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Augen zu: In NRW gibt es keine Borreliose Eine Krankheit wird totgeschwiegen

18. Dezember 2010 · von Ute Fischer

Zecken, klein aber gefährlich! Sie übertragen Viren, Bakterien, tierische Einzeller und sogar Fadenwürmer

Zecken, klein aber gefährlich! Sie übertragen Viren, Bakterien, tierische Einzeller und sogar Fadenwürmer

Wäre Borreliose eine Firma und keine Krankheit, könnte man die miesen Tricks anprangern, mit der sie Ärzte und Patienten narrt und in die Irre führt. Das alleine ist an der bakteriellen, durch Zecken übertragenen Infektion schon schlimm genug. Dass aber Politiker auf Landes- und Bundesebene sowie Ärzte und ihre Berufsverbände sie ignorieren, verharmlosen oder die betroffenen Patienten als psychisch krank, arbeitsscheu oder als Weichei stigmatisieren, scheint Strategie zu sein. Von allen Bundesländern Deutschlands trifft dies im besonderen Maße auf Nordrhein-Westfalen zu.

Im September schockierte eine Kölner Ärztin ihre Patienten mit einem offenen Brief, dass sie auf Grund von Regressforderungen und ständiger Differenzen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein ihre Kassenarzt-Tätigkeit aufgebe und nur noch privat behandeln könne. Die Ärztin war eine Art Leuchtturm in NRW für gesetzlich versicherte Borreliosepatienten. “Frau Kollegin, es gibt keine Borreliose”, wurde sie mehrfach aus dem Kollegenkreis gerügt. Davon berichten auch Patienten von der Uniklinik Köln. Kaum spreche man das B-Wort aus, gingen die Jalousien der Ärzte nach unten. Borreliose sei nicht mehr als eine Modekrankheit. Alles Hysterie.

Meldepflicht Borreliose

Inzwischen hat sich jedoch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, Wolfgang Zöller, eindeutig auf die Seite der Borreliosepatienten gestellt. “Die Lyme-Borreliose zählt zu den am meisten unterschätzten und verharmlosten Krankheiten in Deutschland”, so sein Statement in der Homepage der Bundesregierung, und er plädiere dafür, die Meldepflicht für Borreliose auch für die westlichen Bundesländer zu überprüfen. Das war im August 2010. Bereits im April (vor der NRW-Landtagswahl) brüstete sich die SPD, dass die Häufigkeit der Infektionen in NRW Grund gäbe, eine Meldepflicht einzuführen. Nach der Wahl lehnte die grüne Sozialministerin Barbara Steffens ab. Borreliose sei nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Von Mensch zu Mensch übertragbar ist auch nicht die von der Pharmaindustrie in den Vordergrund gedrängte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME); für sie existiert die Meldepflicht. Dagegen kann man sich sogar impfen lassen. Es gibt auch eine Meldepflicht für Folgen von Piercing und Tatoos. Vorsicht: ansteckend? Die Ministerpräsidentin ist ebenfalls gegen Meldepflicht. Man wolle stattdessen engagierte Ärzte unterstützen. Dies schrieb sie in Kenntnis dessen, dass gerade eine der engagiertesten Ärztinnen das Handtuch geworfen hat.

Die KV Nordrhein mauert

Rückblick 2008. Auf einer Tagung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigte sich der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Leonhard Hansen, sehr an Borreliose interessiert; aber nur so lange die Tagung dauerte. Mehrere Briefe der Patientenorganisation Borreliose und FSME Bund Deutschland (BFBD) mit der wiederholten Bitte um eine Liste mit Arztadressen für Borreliosepatienten in Nordrhein wurden ignoriert. Auch heute noch findet man im Arztsuchportal dieser KV keine Suchkriterien, um von den 18.000 KV-Mitgliedern einen mit Borreliose erfahrenen Arzt finden zu können.

Borreliose sei doch von jedem Hausarzt leicht zu behandeln, winkte auf jener Tagung der Kölner Arzt Heinrich Antz, unter anderem Mitglied des KBV-Vorstandes, ab. Das nahmen einige Patienten wörtlich und suchten bei ihm Heilung. Im Frühjahr 2009 schickte Antz eine Art Hilferuf an den BFBD. Er sei kein Spezialist für Borreliose und man möge ihn, um Enttäuschungen bei den Patienten zu vermeiden, aus “der Liste” streichen. Es existiert keine Liste, so der BFBD. Arztadressen kursieren auf dem Weg der Selbsthilfe. Immerhin existierten über 100 Borreliose-Selbsthilfegruppen in Deutschland, sieben davon in NRW.

Vakuum in der Lehre der Infektionskrankheiten

Woran scheitert das Interesse für Borreliose? Am Nichtwissen und am Nichtwissen-Wollen der Ärzte. Vor 2003 wurden überhaupt keine Infektionskrankheiten in Deutschland gelehrt. Die Pocken galten als besiegt und für alles andere gab es Antibiotika. Erst Aids und Hepatitis rückten Infektionskrankheiten wieder in das Blickfeld der Medizin. Dagegen gibt es Medikamente. Für die Forschung werden Bundesmittel und Gelder der Pharmaindustrie eingesetzt. Sie verdient ja auch ganz gut daran. Nicht so bei der Borreliose. Selbst bei staatlich angestoßenen Studien wie bei der Helmholz-Gemeinschaft ist Borreliose ein B-Wort und nicht mehr und fällt ständig durch das Raster. Die Pharmaindustrie schweigt. Die für die Behandlung einer Borreliose notwendigen Antibiotika besitzen keinen Patentschutz mehr und können von Generikaherstellern preiswert nachgebaut werden. Heute wird Borreliose an den Hochschulen in acht Stunden im achten Semester abgehandelt.

Politisch gelenkte Verweigerung

Das Robert Koch-Institut (RKI) und das nachgelagerte Nationale Referenzzentrum Borrelien (NRZ) verbreiten in den Medien mangels aktueller Daten 20 Jahre alte Zahlen: 40.000 bis 80.000 Erkrankungen gäbe es angeblich jährlich. Unkritisch übernehmen die Medienvertreter diese Zahlen, als entsprängen sie aktuellen Erhebungen. Dabei gibt es aktuelle Zahlen. 2009 erhielten rund 110.000 gesetzlich versicherte Bürger aus NRW die Diagnose Borreliose. So oft wurde von Kassenärzten die Diagnose nach dem ICD A 69.2, dem Internationalen Code für Krankheiten (englisch Disease) definiert und zur Abrechnung an die KV gegeben. Für das ganze Bundesgebiet kommen nach Hochrechnung mit den Zahlen aller Gesetzlichen Krankenkassen knapp 800.000 Borreliosepatienten zusammen. Durchschnittlich 0,97 Prozent aller gesetzlich Versicherten zeigten das beweisende Symptom einer Wanderröte nach einem Zeckenstich. Wenn man bedenkt, dass nur etwas die Hälfte aller Infizierten dieses Merkmal ausbildet, dürfte die realistische Zahl doppelt so hoch sein. Die Privaten Krankenkassen kämen da noch hinzu. Aber auch diese Zahlen beeindrucken weder die Sozialministern noch die Ministerpräsidentin.

