34

    “Unabhängig genug für’s ZDF?” Ich dachte, dass man DA mit Verbindungen zur CDU ganz gut hin passt?

  • 46 Wissenschaftliche Phänomene in der Mediengesellschaft: Karl-Rudolf Korte und der Neandertaler » Beitrag » xtranews Nachrichten // Okt 27, 2010 at 15:41

    [...] im April, ja: diesen April, trieb die blöde Dialektik der Nebenfolgen ihr übles Spiel. eMails konnten belegen, dass Prof. Korte in das Sponsoring-Geflecht der NRW-CDU verstrickt gewesen ist. Bei Wikipedia [...]

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