Gleich drei Sitzungen des geschäftsführenden Vorstands waren am Mittwoch auf dem Terminkalender eingetragen. Samstag, Sonntag und Montag sollten sich die CDU-Granden von Rhein und Ruhr in der Parteizentrale treffen. Ein Konferenz-Marathon der zehn führenden nordrhein-westfälischen Unions-Köpfe war in der Düsseldorfer Wasserstraße anberaumt, um nach einer Lösung auf die größte Herausforderung der letzten zehn Jahre zu suchen. Die Meinungsforschungsinstitute hatten der CDU in NRW in den letzten Tagen den freien Fall ins 30-Prozent-Delta prognostiziert, ein zweistelliges Minus, der Verlust der Regierungsmehrheit steht bevor. Und nun sollen die Thobens, Uhlenbergs, Stahls, Wittkes und Krautscheids entscheiden, wie es weitergeht? Was passiert, wenn das Schlimmste eintritt, was vor einem halben Jahr niemand für möglich gehalten hatte? Wenn Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der 2005 antrat, das Land nach 39 Jahren SPD-Regierungsfilz nachhaltig zu verändern, aus dem Amt gejagt wird. Vom Wähler. Dem unberechenbaren, undankbaren Wesen. Aus purer Enttäuschung. Wenn die CDU „nach fünf Jahren dort ankommt, wo die SPD nach 39 Jahren war“, wie es ein führender Christdemokrat formulierte.
Das Entsetzen ist groß, die Panik nachhaltig fühlbar. In der CDU ist nur noch Andreas Krautscheid mit seinen aberwitzigen, halsbrecherischen Formulierungen zu vernehmen. Die aber niemand mehr sendet oder druckt. Der Mann ist durch. Alle anderen schweigen.
Die Kanzlerin hält sich zurück, hat gerade mal ein Drittel ihrer angekündigten Wahlkampftermine in NRW absolviert – die große Politik sei schuld. Wirklich? In Berlin hört man eher, die CDU-Chefin wolle sich nicht an der Seite ihres Affären geplagten Stellvertreters sehen geschweige denn fotografieren lassen.

"Verleumdung" - ein Wort, das CDU-General Krautscheid schnell ins Aus bugsieren kann. Foto: Staatskanzlei NRW
Also Krautscheid. Es war der 21. April, ein Mittwoch, als sich der frühere PR-Mensch eines Betonmischers nervös an Hemd und Hosenbund nestelnd bei einer Pressekonferenz mit seinen schwülstigen Lippen um das Mikrophon windete. „Verleumdung!“ Bösartig. Nach „kriminell“ und „Fälschung“ die zweite große Attacke gegen journalistische Berichterstattung. „Schmutzig“ und „SPD-gesteuert“ ist ohnehin alles. Krautscheid meint, er müsse keilen, um zu kontern. Also Lüge! In der vergangenen Woche geriet er ins Wanken. Konfrontiert mit dem Gegenteil, mit Fakten, konnte er eine enge Verknüpfung der CDU mit einer angeblich unabhängigen Wählerinitiative pro Rüttgers aus dem Jahr 2005 nicht mehr leugnen. Der 21. April wurde am 3. Mai widerlegt.
Krautscheid wurde beim Lügen erwischt. Das ist schlimmer, als seine Attacken gegen den politischen Gegner. Denn das ist sein Job. Dafür sitzt er auf dem heißesten Stuhl seiner Partei, dafür wird er bezahlt. Doch seine Dampfplauderei, sein bewusst gefälschtes Auftreten, haben das Ansehen des Hoffnungsträger der Union nach wenigen Wochen so beschädigt, dass er im politischen Aus gelandet ist. Nach der peinlichen Niederlage um den Vorsitz im heimischen Bezirk in einer Kampfkandidatur gegen Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat Rüttgers´ Allzweckwaffe nichts mehr zu erwarten.
Das System Rüttgers hat in NRW ausgedient. Enge Weggefährten und führende Christdemokraten im Land sehnen das Ende ihres rheinischen Frontmannes herbei. Sie wollen die Erneuerung.