Richtig interessant für Politiker und für Journalisten wird die Borreliose nur, wenn sie selbst oder einer ihrer Lieben davon betroffen sind. Speziell Medienvertreter recherchieren dann beim BFBD, lassen sich mit normalerweise kostenpflichtigen Fachzeitschriften beschicken und schreiben am Ende doch nichts. Meistens stimmen weder die Namen noch die Medien.

Tabu für das Das B-Wort

Borreliose befindet sich in einer Tabuzone. Wer noch in Lohn und Brot steht, verschweigt sie, weil er auf der nächsten Entlassungsliste stehen könnte als möglicherweise kränklich, als chronisch krank, als potenzielle Belastung. Zoltan Sebescen, Stuttgarter Kickers, danach Leverkusen, sprach in Bezug auf seine Borreliose von “einer Fußballkarriere mit einem Scheißende”. Die Bakterien hatten ihm die Schleimhäute und den Meniskus zerfressen.

Bei Politikern führt die eigene Betroffenheit schon eher zum Handeln. Gerade haben das Saarland und das Rheinland-Pfalz verkündet, dass sie ab 2011 eine Meldepflicht Borreliose einführen werden. Es sind die ersten der alten Bundesländer, die den Kopf nicht in den Sand stecken wie NRW, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg. Meldepflicht für Borreliose ist nicht neu. In den neuen Bundesländern gibt es sie seit den 90er Jahren. Die Kriterien sind jedoch ziemlich löcherig und taugen nicht, daraus einen Trend für das Bundesgebiet ablesen zu können. Da frohlockte beispielsweise das Land Sachsen-Anhalt mit dem starken Rückgang der Borreliose. Nur 357 Fälle seien in 2009 gemeldet wurden. Gleichzeitig rechneten Ärzte jedoch über 1200 Mal die Diagnose ab. Gegen diese Menschen verachtende Diskrepanz zwischen Geldverdienen und Mühsal, ein Formular ausfüllen zu müssen, entwickelt die Deutsche Borreliose-Gesellschaft (DBG) nun Falldefinitionen, die zu realistischeren Daten führen sollen, auch in den neuen Bundesländern, deren Fallzahlen vom RKI auf das Bundesgebiet hochgerechnet werden, was freilich eine lächerlich geringe Häufigkeit der Borreliose in Deutschland darstellt.

Die interfakultär wirkende DBG mit etwa 250 Mitgliedern wird jedoch von den eigenen Kollegen ignoriert und selbst vom Robert Koch-Institut, langer Arm des Bundesgesundheitsministeriums, bei Borreliose-Workshops ausgegrenzt. Auf Medizinerkongressen findet Borreliose kaum statt und wenn doch, um sich über Patienten lächerlich zu machen. Selbst die ärztliche Standespresse mit Sitz in Köln, das Deutsche Ärzteblatt, duldet keine Berichtigungen ihrer für die Fortbildung abgedruckten Texte, selbst wenn gravierende Fehler offensichtlich sind. Borreliose als häufige multiorganische Infektion wird weggedrückt und die Patienten im Stich gelassen.

Lukrative Fehldiagnosen

Fortbildungsveranstaltungen zielen auf die lukrativen Fehldiagnosen, die mit patentgeschützten und dadurch hochpreisigen Medikamenten behandelt werden können, selbst wenn sie bei Borreliose unwirksam sind. Multiple Sklerose ist so eine Fehldiagnose und Fibromyalgie und Rheuma und erst recht Depression. Auch die Bundesärztekammer reagiert nicht auf den Vorwurf, dass sich – außer den Neurologen – sämtliche Berufsverbände der medizinischen Fakultäten nicht zur Borreliose äußern würden. Diese Vorgänge vermitteln den Eindruck, als würden alle – Ärzte und Politiker – die Augen zukneifen, als würde der Kelch Borreliose dann an ihnen vorüber gehen.

Das alles ist möglich, weil die Labortests nicht standardisiert sind und man mit dem gleichen Blut in einem Labor positiv und im nächsten negativ getestet werden kann. Zwar sollen selbst nach Lehrmeinung bei einer Borreliose-Diagnose nicht die Laborparameter ausschlaggebend sein sondern die Symptome. Doch die Ärzte sind unerbittlich laborgläubig. Etwa 30 verschiedene sogenannter Antikörper-Tests befinden sich auf dem Markt. Das Robert Koch-Institut ist nicht in der Lage oder nicht willens, eine Standardisierung herbeizuführen, im Bewusstsein, dass jeder Test reine Lotterie ist. Minister Rösler zweifelt jedoch nicht an seinem Institut und rühmt immer wieder “unser exzellentes deutsches Gesundheitssystem”.

Denkwürdigerweise wohnt einer der ersten Wissenschaftler, die sich der Borreliose annahmen, hochbetagt im Raum Köln. Einst als Präsident des Bundesverbandes der Infektiologen für seinen Spürsinn und sein Engagement geehrt, ist diese Ärzteorganisation heute nicht mehr in der Lage, Fragen zur Borreliose zu beantworten. Sie haben die Krankheit, wie auch die Internisten, Rheumatologen, Kardiologen, Haus- und Augenärzte bei den Neurologen abgegeben. Aber das ist schon wieder eine andere Dramatik, die nicht ausschließlich mit NRW zu tun hat, aber auch immer wieder mit NRW und seinen unbehandelten Borreliosepatienten. 14 Prozent aller Anfragen beim BFBD nach einem Borreliose-Arzt kommen aus NRW.

Quellen:

www.borreliose-bund.de
www.borreliose-gesellschaft.de

Literatur: Borreliose-Jahrbuch 2011, BOD, 184 Seiten, 17,90 €

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35 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Augen zu: In NRW gibt es keine Borreliose Eine Krankheit wird … // Dez 18, 2010 at 16:46

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  • 2 zoom » Umleitung: Jackson - ja, der, Kirche ohne Schafe, glücklich ohne Gott, rechte Parolen, bewegliche Ziele, Guttenberg-Show und mehr. « // Dez 18, 2010 at 22:14

    [...] Borreliose: eine totgeschwiegene Krankheit? … WirInNRW [...]

