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Superminister Voigtsberger – der Mann mit dem Gespür für die wichtigen Botschaften

9. August 2010 · von Guenther Gepard

Probleme mit den richtigen Themen: Wirtschafts- und Verkehrsminister Harry Voigtsberger. Foto: Staatskanzlei NRW

Probleme mit den richtigen Themen: Wirtschafts- und Verkehrsminister Harry Voigtsberger. Foto: Staatskanzlei NRW

Er war bis zum letzten Tag das große Geheimnis. Harry Voigtsberger wurde von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als letzter Joker aus dem Hut gezaubert, um noch einen großen Coup für ihr Kabinett zu landen. Der 60-Jährige Sozialdemokrat hatte sich als Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland in den letzten Jahren hervorgetan, sein Amt unter einer Ampel-Koalition erfolgreich verwaltet zu haben. In den Zeiten einer Minderheitsregierung schien das schon Qualitätsmerkmal genug zu sein, um gleich zum Superminister berufen zu werden. Wirtschaft, Bauen und Verkehr – zwei Ressorts musste der Verwaltungsmann mit der geringen landespolitischen Erfahrung schultern. Und als Platzhalter herhalten, falls die FDP doch noch ins NRW-Regierungsgeschäft einsteigen würde.

Als „guten Bauminister“ lobten ihn schon SPD-Fraktionäre, die an der Minister-Qualifikation des aus Köln Herbeigerufenen zweifeln. Manch einer in der SPD wünscht sich wohl nicht nur wegen einer stabilen Mehrheit den baldigen Beitritt der Liberalen zum rot-grünen Bündnis. Dann wäre Voigtsberger das Wirtschaftsministerium wieder los. Und dann müssten sich die Genossen auch nicht über ihren Minister ärgern, der zu Beginn genau das Gegenteil von allen Wirtschaftsforschungsinstituten fordert – nämlich Zurückhaltung bei den Tarifforderungen. Das hatten die Gewerkschafter im Lande vom neuen Wirtschaftsminister und nach-Nachfolger ihres IG-Metall-Kollegen Harald Schartau nicht erwartet.

„Wer ist das?“ haben die meisten im Lande bei der Berufung ohnehin gefragt. Nun fügen sie nach seinen ersten Äußerungen ein „was ist denn das?“ hinzu. Ratschläge vom Sozialdemokraten an die Arbeitnehmer an Rhein und Ruhr, sie sollten mit weniger Lohn auskommen, hatten sie nicht erwartet. Schon gar nicht von Einem, der sich gerade eine satte Gehaltserhöhung gegönnt hatte und nun als Minister in der Dienstlimousine durchs Land rollt.

Als Fond-Passagier bekommt Voigtsberger wohl selten mit, was auf den Straßen im Lande los ist: er sitzt ja hinten und lässt sich chauffieren. Wie anders sollte man seinen neuesten Vorschlag verstehen, die Nachtarbeit auf den Autobahnbaustellen einzustellen. Der neue Verkehrsminister forciert den Dauerstau in NRW. Und das gerade in einer Zeit, da das Volks in den Nachbarländern unterwegs ist. In Frankreich werden – anders als in NRW – gerade zur Urlaubssaison die Autobahnbaustellen abgebaut. Und wenn in Frankreich gebaut wird, dann 24 Stunden, dann rund um die Uhr, um die Behinderungen wieder schnell zu beseitigen. Hierzulande dagegen hat man den Eindruck, auch die Straßenbauer gingen planmäßig im Sommer in Urlaub. Und nun kommt Voigtsberger, der aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen die Nachtbauarbeiten reduzieren will. Ein interessantes Programm des 60-Jährigen Newcomers. Auch so bürgernah.

Während sein Vorvorgänger Oliver Wittke vor fünf Jahren noch antrat, den Dauerstau zu beenden (und es auch nicht wirklich schaffte), verspricht uns der Neue von der SPD nun noch mehr Wartezeiten zwischen Köln, Düsseldorf, Essen, Bochum und Dortmund.

Alles hat seine Zeit. Schwarz-Gelb…und Rot-Grün!

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4 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Links anne Ruhr (10.08.2010) » Pottblog // Aug 10, 2010 at 05:49

    [...] Superminister Voigtsberger – der Mann mit dem Gespür für die wichtigen Botschaften (… – [...]

  • 2 Karl Klartext // Aug 10, 2010 at 23:11

    Was wollen Sie eigentlich wirklich? Innerhalb von vierTagen der 2. Artikel gegen diesen Minister.

    Und … das Schönschreiben der FDP: Widerlich! Auf welchem Stern leben Sie eigentlich?

    Glauben Sie wirklich, dass es nicht auffällt, wie Sie seit Tagen wieder die Ampel samt FDP herbei- und die Grünen und die hinter der Koalition stehenden Sozialdemokraten schlecht reden wollen? Doch, es fällt auf!

    Da sind mir die offen verblendeten linken Schönschreiber in den “Nachdenkseiten” 1000-mal lieber als Sie.

    Jetzt sollten Sie eigentlich mal langsam ein schönes Loblied auf den Little-Chicago-Boy Great Gerhard P. piepen. Auf den haben Sie doch schon länger Ihren wohlwollenden Focus gerichtet.

    After we are controlling red Stones we really need no yellow coolstone on blog….

  • 3 Friedel Gerricke // Aug 24, 2010 at 15:17

    Es ist immer wieder erschreckend zu lesen, zu welchen Untaten Politiker fähig sind, wenn bei Ihnen der Realitätsverlust ein behandlungsnotwendiges Maß angenommen hat.

  • 4 Mohr // Dez 9, 2010 at 23:17

    Sehr geehrter Herr Minister Voigtsberger , ich kann Sie nur warnen in dem Trott des Herrn Büsow zu verfallen in Sache CO- Pipeline .Ihr Geschwafel hatten wir schon und : denken Sie bitte schon jetzt an die nächste Landtagswahl !!
    Mit freundlichen Grüßen und ein besseres Händchen für Ihr tun
    Werner Mohr

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