Geht das so einfach? Jürgen Rüttgers, der die CDU in Nordrhein-Westfalen nach jahrzehntelanger Depression regierungsfähig gemacht hat, zählt erst 58 Jahre. Wird er wirklich abgewählt? Oder rettet er sich über die Klippe? Egal wie. Rüttgers steht. Er ist nicht zu unterschätzen. Wer ihn kennt, wer ihn begleitet hat seit dem Sturz des im Parteispendensumpf untergegangenen Kohl-Regiments in Bonn, der weiß, dass dieser Mann unglaublich einstecken kann. Dass er Niederlagen verkraftet und meisterlich darin geschult ist, andere, Parteifreunde, auszuknocken. Rüttgers ist nicht zu unterschätzen!
Auch wenn er nun mehr als ausgemergelt und ausgezerrt die letzten furchtbar quälenden Wahlkampftage absolviert. Seine Regierung ist kaputt. Weil seine Partei kaputt ist. Weil er zugelassen hat, dass viele seiner Steigbügelhalter und Abräumer sich an der Partei bedient haben. Die das gespielte Soziale und Fürsorgliche ihres Vormanns umgekehrt haben in gefühlte und gelebte Herrschaft: die das Rüttgers-Credo „immer von oben“ gelebt und umgesetzt haben. An den Rüttgers-Vasallen Berger und Wüst und an ihrem Nachfolger Krautscheid ist die mit 170 000 Mitgliedern stärkste politische Partei in NRW kaputt gegangen. Die CDU zwischen Kleve und Lippe, zwischen Bonn und Münster, ist marodiert in einen zerstrittenen Haufen von unzähligen Interessengruppen, die sich neu orientieren und hoffnungsvoll nach abgetretenen Köpfen wie Friedrich Merz oder Hildegard Müller Ausschau halten.
Aufgepasst. Die augenblickliche Lobbyistin der Energiewirtschaft ist nicht aus dem Geschäft. Die Vertraute der Kanzlerin, langjährige Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Kanzleramt, soll nach Informationen unserer Redaktion einen der beiden vom Bund zu besetzenden Aufsichtsratsposten bei der von Rüttgers lehrlingshaft begleiteten Landesbank WestLB einnehmen. Es sieht so aus, als plane Angela Merkel zusammen mit ihrem in NRW tief verwurzelten Kanzleramtsminister Ronald Pofalla schon vor dem Wahltag die personelle Erneuerung ihrer Partei im größten und wichtigsten Landesverband. Keine Frage, dass Norbert Lammert, der Bundestagspräsident, ihr dabei hilfreich zur Seite steht. Der Bochumer Parteigrande hat stets mit Argwohn das Treiben der Rüttgers-Gang betrachtet – nun muss er gar wenige Tage vor der Landtagswahl eine pikante Parteispendenaffäre prüfen. Dem aufrechten Unionsmann sind die Ermittlungen gegen seine politischen Freunde nicht genehm, Tarnen, Tricksen, Täuschen ist nicht sein Ding.Aber alle, die nun agieren und operieren, kennen Rüttgers. Kaum einer mag ihn. Und sie kennen sein Stehvermögen. 58 Jahre – in diesem Alter geht er nicht in Rente. Vier Jahre Bundesminister, länger als ein Jahrzehnt Bundestagsabgeordneter, zehn Jahre Landtagsparlamentarier, fünf Jahre Ministerpräsident – die Pension für den Ruhestand müsste schon reichen. Dazu das formidable Anwesen an der Cote d´Azur – es könnte ihm nicht besser gehen. Doch dem selbsternannten Arbeiterführer hat sich der Ehrgeiz ins Gesicht gegraben. Krausstirnig und schmallippig beißt er noch jeden Widersacher weg. Was passiert am Sonntagabend um 18 Uhr? Wenn Jürgen Rüttgers nicht mehr das ist, was er ist? Wenn das Unfassbare eintritt? Der Fall, den (noch) wenige in der NRW-CDU für möglich halten. Wenn es nicht mehr zur Führung einer neuen Regierung reicht…