  • 3 Links anne Ruhr (19.12.2010) » Pottblog // Dez 19, 2010 at 09:26

    [...] In NRW gibt es keine Borreliose oder: Eine Krankheit wird totgeschwiegen (Wir in NRW) – [...]

  • 4 Ute Fischer // Dez 27, 2010 at 11:14

    Erwiderung auf den Antwortbrief des Gesundheitsministeriums

    21. Dezember 2010 von Ute Fischer

    Borreliose-Tests scheitern an den KVen

    Sehr geehrte Frau Ministerin Steffens,

    es ist ja lobenswert, dass Sie für Borreliose-Patienten kämpfen wollen,
    indem Sie die Kostenübernahme der Borreliose-Tests durch die Krankenkassen fordern.
    Die haben sich vermutlich vor Lachen gekrümmt, weil Sie etwas fordern, was bereits existiert. Sämtliche Antikörper-Suchtests sind Kassenleistung, sofern sie ein Arzt anordnet. Doch hier steckt das Dilemma. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Nordrhein und Westfalen-Lippe wie auch die übrigens KVen der Bundesländer drangsalieren ihre Mitglieder, dass sie den relativ sicheren Westernblot nur dann ordern sollen, wenn der absolut unzuverlässige Elisa zufällig positiv ausfiel. Negativ getestete Patienten fallen selbst mit typischen Borreliose-Symptomen durch dieses Raster, weil ihre Behandler mangels Wissen und Erfahrung den Blot verweigern. So beginnen Karrieren von chronischen Borreliosen, die früher oder später absolut unheilbar sind.

    Noch immer nicht nehmen weder Sie noch die Ärzteschaft zur Kenntnis, dass beide Suchtests nicht standardisiert sind. Man kann mit dem gleichen Blut in einem Labor positiv und im nächsten negativ ausfallen. Sie sollten Forderungen nicht an die Krankenkassen stellen sondern ans Robert Koch-Institut und dieses ans Nationale Referenzzentrum Borrelien, Oberschleißheim. Dort sitzt der Leiter Dr. Volker Fingerle, der schon seit Jahren beauftragt ist, für eine Standardisierung zu sorgen und stattdessen Stigmatisierungsparolen an die Ärzte herausgibt, Patienten wegen selbst angelesener „Internet-Borreliose“ als psychisch krank zu erklären.

  • 5 Edith H. // Dez 27, 2010 at 18:09

    Ich kann mich diesen Forderungen nur anschließen! Auch mein erster Borreliosetest war vor Jahren nach einer sicheren Borrelioseinfektion durch Zeckenbiss mit nachfolgendem Erythema Migrans im Elisa negativ. Nach früh einsetzenden Symptomen veranlasste ich auf eigene Kosten in einem spezialisiertem Labor einen Westernblot, der eindeutig positiv ausfiel.
    Hätte ich nicht in hartnäckiger Eigeninitiative auf Behandlung gedrängt, wäre die Borreliose noch weiter verschleppt worden!
    Folge dieses ganzen Missstandes: ein Jahr nach dem Zeckenbiss war ein dreiwöchiger Krankenhausaufenthalt notwendig.

  • 6 Ernst Steffan // Dez 27, 2010 at 18:20

    Ich habe GENAU das was Frau Fischer hier beschreibt vor ein paar Jahren selbst erlebt: Ein und dieselbe Blutprobe ging an ein Labor in München und eines in Köln. Ergebnis aus Köln: Such – und Bestätigungstest positiv, zahlreiche hochspezifische Banden. Ergebnis aus München: Suchtest negativ, Bestätigungstest deshalb nicht durchgeführt, keine Borrreliose. Das Labor in München wurde gebeten den Bestätigungstest dann doch zu machen. Ergebnis: Positiv, zahlreiche hochspezifische Banden. Mein Arzt war entsetzt, er hatte sich bis dahin auf den Test des Labors in München verlassen.

    Angesichts dessen ist das Verhalten des RKI, der Krankenkassen, der Ärzte und auch der Gesundheitspolitiker haarsträubend: Roulette-Spiel mit der Gesundheit Borrelioseinfizierter, um ein paar Euro zu sparen. Und nicht aus Unwissenheit, das alles ist längst bekannt, sondern die Folgen billigend in Kauf nehmend.

    Auch was Frau Fischer über dieses “Nationale Referenzzentrum Borrelien” schreibt, das praktisch nur aus einer Person, einem Herr Dr. Fingerle besteht, ist völlig korrekt: Woran dort gearbeitet wird ist nicht etwa die unsägliche Situation bei der Borrelien-Serologie zu verbessern, sondern die Krankheit zu verharmlosen und die Patienten mittels des dort erfundenen Begriffes “Internet-Borreliose” zu verarschen. Auch das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

  • 7 Beate Scholl // Dez 27, 2010 at 20:22

    Wenn wirklich jeder Hausarzt eine Borreliose behandeln könnte, wäre ich nicht chronisch krank. Mein Hausarzt konnte meine Borreliose nicht mal diagnostizieren, obwohl ich das überaus typische “erythema migrans” – die Wanderröte – hatte. So bekam ich auch nicht den unzuverlässigen Bluttest, keine Antibiotika, und drei Monate später hatte ich Lähmungen.
    Meinen Sie, sehr geehrter Herr Gesundheitsminister, dieser Hausarzt hätte die Verantwortung für seinen Behandlungsfehler übernommen? NEIN, wo denken Sie hin! Er fäschte sogar meine Krankenakte, als ich ihn gerichtlich belangen wollte. SO sieht die Sache aus, so schnell kann sich auch ein Arzt aus der Verantwortung stehlen.
    Natürlich sind Antikörpertests Kassenleistung. Aber: wenn ein Arzt diese Tests nicht für notwendig hält? Sie sollten dafür Sorge tragen, dass die Ärzte besser fortgebildet werden. Borreliose ist keine Internet-Krankheit, sondern eine schwere bakterielle Infektion. Auch, wenn das von Ärzten, die den mit mir Betroffenen sehr wohl bekannt sind, bestritten wird.
    Ich wäre sehr gern so gesund wie vor dem Zeckenstich vor über 21 Jahren. Leider hat das ein nicht informierter Arzt vereitelt.
    Eine Meldepflicht halte ich für sehr wichtig, damit man zuverlässige Zahlen über die Infektionshäufigkeit BELEGEN kann.

  • 8 Ulrich B. // Dez 27, 2010 at 22:32

    Ich kann mich dem, was Frau Fischer schreibt nur anschließen. Als Patient glaubt man, dass die Borreliose totgeschwiegen werden soll. Von wem auch immer… Nach einem Ärzte-Marathon bin
    ich heute “dankenswerter Weise” chronisch erkrankt. Ich habe unsere Politiker so satt und werde es bei den nächsten Wahlen entsprechend würdigen.

