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Ein Eigentor von Röttgen

7. September 2010 · von Alfons Pieper

Bundesumweltminister Norbert Röttgen(CDU) strahlt gern, wenn er auf die Bühne tritt. So auch nach dem mehr als umstrittenen Atom-Kompromiss der Regierung Merkel/Westerwelle.
Rhetorisch gewandt, wie man ihn kennt, hat er am Morgen nach der von Merkel verkündeten Revolution in der Energiepolitik auch gleich das nächste Problem angepackt. “Anders als meine Vorgänger”, so war der Merkel-Liebling und mögliche neue CDU-Vorsitzende von NRW im Radio zu hören, werde er die Entsorgungsfrage nicht den Kindern vor die Füße kippen. Die Untersuchung des Salzstocks in Gorleben werde nun vorangetrieben, die Lösung sei aber offen.

Da muss man gut hinhören: Wer waren seine Vorgänger? Er wollte sicher vor allem SPD-Chef Sigmar Gabriel, Umweltminister in der großen Koalition unter Kanzlerin Merkel, vors Schienbein treten. Und wohl auch dem Grünen Jürgen Trittin, Umweltressort-Chef in der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder.

Aber Röttgen hat da in seiner Schnell-Denk-Art ein paar Namen vergessen. Als da wären: Erster Bundesumweltminister war Walter Wallmann(CDU). Das neue Ministerium wurde im übrigen im Juni 1986 vom damaligen Kanzler Helmut Kohl aus der Taufe gehoben als Reaktion auf den Atom-Gau von Tschernobyl. Eine Aktion Kohls, die dem Oppositionsführer in Niedersachsen, Gerhard Schröder, das Leben im Wahlkampf gegen Ernst Albrecht(CDU) schwer machte. Schröder verlor.

Wallmanns Nachfolger war Prof. Klaus Töpfer(CDU). Auf den angesehenen Christdemokraten folgte Angela Merkel(CDU). All diese Minister haben Röttgen zufolge den Kindern die Entsorgungsfrage vor die Füße gekippt.

Zu kurz ist wohl das Gedächtnis des aufstrebenden CDU-Politikers Röttgen, dem man auch noch zurufen muss, dass es Ernst Albrecht, der CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen, war, der das Aus für Gorleben verkündete, weil die gesellschaftspolitische Akzeptanz für das Problem fehlte.

Norbert Röttgen hat ein Eigentor geschossen. Da möchte man gern wissen,wie Mutti darauf reagiert.

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