Dann ist Jürgen Rüttgers nicht weg. Nicht sofort. Vielleicht überhaupt nicht. Sein vertrautes Medienorgan, die „Rheinische Post“, spekulierte in dieser Woche bereits, ein abgewählter Rüttgers könne dann wieder als Oppositionsführer in der ersten Reihe des Parlaments Platz nehmen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch. Ein Parteistratege wie der Pulheimer wird sich nicht freiwillig auf das Altenteil setzen. Was soll er auch tun? Der Schritt in die Wirtschaft bleibt ihm verwehrt. Rüttgers hat in seiner Regierungszeit bewusst darauf verzichtet, eine Nähe zum Mittelstand oder zur Industrie aufzubauen. Mit einigen wenigen, wie ThyssenKrupp-Chef Eckehard Schulz, hat er sich einmal im Monat zum Abendessen und Gedankenaustausch auf Schloss Landsberg getroffen. Bei RWE-Chef Jürgen Großmann saß er am Küchentisch der herrschaftlichen Villa in Mülheim an der Ruhr. Doch mit einer prägnanten Wirtschaftspolitik, wie sie seine sozialdemokratischen Vorgänger Clement und Steinbrück betrieben haben, kann Rüttgers nicht aufwarten. Er ist eher der Handwerker, er spielte lieber den Sohn des Elektromeisters; und stellte sich dabei noch ziemlich unbeholfen an. Als Manager ist er ungeeignet.
Bleibt die Politik. Bleibt der Fraktionsvorsitz. Wenn es nicht mehr zum Ministerpräsidenten reicht. Dann sind die Traumjobs Kanzler und Bundespräsident passé. Aber nicht der Parteivize. Als Oppositionsführer gäbe er nie den Landesvorsitz auf. Und damit wäre er geborener Vize in der Bundespartei. Als solcher – das weiß Merkel – würde er gerade nach einer Niederlage und ohne Aussichten auf die Wunschpositionen in Berlin ein unerträglicher, ewig nörgelnder Widersacher werden.
Also müsste Merkel Rüttgers im Fall der Niederlagen versorgen. Oder entsorgen. Die Aufnahme in ihr Bundeskabinett scheint ziemlich ausgeschlossen. Rüttgers ist kein Fachmann, hat sich nicht profiliert, wollte Generalist und Landesvater sein – und ist an beiden Ansprüchen gescheitert. Der nächste freiwerdende Job in Berlin, die Nachfolge des gesundheitlich angeschlagenen Finanzministers Wolfgang Schäuble, ist bereits besetzt: auf den Posten wechselt wohl der kompetente hessische Rüttgers-Kollege Roland Koch.
Und in NRW? Pofalla und Röttgen sind nicht zu unterschätzen. Hildegard Müller schon gar nicht. Nach einer möglichen Niederlage, nach einem derzeit prognostizierten Absturz der CDU um bis zu zehn Prozent an Rhein und Ruhr, wird die Parteichefin mitentscheiden. Die Ausrichtung auf die Zukunft wird Merkel nicht den Akteuren in ihrem wichtigsten Landesverband überlassen. Dort hoffen lokale Größen wie Ruhrgebietschef Oliver Wittke auf Beförderung, doch der wurde von Rüttgers schon bei der Listenplatzierung quasi ins Aus manövriert. Der Gelsenkirchener Direktkandidat, Schalke-Fan und Duisburg-Leiharbeiter, muss fürchten, gar nicht in den Landtag zu kommen. Der wegen seiner zahlreichen Affären – vor den Rüttgers-Skandalen – entlassene forsche Ex-Minister hat ohnehin nur eine Chance, wenn Rüttgers verzichten würde. Dann hieße das parteiinterne Duell um den Fraktionsvorsitz Wittke gegen Krautscheid. Manch einer hält gar die Aachner Frohnatur, Frauenminister Armin Laschet, für einen Kandidaten mit Zukunft in der CDU. Die Union ist eben immer für Affären gut . . .