  • 9 Astrid R. // Dez 27, 2010 at 22:41

    Auch ich habe meine Erfahrungen machen müssen. Jahrelang schwerst krank habe ich zig Krankenhausaufenthalte hinter, sowie teure Untersuchungen, die letztendlich alle nicht zu einem Ergebnis geführt haben und mein Problem auch keineswegs schmälerten. Das Blut auf Borreliose testen lassen, war schon ein harter Kampf mit den Ärzten. Dann wurde nur ein Elisa Suchtest gemacht. Dieser war jedoch negativ. Einen Westernblot ließ ich auf eigene Kosten machen – auch negativ. Die Beschwerden blieben. In einem anderen Labor war ich jedoch im Elisa Suchtest positiv und auch die spezifischen Banden waren vorhanden. Ein standardisierter Test würde mehr Klarheit schaffen und auch unnötige hohe Kosten für Doppeluntersuchungen von Elisa und teuren Westernblot in verschiedenen Laboren könnten so gespart werden wenn man sich auf das erste Blutergebnis verlassen könnte.

  • 10 Peter S. // Dez 28, 2010 at 09:36

    Frau Fischer spricht die Wahrheit!
    Ich hatte eine Borrelieninfektion und auch die Wanderröte. Der Test nach 2 Wochen war negativ und mein Arzt sagte, das ist dann nichts. War aber nicht so. Nach drei Jahren und einer schweren Virusgrippe brach die Borreliose aus! Ich muss sagen, dass ich schon vorher viele Symptome hatte, die mein Arzt immer auf alle möglichen und unmöglichen Ursachen schob. Stress war meist eine der Ursachen.
    Noch heute habe ich Probleme mit den Gelenken, beide Knie sind geschädigt, Ellenbogen, Schultern, Sehnen an den Handgelenken usw.usw.
    Es müssen endlich zuverlässige Tests kommen und die Ärzte müssen endlich kapieren, dass man nicht zwei Wochen nach einem Zeckenstich Antikörper sieht. Das dauert nämlich viel länger und allein aus dem Grund, dass Ärzte sagen, negativ – dann ist da nichts – sind viele Menschen chronisch krank. Das Schlimme daran ist: diese Menschen müssten nicht chronisch krank sein, wenn die Ärzte besser informiert wären.

  • 11 Anja M. // Dez 28, 2010 at 10:52

    Vielen Dank für diesen Artikel, Frau Fischer.

    Ich kann alles nur bestätigen. Ich musste zweimal per Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert werden, um endlich die Diagnose “Neuroborreliose” zu erhalten. Doch oh Wunder – endlich hatte ich eine Diagnose für alle Beschwerden, freute mich darüber, um dann entsetzt festzustellen, dass ich keine adäquate Medikamentation verschrieben bekomme.

    Alle anderen Falschdiagnosen hatten zur Folge, dass mir Medikamente en masse verschrieben wurden, eine Reha wurde eingeleitet, eine stationäre und eine nachfolgende ambulante. Für meine Schmerzen fand ich überall ein offenes Wort, so lange die Diagnose NICHT Borreliose lautete.

    Doch das änderte sich sofort als ich endlich die richtige Diagnose mit dem Unwort “Borreliose” erhielt. Auf einmal wurde ich von Ärzten nach meinem psychischen Befinden befragt, auf einmal wurde sich um ein Rezept rumgewunden. Ich konnte dieses veränderte Verhalten der Ärzte nicht nachvollziehen.

    Als Borreliosekranker wird man doppelt bestraft – mit der Krankheit an sich und von Ärzten, die diese Krankheit negieren und verharmlosen und eine adäquate Behandlung verweigern.

  • 12 b.m. // Dez 28, 2010 at 12:04

    Sehr guter Artikel!
    Es wird deutlich welch umfassende Missstände bei der Diagnose und Therapie (zu der es oft nie adäquat kommt) der Lyme Borreliose herrschen. Diese sind nicht spezifisch für NRW oder Deutschland, sind jedoch allerorts verursacht durch eine fatale Ignoranz der wissenschaftlich ungebildeten Ärzteschaft. Gerade die Meinungsführer in einflussreichen Positionen (RKI, NRZ) einbegriffen: die wenigsten kennen die tausenden Publikationen welche die Ursachen / Mechanismen der Persistenz und Behandlungsresistenz von Spirochäten beleuchten oder sie schlicht erstmal belegen.
    Auf solche hingewiesen heisst es dann “die Publikation glaubt keiner, da stimmt etwas nicht”.
    In der Tat stimmt etwas nicht…

  • 13 Josef Spanne // Dez 28, 2010 at 12:11

    Vielen Dank Frau Fischer.
    Thema Borreliose. Meine neurologischen Symptome waren so stark, dass ich das Angebot meiner Hausärztin gerne annahm, einen Psychiater aufzusuchen. Seine Diagnose: Achja, unsere stressige Zeit. Diese Diagnose war im Nachhinein katastrophal für mich. Es folgten Beruhigungsmittel und Antidepressiva in Massen. Leider aber keine Besserung! Zur Antwort bekam ich zu hören, das Antidespressiva nicht bei jedem wirken. Bedingt durch einen beruflichen Umzug landete ich dann (der Herr sei’s gedankt) zufällig bei einem undogmatischem Neurologen. Der übrigens dann auch keine netten Worte über die Methoden des Psychiaters verlor.

    Ich hatte eine gehörige Infektion des zentralen Nervensystems (Untersuchung Liquor), sowie einen hochpositiven LTT-Test auf Borrelien und 2 anderer Bakterien. Das alles übrigens vor dem Hintergrund, dass der 08/15- Elisa-Test stets negativ war.

    Fazit: Nach langer Einnahme von Antibiotika habe ich erheblich an Lebensqualtiät gewonnen.
    Hätte man die Krankheit rechtzeitig diagnostiziert wäre mir (“uns”) das alles erspart geblieben. Ich werde nie wieder einen Psychiater konsultieren.

  • 14 Monika Ellerbeck // Dez 28, 2010 at 12:50

    Ich selber bin schwerst an Borreliose erkrankt, und finde es von einigen Ärzten ein Unverschämtheit wie sie mit Schwerst kranken umgehen. Ich kann nur die Forderung nach einer Meldepflicht nfür Borreliose unterstützen.
    ich so viele die von allen ärzten in Stich gelssen wurden/werden.
    Ich bin sehr gerne bereit die Damen und Herren des Gesundheitsministeriums zu mir einzuladen damit Ihnen die Augen geöffnet werden was die Borreliose anrichten, kann.

    Ich persönlich fahr 500 Km zu einem Spezi um Hilfe zu bekommen und erfahre dann das es kaum Ärzte gibt die seien Therapie empfehlungen durchziehen. Das ist ein Trauerspiel und der Kranke bleibt auf der Strecke.

    Ich habe nur einen wunsch endlich mal sagen zu können es geht mir etwas besser aber solange die Borreliose von Instituten die mit veralteten Zahlen weiter arbeiten obwohl neue vorliegen habe ich dies Hoffnung begraben müsssen. :-(

  • 15 Petra B. // Dez 28, 2010 at 13:28

    Auch mir erging es so ähnlich.
    Jahrelange schwerwiegende Beschwerden und keinesfalls Befindlichkeitsstörungen, etliche teure Untersuchungen mehrere Krankenhausaufenthalte. Dann nach Jahren die Diagnose Neur-Borreliose. Auch ich war glücklich endlich einen Grund für meine vielen Schmerzen und Lähmungserscheinen zu haben.
    Auch ich freute mich endlich wieder gesund zu werden. Aber von wegen! Professoren in der Neurologie meinten dann “Post Lyme Syndrom” Keine Therapie mehr erforderlich.
    Danach etlich Ärzte um Rat gefragt. Diagnose: “Psychisch” Wenn man aber nicht mehr laufen kann weil die Beine versagen, man unerklärliche furchtbare Schmerzen hat,
    man vor Schwindel sich nicht mehr im Alltag zurecht findet, nicht mehr in der Lage ist zu arbeiten und man das Gefühl todsterbenskrank zu sein, dann versteht man als Mensch unser Gesundheitssystem nicht mehr!! Therapieempfehlung eines Spezialisten wurden von etlichen Ärzten verweigert. Ich war kurz davor, wie auch andere Patienten, meinem Leben ein Ende zusetzen. Was ist das für eine Welt. Wir alle wollen wieder gesund werden!!!

  • 16 Roland M. // Dez 28, 2010 at 14:32

    Wir brauchen DRINGEND diese Meldepflicht für Borreliose auch hier in NRW. Ich appelliere an Sie, Frau Kraft und Frau Steffens, bitte setzen Sie sich dafür ein. Wir brauchen endlich Fakten. Borreliose ist eine grausame Krankheit. Wir Betroffene haben ein Recht darauf, dass sich irgendjemand endlich einmal um diese Infektionskrankheit kümmert.

  • 17 Daniel D. // Dez 28, 2010 at 15:52

    Dieser Artikel trifft voll ins Herz jedes Borreliose Betroffenen!

    Ich bin selbst erst 23 Jahre jung und musste einen Ärztemarathon durchlaufen innerhalb der ca. 4 Jahre bis endlich meine Diagnose gestellt wurde.

    Ich hab Kardeologen (Herz untersucht) Pulomologen(Schlafqualität untersucht) Orthopäden (Wirbelsäule untersucht) Neurologen(Hirnströme messen lassen, auf Depressionen testen lassen usw) u.v.m. durchgemacht.
    In dieser Zeit war ich mindestens 4 mal zur Kernspintomographie, ich weiß nicht wieviel unnötiges Geld hier rausgeschmissen wurde, aber auf Borreliose kam man nie.
    Und da man nichts gefunden hatte (nach wechseln meines damligen Hausartztes immer noch) kam man auf die glorreiche Idee auf die Depressionschiene zu gehen, dagegen wehrte ich mich aber strikt bis dahin wo meine Hausärztin zu mir sagte “wieso nehmen sie nicht einfach diese Antidepressiva”, ich sagte zu ihr weil ich zuvor alles andere ausgeschlossen haben möchte.

    Erst dann kam Sie auf die Idee mich auf Borreliose zu testen (nach 4 Jahren!!!!) wo mein Zustand dramatisch schlechter geworden ist.
    Meine Ausbildung den Bach runterging, da ich mich nicht mehr konzentrieren konnte, keine Kraft hatte, keine Ausdauer mehr usw.
    Ich hatte das Glück, dass dieser Test positiv rauskam.
    Da dachte ich okay ab jetzt wird alles gut- so hatte meine Hausärztin mir 3 Wochen Antibiotika verschrieben und meinte alles wäre jetzt gut, was noch da wäre müsste auf Depressionen zurückgeschoben werden.
    Die Gelenkschmerzen sind weggegangen, alles andere ist jedoch geblieben.

    Nur durch Eigeninitiative und Eigenrecherche bin ich auf die “Deutsche Borreliose Gesellschaft” gestoßen, die als Therapie bei Chronischen Stadium mehrere Monate empfiehlt.

    Ich bin nicht wie vorher, aber es geht mir deutlich besser.
    Hätte man dies früher erkannt,hätte man Kosten, Zeit, viele Demütigungen ersparen können die ich erfahren habe von versch. Ärzten usw.

    Das Thema Borreliose kennen die Ärzte nicht, kein bisschen.
    Im Gegenteil ich wollte in eine Uni-klinik deswegen, dort sagte man mir nein das geht nicht die wollen mich nicht, es wurde schon alles getan, so eindeutig!
    Somit musste ich mich auf den langen Weg zu einem der wenigen Spezialisten machen, sodass sich dieser mir annimmt.
    Im nachhinein kann ich aber sagen, dass dies besser so ist weil die Leute die in diese Uni-klinik gegangen sind wurden alle auf die Psychoschiene eingestuft.

    Ich bin entsetzt schockiert und einfach nur traurig wie das so sein kann, das noch traurigere daran ist das ich inzwischen Menschen kennengelernt habe (sehr sehr viele Menschen) die genau das gleiche Schicksal erleiden mussten!

  • 18 Margarethe D. // Dez 28, 2010 at 16:12

    Jeder der Betroffenen, muss ein Leben leben das eigentlich eines Menschen nicht mehr würdig ist.
    Dies ist nicht hier in Worte zu fassen und das kann man auch gar nicht.
    Keiner kann es sich vorstellen wie es ist an Borreliose zu leiden und da tun es diese Beiträge hier leider auch nicht wieder das Schicksal ändern, aber jeder Betroffene der das Glück hatte richtig diagnostiziert zu werden und auch das Glück behandelt zu werden, hofft durch solche Beiträge, dass man doch etwas tut auf diesem Gebiet und dass man linderung oder Heilung widerfahren wird.

    Ich würde gerne jedem Arzt sagen, der so hinter diesen Leitlinien steht.
    Lasssen Sie sich doch von eine Zecke stechen und lassen mal Zeit vergehen und dann nehmen sich mal 3 Wochen Antibiotika danach müsste es doch weg sein?!