Wichtig, vielleicht sogar wichtiger, wäre die Frage nach dem Parteivorsitz in NRW. Das könne nur „ein Mann mit Mandat“ übernehmen, sagte ein erfahrener CDU-Haudege. Also nicht Hildegard Müller? Eher Pofalla und Röttgen? Alle drei sind Vertraute der Kanzlerin. Alle drei haben Potential. Alle drei haben vom Alter her politische Perspektiven. Das wichtigste Bundesland der Republik würde Merkel bei einer Niederlage der CDU nicht dem Zufall überlassen. Und auch nicht Jürgen Rüttgers. Sie würde einen ihrer drei vielversprechenden jungen Gefolgsleute nach Düsseldorf schicken, um die Macht am Rhein zurückzuerobern.
Und Jürgen Rüttgers? Der könnte an die Cote d´Azur wechseln. Die Pension stimmt ja. Da ist Mutti unerbittlich.












22 Antworten bis jetzt ↓
1 Tweets die Was wird aus Rüttgers? Krautscheid im Aus! Die Kanzlerin schickt Hildegard Müller! erwähnt -- Topsy.com // Mai 7, 2010 at 06:34
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von kanzler, NRW Newsdesk erwähnt. NRW Newsdesk sagte: Was wird aus Rüttgers? Krautscheid im Aus! Die Kanzlerin schickt Hildegard Müller!: Zeche, Angelika, Jürgen – ein … http://bit.ly/a98WVd [...]
2 christian // Mai 7, 2010 at 06:41
Politische Kritik hin und her – aber das mit den schwülstigen Lippen kann man sich schenken, finde ich. Unnötig billig.
3 Links anne Ruhr/Links zur Wahl (07.05.2010) » Pottblog // Mai 7, 2010 at 07:18
[...] Was wird aus Rüttgers? Krautscheid im Aus! Die Kanzlerin schickt Hildegard Müller! (Wir in… – Es könnte sein, dass die CDU "nach fünf Jahren dort ankommt, wo die SPD nach 39 Jahren war" (so ein Christdemokrat zur Landtagswahl) – interessante Spekulationen über die Personalien bei der CDU in NRW für den Fall, dass die CDU die Landtagswahlen verlieren. [...]
4 Günter Bächle // Mai 7, 2010 at 10:23
Als Baden-Württemberger habe ich nur den Blick von außen. Da gibt es zwei Eindrücke:
- “Wir in NRW” ist ein reines Kampfinstrument gegen die CDU und Rüttgers. Glaubwürdig wäre es nur, wenn auch die Konkurrenz der Union so kritisch behandelt werden würde
- Zugeben muss man aber, dass die CDU NRW ein Meister der Pannen und Ungeschicklichkeiten zu sein scheint und damit Munition den Blog-Machern frei Haus liefert
5 ralf // Mai 7, 2010 at 10:42
Danke CDU/FDP, dass Ihr den Abzockern weiter die Tür aufhaltet… “Schwarz-gelbe Koalition gegen kostenlose Telefon-Warteschleifen”
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schwarz-gelbe-Koalition-gegen-kostenlose-Telefon-Warteschleifen-995316.html
6 Friday // Mai 7, 2010 at 10:47
An der Sache ist ja wirklich spannend, dass Rüttgers nicht nur den Rückhalt in der eigenen Landes-CDU verloren hat, sondern offenbar genauso erhebliches Misstrauen in der Bundes-CDU “geniesst”. Welcher Zukunft der Ex-Zukunftsminister entgegen geht, werden wir vielleicht in drei Tagen genauer wissen. Bleibt dran!
7 Charles Chatterton // Mai 7, 2010 at 10:51
Schau da, der Günter Bächle,
dem hat “seine” CDU doch auch einen Streich gespielt und seine politischen Ambitionen den Bach runtergehen lassen. So sind’se eben, die Parteifreunde.
8 Ne Oecher // Mai 7, 2010 at 11:47
So einseitig ist der Blog nicht, die CDU und Herr Rüttgers haben eben nur mehr an Peinlichkeiten zu bieten.
Aber zum Trost für die CDU und Herr Rüttgers, am Sonntag, 09.05.2010, ab 18:00 Uhr ist alles vorbei !
9 Wolfgang Bürger // Mai 7, 2010 at 11:53
Soviel Taktgefühl: Bundesregierung genehmigt sich eine Gehaltserhöhung
gefunden ím Gelben Forum:
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=162403
Hi all,
das freut einen in diesen Tagen besonders:
Bundesregierung genehmigt sich eine Gehaltserhöhung
Gestern, 21:46 Uhr
Köln (ddp). Das Bundeskabinett erhöht die eigenen Gehälter. Wie die Zeitungen «Express» und «Berliner Kurier» (Freitagausgaben) vorab berichteten, sollen nach dem von der Regierung verabschiedeten Gesetzentwurf zur Anpassung der Beamtenbesoldung für 2010 und 2011 die Bezüge von Bundeskanzlerin, Ministerin und Staatssekretären in drei Schritten angehoben werden. Eine Erhöhung habe es seit acht Jahren nicht mehr gegeben…”
Und so sagts der in der Mledung genannte Berliner Kurier im großen Aufmacher Seite 1:
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print-static/_img/blk/2010-05-07.titelseite.pdf (leicht runter scrollen)
Text: Heimlich, still und leise
“Merkel bekommt 334 Euro Lohnerhöhung
Regierung packt 2,3 Prozent bei den eigenen Bezügen drauf…”
(Bei Frau M sind 2,3 % 334 €?)
http://www.welt.de/politik/deutschland/article7511974/Bundesregierung-genehmigt-sich-Gehaltserhoehung.html
Haben die das nötig? Noch schnell vor dem Sparpaket?
Mein Gott, man darf ja nicht vergessen, wieviel sie in der freien Wirtschaft verdienen würden . Jeder schlechte Manager bei der Berliner S-Bahn verdient tatsächlich deutlich mehr.
Die hohen Gehälter werden übrigens auch immer damit begründet, dass die begünstigeten Staatsbeamten so unanfälliger für Korruption würden.
Auffällig ist, wer das vermeldet und wer nicht: http://www.google.de/search?hl=de&rlz=1B3GGGL_deDE218DE218&q=bundesregierung+erh%C3%B6hung+bez%C3%BCge&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai=
Bild, focus und Spiegel halten sich raus?
So machen sich alle Freunde .
10 Peter // Mai 7, 2010 at 12:47
Auch wenn es den engagierten Blog-Initiatoren nicht gefällt: Am Sonntag Abend steht eine Schwarz-Grüne Mehrheit zur Übernahme der Regierungsgeschäfte unter Rüttgers bereit. Immerhin haben Sie dann einen kleinen Teilerfolg erzielt und die Beteiligung der Linken an einer neuen Landesregierung verhindert. Ihr eigenliches Ziel, daß erlaube ich mir vorherzusagen, das “Herbeischreiben” einer Rot-Grünen Regierung wird Ihnen mißlingen.
11 Sven // Mai 7, 2010 at 13:57
Dass die CDU teils ungeschickt agiert, sie dahingestellt. Spannend ist nur, welche Themen hier aufgegriffen werden. Ich vermisse z.B. mal einen Hinweis darauf, dass zahlreiche Kinder von Politikern der SPD, der Grünen und der Linken Gymnasien oder Privatschulen (!!) besuchen, während für die Kinder des “gemeinen Volkes” Gemeinschaftsschulen gefordert werden. Sehr lesenswert auch die Begründungen für die Wahl der Schule. Die Welt hat sich die Mühe gemacht mal zu recherchieren. Der Blog hier beschränkt sich zu 90% lieber darauf, Rüttgers und seine Mannschaft zu beleidigen (schwülstige Lippen ist in der Tat überflüssig – ich kritisiere ja auch nicht den Bartwuchs des Blog-Betreibers, wenn ich seine Aussagen kritisieren will) und Skandälchen zu Skandalen aufzubauschen, statt Haltungen zu Sachthemen zu überprüfen.