    Die Meldepflicht, wäre der erste Schritt damit man endlich sieht- das es nicht verinzelt Leute sind die Betroffen sind- sondern sehr sehr viele!!!

  • 19 John Locke // Dez 28, 2010 at 17:33

    Exzellenter Artikel! Es ist wahrlich an der Zeit, dass die ansonsten oft so träge Politik einmal
    etwas Handlungsschnelligekit beweist. Ich will nicht wissen wieviele fehldiagnostizierte Menschen in NRW und Deutschland generell
    von Arzt zu Arzt rennen, im besten Fall, vor sich
    hin siechen als Sozialfall oder gar nicht mehr am Leben sind im schlimmsten Fall! Dies ist eine scheußliche hochkomplexe Seuche! Und genau
    dies wird auch in den nächsten Jahren immer mehr ans Tegslicht kommen, denn die schiere Menge an Neuinfektionen kann irgendwann nicht mehr unterdrückt werden! Ansonsten ist alles im Artikel sehr gut beschrieben! Und Politiker, nehmt endlich mal das Volk ernst, es sind nicht nur stupide Wutbürger, sondern mindest ebenso intellektuell fähige mit Denkfähigkeit gesegnete Bürger wie iher auch.
    Es reicht nicht immer nur vor Wahlen Versprechen abzugeben um sicher über die Ziellinie zu kommen und danach alles wieder zu vergessen!!!! Dies lässt der moderne Mensch nicht mehr einfach so auf sich beruhen! Also tut was, denn ihr seid Angestellte des Volkes !!!!

  • 20 Heike N // Dez 28, 2010 at 21:19

    Danke für diesen Artikel.
    2009 wurde ich von einer Zecke gestochen, als Allgemeinärztin wusste ich ja aus der Fortbildung des Deutschen Ärzteblattes und der MMW wie gut die Borreliose zu behandeln sei und orientierte mich dann als ich Beschwerden bekam, an diesen Empfehlungen.
    Die Beschwerden wurden weniger um nach Therapie umso heftiger aufzuflammen.
    Ich war mit meinem Latein am Ende.
    ELISA negativ, ich landete in der burn-out Ecke.
    Nach monatelanger Suche fand ich schließlich eine Infektionsmedizinerin, die mich behandelte – nach 6 Monaten Beschwerden war der ELISA dann schließlich auch positiv und die Erkrankung weit fortgeschritten.
    Seit über einem Jahr bin ich erwerbsunfähig,
    viele Beschwerden haben sich unter Antibiotika gebessert. Einige sind geblieben.
    Das Ärzteblatt und die MMW haben meine Leserzuschriften bezüglich der in meinen Augen unzureichenden Fortbildung nicht publiziert.
    Mein Rentenversicherer (Ärzteversorgung)
    hat die Erkrankung bislang nicht anerkannt.
    Bei vielen Kollegen stoße ich auf Unverständnis.
    Nach 3 Wochen Antibiotika ist die Borreliose doch ausgeheilt!
    Vielleicht wäre ich bei rechtzeitiger entschiedener Behandlung inzwischen wieder gesund und arbeitsfähig?

  • 21 Carmen // Dez 29, 2010 at 19:03

    Augen zu: In NRW gibt es keine Borreliose Eine Krankheit wird totgeschwiegen

    Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

    Seit 15 Jahren quäle und kämpfe ich für meine Tochter und mich. Trotz positive Befunde, Westernblot, LTT und histologischen Befund Acrodermatitis reagieren keine Ärzte auf unsere Symptome. Meine sind sehr schwerwiegend. Tilintropfen halten mich zeitweise aufrecht, sonst könnte ich gar keine Arztbesuche mehr antreten. Wenn ich das Thema Borreliose ansprechen, bleiben die Ärzte mit sinkendem Kopf sitzen und schweigen. Es kommt kein Kommentar. Sie versuchen mit der Psychoschiene abzulenken, wobei sie bei mir auf Grannit stoßen. Unverschämte Bemerkungen wie, ich solle mal wieder in die Disco gehen und mir einen Freund zulegen. Weitere Bemerkungen erspare ich hier lieber. Sie sind zu demütigend.
    Mitlerweile sind Autoimmunerkrankungen eingetreten. Bei meiner Tochter Hashimoto und bei mir Morbus Basedow. Gesamter Hormonhaushalt ist gestört. Schilddrüsenwerte können seit vielen Jahren nicht eingestellt werden. Hierzu bedarf es weiterer Untersuchungen. Wenn Ärzte spüren, dass der Patient informiert und sich um seine Gesundheit kümmert möchte, reagieren sie agressiv und werden laut.

    Durch dieses gesamte Dilemma war ich gezungen hunderte von Kilometern zu fahren. Kredite musste aufgenommen werden zwecks Behandlungen. Durch die Finanzkrise verlor ich meinen Job. Behandlung konnte nicht mehr durchgeführt werden. Gesundheitlicher Zustand ging rapide bergab.

    Arbeitsunfähig. Gelte aber als arbeitsfähig, da es keine chronische Borreliose gibt.

    Wegen starken Hormonstörungen wurde ich schwerst depressiv und suizidgefährdet. Ärzte glaubten mir nicht und wollten mich in die Psychiatrie einweisen.

    15 Jahre und es nimmt kein Ende. Zuletzt sagte mir eine Ärztin: ich kann sie zwar verstehen, aber mir geht es jetzt auf den Nerv!

    Darf so die Behandlung von Borreliosepatienten aussehen?

    So können keine Kosten gespart werden. Durch diese Verhaltensweise explodieren die Kosten.

    Ich möchte nur eines. Meine Gesundheit auf einen Stand bringen, dass ich wieder voll arbeitsfähig werde. Meinen gut dotierten Job zurück, damit ich selbst für unsere Gesundheit sorgen kann. Weitere Demütungen sind nur noch schwer zu ertragen

    Auf Ärzte und Krankenkassen ist kein Verlass

  • 22 Willi Hofstetter // Dez 29, 2010 at 20:07

    Ich fordere für jeden Borreliose-Fall eine dringende ärztliche Meldepflicht. (vor den Folgekosten scheut sich unsere Bundesregierung)

  • 23 kal // Dez 30, 2010 at 02:42

    Nach 10 Jahren Krankheit, 8 Monaten Antibiotika bin ich geheilt. 3 Wochen Antibiotika hätten mir nicht geholfen.
    Anschließend noch 1,5 Jahren Rekonvalenz-Zeit und ich bin Okay. Hätte ich früher haben können.

    Ich habe schon viele Mütter gehört, mit kleinen Kinder, die die gleichen Symptome haben, die ich hatte. Diese Kinder wurden abgeschoben.