12 herberthansen // Mai 7, 2010 at 14:22
@ Herr Brächtle
Glaubwürdigkeit?
In Rheinland Pfalz haben wir auch so unsere Probleme mit der Glaubwürdigkeit.
Spendenaffäre der CDU – Nürburgring Affäre der SPD – Abgreifen von Informationen aus einem Polziecomputer durch MDL der CDU – Hausdurchsuchungen – Bordellbesuche etc. etc.
Im Saarland die Ostermann Geschichten, in Bayern die Hype Alpe Adria, in Hessen wars mal die Ypsilanti und in NRW ist es jetzt eben der liebe Herr Rüttgers und das Sponsoring usw. usw.
Gerade deshalb finde ich den Blog hier, auch wenn er vielleicht etwas einseitig berichtet gut. Die Parteien sitzen wegen der immer wieder auftretenden., teilweise beeindruckenden Fehltritte gegenwärtig auf einem Pulverfass. Mit der entsprechenden Munition darauf zu schießen macht Spaß. Dunkle Hinterzimmer werden hell erleuchtet! Politiker bekommen Geld um das Unternehmen Deutschland zu führen, und um den Aktionären damit viel Freude zu bereiten. Diese Aktionäre finden sie übrigens nicht in den Unternehmen sondern auf der Straße, vielleicht denken Sie mal drüber nach
Herr Biedenkopf beispielsweise sieht im Verhalten der Parteien und den politischen Entwicklungen der letzten Jahre eine Gefahr für die Demokratie. Dieser These folgend sollte man alle die unterstützen, die aus welchen Gründen auch immer den Parteien Feuer unterm Arsch machen das die sich mal bewegen mit einem klaren Ziel vor Augen, bei dem nicht der Eindruck entsteht, das es in erster Linie um die Partei geht.
Viva la Revolution
Herbert Hansen
13 hardwill // Mai 7, 2010 at 16:05
Von einem “System Rüttgers” zu reden vereinfacht die Sache wohl. Die Partei, die sich die Parole “Privat vor Staat” als Regierungsmotto gewählt und die FDP zum Verbündeten nahm, hatte, hat schon damit hinreichend gezeigt, daß es ihr hauptsächlich darum geht, unser Gemeinwesen so weit wie möglich allen ehrlichen Sachwaltern aus den Händen zu nehmen und dem Finanzkapital zu überantworten. Dahinter steht folglich wesentlich mehr als “Rüttgers”. Ob diesen Bestrebungen durch Wahlen Einhalt geboten werden kann, das möchte ich sehr bezweifeln.
14 ingeborg // Mai 7, 2010 at 16:12
Koch als Bundesfinanzminister nach Berlin wenn er seine Sprache wiedergefunden hat?
Das hat was.
Sehr lesenswert das Dossier der fr online zur Steuerfahnder-Affäre.
Muss dann das BKA in den Müllcontainern der Finanzverwaltung Berlin wühlen? Wer wohl die verkleidete Putzfrau war, die die Selbstanzeigen und Steuerakten weggeworfen hat??
gruss i.
15 zoom » Wahlen - abgehakt « // Mai 8, 2010 at 07:55
[...] Rüttgers hat sich mit vielen Enthüllungen “Wir-In-NRW“, das Blog des Waz-Profis Pieper im Ruhestand aufgestellt. Interessant wird sein, ob sich die [...]
16 krailer // Mai 8, 2010 at 09:49
Für mich ist ist die Konsequenz dieser Berichterstattung die Wahl von pro NRW. Ich habe seit über zwanzig Jahren CDU gewählt. Und ich lasse mich jetzt auch nicht als “Nazi” bezeichnen. Es muss in einer Demokratie möglich sein, eine rechte, demokratische Opposition zu haben.
17 hans // Mai 8, 2010 at 13:16
in kurzform/stichpunkte
“Krautscheid”Für krautscheid ist so und so,aus.
14.04.2010.Wenn jemand mit dem plakat unterm Arm,nach
SCHULENDE,13.00,”FEIERABEND”
Kinder mit wahl-info belastet,was ist der
Herr Stadtsanwalt,ein Kasperle,clown,oder nur
blöd?(scheisegal das es angemeldet war)
Sparen:”Merkel und co gönnen sich mehr gehalt”"(und rentner haben NULLRUNDE)”
05.05.2010:”Hier schwebt rüttgers mit dem
cdu-zeppelin”Alle müssen sparen,überall Krise
und “ER”rüttgers schwebt mit “seinem-zeppelin”
über nrw.Das geld hätte man gut,sinnvoller,
für andere zwecke gebrauchen können!
danke-m.f.g.
18 Carla // Mai 8, 2010 at 15:07
Der von Euch so genannte “Bochumer Parteigrande und aufrechte Unionsmann” hat seit heute seine eigene CDU-Spendenaffäre. Die “unabhängige und überparteiliche” Wählerinitiative “Bochumer für Norbert Lammert” wurde im Hintergrund von der CDU gesponsert.
Ist das nicht der Mann, der den CDU-Spendenskandale der letzten Tage kraft Amt aufklären soll?
Klar: überlasst ruhig dem Frosch die Entscheidung darüber, ob der Sumpf trocken gelegt wird, oder nicht.
19 hardwill // Mai 8, 2010 at 15:24
Es ist ein Segen, bei “Wir in NRW” ein Forum für offene Diskussionen zu finden, den verdienstvollen Initiatoren und Betreibern größten Dank. Leider nähert sich hierzulande das Maß an Äußerungsmöglichkeiten allmählich dem in der früheren DDR an. Dort konnte man eigentlich alles sagen, es durfte bloß nicht verboten oder mißliebig sein. Die zahlreich vorhandenen, aber sämtlich kontrollierten Zeitungen veröffentlichten nur, was der dortigen “Political Correctness” entsprach. Ähnlich aussichtsreich sind nicht genehme Zuschriften an eine der Monopolzeitungen in NW. Unsere Familie hat sich bereits vor Jahren voller Zorn vom jahrzehntealten Zeitungs-Abo verabschiedet. Wir wollten Journalismus gegen unsere eigenen Interessen und die der anderen Normalbürger nicht auch noch selber finanzieren.
20 wolfgang1951 // Mai 8, 2010 at 23:51
Ja, alles bereitet sich auf den Rückzug von Jürgen Rückwärts (Rüttgers) vor. Am Sonntagabend haben wir endlich Gewissheit!
21 Rhein Sieg // Mai 9, 2010 at 11:40
Koch soll “kompetent” sein ? Na ja, Westerwelle würde sich bestimmt über ihn freuen, weil er von der FDP-Klientel keine Steuereinnahmen will.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/die_steuerfahnder_affaere/2120089_Steuerfahnder-Affaere-Weimars-Wahrheiten.html
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/die_steuerfahnder_affaere/2523870_Steuerfahnder-Affaere-Aufklaerung-kommt-nicht-voran.html
http://www.fr-online.de/top_news/2551622_Oberfinanzdirektion-Frankfurt-Mysterioeser-Verlust-von-Steuerakten.html
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2535645_Steuerfahnder-Affaere-spitzt-sich-zu.html
Und ein paar Schwarzgeldkoffer kann die CDU bestimmt auch immer gebrauchen, aber zur nächsten Bundestagswahl braucht die Partei dann nicht mehr anzutreten. Oder wäre das die Absicht von Merkel ? Dann bin ich sogar dafür.
22 Norman Normal // Mai 9, 2010 at 12:03
Danke Hardwill (19)!
Genau so sehe ich das auch.
“Wir-in-Nrw” ist lediglich ein Pendant zur sehr einseitigen Berichterstattung der gängigen Tageszeitungen.
Also: Danke an die fleißigen Initiator! Weiter so!
Auf den Politikwechsel!
Hinterlasse einen Kommentar