    Sie machen sich alle schuldig, da Sie diese Bakerieren, diese Krankheit verharmlosen – obwohl eigentlich bekannt.

    Ich verspreche, sollte ich nochmals daran erkranken, keine Hilfe bekommen, werde ich meiner Krankheit freien Lauf lassen.

    FG

  • 24 Carmen // Dez 30, 2010 at 08:01

    Nicht nur eine Meldepflicht ist vonnöten

    In der medizinischen Versorgung sollte dringendst Prävention betrieben werden.

    ” Die billigste Krankheit ist die, die verhindert wird.”

  • 25 Wir in NRW // Dez 30, 2010 at 11:05

    [...] [...]

  • 26 Sarah // Dez 30, 2010 at 15:30

    Ich hatte in der Schule gelernt, dass in diesem Land gilt:

    >Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.<

    WAS IST MIT MEINEM LEBENSRECHT PASSIERT?
    -Heute merke ich, Deutschland ist egal ob meine Träume Träume bleiben und ob meine Pläne nie umgesetzt werden.
    Ich lebe nicht in einem Rechtsstaat, der mich schützt.

  • 27 Mechthild S. // Dez 30, 2010 at 20:14

    Als niemand mehr wusste, was ich habe, kam ein findiger Neurologe auf die Idee, dass ich MS habe.
    Warum? Weil ich Entmarkungen im Gehirn habe – und die hat man nur bei MS zu haben.
    Die positiven Borreliose-Antikörper wischte er weg, die hat jeder Mensch. Behandlung? Nicht nötig.
    Ein Jahr wurde ich gegen MS behandelt. Eine MS, die ich gar nicht hatte. Bis ich in den Rollstuhl sollte, weil die Behandlung mich fast gehunfähig machte. ICH, nicht mein Arzt, beendete diese unwürdige Behandlung, die, weil ich so einen schweren Verlauf der MS hatte, immer stärker dosiert wurde. ICH, kein Arzt, beschloss, den positiven Borreliose-Antikörpern nachzugehen. Durch Antibiotika lernte ich sehr langsam, wieder die Beine zu kontrollieren und die Arme zu benutzen. Das war mir alles durch eine falsche Behandlung nicht mehr ausreichend möglich.
    So lange Ärzte nicht erkennen (wollen), dass Borreliose 1000 Gesichter haben kann und nur mit Scheuklappen diagnostizieren, so lange werden immer wieder schwer kranke Menschen entweder falsch oder gar nicht behandelt – oder sie bekommen Antidepressiva. Die hat man mir mehr als nur einmal verordnet. Genommen habe ich sie nie, weil ich nie depressiv war.

  • 28 reini // Dez 31, 2010 at 01:24

    ich habe den Bericht gelesen.
    Es klingt bestimmt unsachlich.
    Ich kann aber nicht anderst reagieren.

    SO SIND DIE VERANTWORTLICHEN DER POLITIK IMMER

    Die wissen genau was für Kosten auf sie zukommen, wenn diese Krankheit als richtige Krankheit bestätigt wird.

    Unser Sohn hat seit dem Kindesalter Borelliose.
    Er wurde bei den Ärzten immer als Jammerer hingestellt.
    Meine Frau ist mit den Beschwerden unserem Sohnes von Arzt zu Arzt gewandert. Keiner kam auf den Gedanken, ihn mal auf Borreliose zu testen.
    Meine Frau war beim Kinder- Augen…… und allen möglichen Ärtzten. Zufällig ging meine Gattin zu einem HNO. Unser Sohn hatte ewig Probleme mit schlechtem hören und Ohrensausen. Der HNO hatte komischer Weise denVerdacht auf Borelliose, und veranlasste einen Test.
    Siehe da!!!!
    Borelliose im höchsten Grad.
    Unser Sohn ist jetzt 17 jahre alt.
    Er hat inzwischen ix Behandlungen hinter sich.
    Bis heute hat nichts geholfen.
    Unser Sohn hat außerdem viele andere Beschwerden, die auf die schnelle nicht zu erzählen sind.
    Um die ganze Geschichte niederzuschreiben , benötige ich sehr viel Zeit.
    Wenn jemand Fragen hat, kann er/sie gerne stellen.

    HAUPTSACHE

    von den verantwortlichen Entscheidern über Krankheit und Gesund hat keiner nahe Angehörige, die diese Probleme haben.

    EINEN GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR WÜNSCHT EUCH
    Reini

  • 29 Sarah // Dez 31, 2010 at 18:02

    Entschuldigung, aber der von mir eingefügte Text wurde gekürzt und macht deshalb keinen Sinn! Das ist, was ich abgeschickt habe:

    Ich hatte in der Schule gelernt, dass in diesem Land gilt:

    “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”
    Ich hatte geglaubt, dass dies der Fall sei und war stolz darauf.

    Seit meiner Borrelioseerkrankung weiß ich, dass dies in Deutschland nicht mehr der Fall sein kann.

    WER IST DA UM MEINE MENSCHENWÜRDE ZU SCHÜTZEN
    -wenn sie von Ärzten mit Füßen getreten wird?
    WER IST DA UM MEINE MENSCHENWÜRDE ZU SCHÜTZEN
    -wenn mich die Gesellschaft verspottet?

    Ich hatte Träume, ich hatte Pläne meine Begabungen zu Leben. Ich glaubte dieses Land lege Wert auf meinen Beitrag, auf mein Leben:

    “Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.”

    WAS IST MIT MEINEM LEBENSRECHT PASSIERT?
    -Heute merke ich, Deutschland ist egal ob meine Träume Träume bleiben und ob meine Pläne nie umgesetzt werden.
    Ich lebe nicht in einem Rechtsstaat, der mich schützt.

  • 30 reini // Jan 1, 2011 at 03:11

    Liebe Sahra,
    ich verstehe deinen frust .
    Lass dich nicht unterkriegen und kämpfe weiter.
    Gehe doch mal auf das Borreliosevorum.
    Da sind viele gleichgesinnte. Die können dir bei Fragen ,egal über die Krankheit,Rechtsfragen oder plaudereien weiterhelfen.
    machs Gut

  • 31 pet // Jan 2, 2011 at 05:38

    Bei mir wurde die Erkrankung mit vielen Symptomen erst nach 10 Jahren entdeckt.
    3 Wochen Antbiotika sind nicht ausreichend.

    Was ist eigentlich gegenüber früher passiert?
    Durch Recherchen und Fragen wurde mir erstmals klar, dass früher die Menschen mit Borreliose 1 Jahr lang behandelt wurden.
    Das sind Antworten ehemaliger Erkrankten – die jahre zuvor erkrankt waren.
    Heute geht das wohl finanziell nicht mehr.

    Was mich ärgert ist, dass man sich Borrelien im Freibad einfangen kann. Eigentlich sollte man gewarnt werden. Was ist mit Kindern, die nicht behandelt werden. Kann man diese noch in den Kindergarten lassen?

  • 32 Kerstin // Jan 3, 2011 at 10:57

    Vor 8 Jahren hatte ich einen Zeckenbiss ohne Wanderröte. Seitdem ging es mit meiner Gesundheit bergab. Ich war bei x-vielen Ärzten und Heilpraktikern. Keiner diagnostizierte Borreliose. Mehrfach mußte ich in die Notaufnahme, weil mein Körper am Ende war: Hashimoto, Vorhofflimmern, massive Gewichtsabnahme, Atemnot, Asthma.

    Jedoch, trotz der ganze organischen Diagnosen, wurde immer wieder alles auf die Psyche geschoben. Mein Hausarzt hatte nach Jahren meiner “Nerverei” die Nase voll und wollte mir Psychopharmaka geben, die ich ablehnte.

    Die Diagnose Borreliose fiel erst dieses Jahr, weil ich den Arzt wieder einmal gewechselt hatte. Aber nun hatten die Erreger schon so gut wie jedes Organ angegriffen. Ich bin seit 3 Jahren arbeitsunfähig, habe massive Erschöpfung, bis hin zur Bettlägrigkeit.

    Alles Psyche? Nun kommen die nächsten Probleme mit der Rentenversicherung. Die Amtsärztin meinte, mit einer chronischen Borreliose könne man tanzen gehen… wie entwürdigend ist es für jeden Betroffenen, sich diesen Situationen mit Ärzten aussetzen zu müssen. Auch diese Ärztin wollte alles auf die Psyche schieben.

    Ich fordere, dass die Ärzte in unserem Land wahrheitsgemäß über die Multisystemerkrankung Borreliose aufgeklärt werden, dass man als körperlich schwer kranker Mensch auch als dieser anerkannt wird und das einem geholfen wird. Und das nicht nur auf Privatrechung! Wenn meine Eltern mich nicht finanziell unterstützen würden, wäre ich wahrscheinlich schon tot. Denn auch dieser neue Arzt, der die Borreliose diagnostiziert hat, ist privat zu zahlen…

    Und ich fordere eine Meldepflicht für Borreliose, dass das ganze Ausmaß dieser Krankheit endlich öffentlich wird. Das es endlich verlässliche Zahlen gibt!

    Ich finde es geradezu lächerlich jedes Jahr eine neue “Seuche” wie Vogelgrippe oder Schweinepest zu erfinden, wenn die wahre Seuche, die schon eine Pandemie ist, tot geschwiegen wird!

  • 33 Irene // Dez 29, 2011 at 22:27

    Es ist einfach eine Frechheit, was Ärzte und Politiker sich erdreisten. Nie habe ich gewußt, dass ich einer Mafia aufgesessen bin.
    Auch ich bin an einer chronischen Lyme-Neuro-Borreliose erkrankt und erlebe, dass Ärzte Angst vor dieser Diagnose haben. Müssen sie evtl. Regressansprüche an die Politik bzw. Krankenkassen zahlen? Es kommt mir sehr merkwürdig vor. Wir sollten uns alle zusammen auflehnen! Unseren Gesundheitsminister aufsuchen und auf die Straße gehen. Warum lassen wir uns so Etwas gefallen????? Ob mit Rollstuhl oder ohne, wir sollten es einfach tun.

  • 34 Adele W. Wischner // Feb 13, 2012 at 20:30

    Es sind wohl eher die, von der Pharmalobby beeinflussten Politiker, Mitglieder der kassenärztlichen Vereinigung und in diesem Bereich nicht ausgebildete Mediziner, die diese Ignoranz ermöglichen, aus welchen Gründen auch immer. Ärzte haben vielleicht nicht ngst or dieser Diagnose, aber vor den Repressalien der KV-NRW. Bei meinem Sohn wurde vor eineinhalb Jahren durch meinen, glücklicherweise sehr engagierten und aufgeschlossenen Hausarzt als Ausschlussdiagnose entdeckt. Er selbst gab zu, zu wenig über die Krankheit zu wissen, verschrieb meinem Sohn aber dennoch ein hoch dosiertes Antibiotikum über einen Monat. Dumm, dass der Verlauf wohl doch schon chronisch war, was die furchtbar teuren Untersuchungen in einem Kölner Labor ergaben. Und mein Arzt durfte meinen Nachwuchs nicht im RAhmen dieser Diagnose behandeln, sondern der Nachwuchs musste zu inem Bonner Privatmediziner, der dummerweise selbst nach einem Jahr schwer erkrankte und ihn woh auch unzureichend behandelt hatte. Auch die jetztige Rheinbacher Praxis ist eine Privatpraxis und deren erwünschte Kooperation mit unserem kassenärztlichen Hausarzt wird ihm nach seiner Anfrage bei der KV nicht gestattet. Er darf seiner Auskunft nach nichts tun, was im Rahmen dieser Diagnose liegt, also keine Medikamente verschreiben, nicht die entsprechenden Infusionen legen etc., ohne promt regresspflichtig zu werden, was sich ein noch relativ junger Mediziner auch nicht leisten kann. Sprich: Es muss alles mit sehr viel Aufwand undhohen Kosten irgendwie anders und privat geregelt werden. Wir haben das Glück, dass sein Vater relativ gut verdient, aber leicht wird das trotzdem nicht werden, .von den Belastungen der Behandlung mal ganz zu schweigen. Was mich als frühere langjährige Krankenschwester besonders ärgert ist, dass hier Menschen, die nichts für ihre Infektion können, eine Bahandlung auf Kosten der Krankenkassen (in die wir immerhin fleißig einzahlen) verweigert wird, aber Leuten, die sich ihre Wohlstandserkrankungen wörtlich angefressen haben, etwa Gicht und alle Konsequenzen der Fettleibigkeit Praxen und Labore offen stehen. Das ist schon bitter.

  • 35 kristin // Jul 21, 2012 at 18:19

    Hallo Leute! Ich finde das auch alles so erschreckend meine Ärztin meint auch es gibt keine borreliose! Der Test war positiv!!! Sie will mich Nich mal krankschreiben lassen. … nun ich habe mir das Buch borreliose natürlich heilen gekauft .. super Buch … meine borreliose ist auch chronisch gibt Nich auf! Handelt selber. Stellt die Ernährung.um viel Gemüse kaum Zucker , kardetinktur und schwitzen hilft und bloß positiv denken ! Das Nich leicht ich weiß… macht euch kein kummer… immer lachen :)

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