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Endlich: Ein Mann sieht rot!

Posted By Gabriele Gans On 12. Februar 2012 @ 22:47 In Unsere Themen | 2 Comments

Ein JA, das vielen Bürgern offenbar leicht fiel. Bildquelle: www.zeit.de

Ein JA, das vielen Bürgern offenbar leicht fiel. Bildquelle: www.zeit.de

Adolf Sauerland hat 129.833 x die rote Karte gezeigt bekommen. Ein Dank an die Initiative “Neuanfang für Duisburg”, die das Abwahlverfahren am heutigen Sonntag ermöglicht hat. Ein ziemlich einmaliger Vorgang, dass erst eine Bürgerinitiative dem Oberbürgermeister seine Verantwortung klar machen musste. Viel zu spät ist damit das dunkle Kapitel „Loveparade in Duisburg“ in diesem Fall zu Ende. Nur 21.557 Wahlberechtigte stimmten für Sauerland, also weniger als 6 % der Wahlberechtigten! Eine echte Ohrfeige für Sauerland und die Mehrheit im Stadtrat, die ja Auf einer Sondersitzung des Stadtrats am 13. September 2010 sich mit den Stimmen der CDU gegen die Abwahl des Verantwortungsverweigerer stemmten. Auch Merkel & Co haben herzlich wenig Interesse gezeigt, der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Macht ist im System Merkel wichtiger als Moral.

Für die Opfer des tragischen Unglücks sowie deren Angehörige war es ein unfassbarer und quälender Vorgang, dass der Hauptverantwortliche für die Planungsfehler und die fahrlässige Unterschätzung der Risiken dieser Großveranstaltung so leichtfüßig der Übernahme der Verantwortung enteilte. Um nun den Oberbürgermeister abwählen zu können, musst zuerst der nordrhein-westfälische Landtag im Mai 2011 eine Änderung der Gemeindeordnung beschließen. Ein unwürdiges Schauspiel, das der CDU-Oberbürgermeister, der um jeden Preis an seinem Sessel kleben bleiben wollte, unvermeidbar gemacht hat.

Natürlich spielten insbesondere materielle Erwägungen eine Rolle. Der (nun bald Ex-) Oberbürgermeister kämpfte nicht nur gegen die Verantwortung sondern auch für deine Luxuspension. Die wäre durch einen Rücktritt natürlich deutlich geringer ausgefallen. Über 10.000 EURO kassiert Sauerland Monat für Monat. Seit 24. Juli 2010, dem Unglück bei dem 21 Menschen ihr Leben lassen mussten, hat er dafür – zumindest sichtbar – kaum etwas geleistet. Jetzt erhält er bis zum Ende des Monats an dem er aus dem Dienst entlassen wird und weitere drei Monate die vollen Bezügen. Danach immerhin noch über 70 % bis zum Ablauf der regulären Amtszeit. Im Herbst 2015 kann er sich dann in den einstweiligen Ruhestand versetzen lassen und würde dann seine „ordnungsgemäße“ Pension aus seiner Tätigkeit als Lehrer und OB erhalten. Er wird, verglichen mit den arbeitenden Bürgern, auch dann eine Luxuspension sein. Adolf Sauerland wird sie genießen. Anstrengungslosen Wohlstand nennt man das, um mit Westerwelle zu sprechen. Vielleicht kommen ja noch lukrative Zusatzeinkünfte dazu. Seine Verbindungen sind ja exzellent. Gilt er doch als der zentrale Tippgeber, der der Immobilien-Entwicklungsfirma „Kölbl Kruse“ aus Essen beim Superdeal mit dem Grundstück für das „Rüttgers-Denkmal“ des Landesarchivs in Duisburg fast 18 Millionen leicht verdienten Gewinn beschert hat. Gute Freunde, wie wir ja auch gerade aus dem Fall „Wulff“ lernen, revanchieren sich ja stet großzügig.

Ob Sauerland hat bis zuletzt die Augen vor der unausweichlichen Konsequenz für sein Fehlverhalten verschlossen. Er zog in den „Abwahl-Wahlkampf“ mit dem an Adenauer angelehnten Slogan „Keine Experimente. Die Zukunft gestalten!“ Das haben die Bürger in der Tat richtig verstanden und heute getan. Auch wenn es den Steuerzahlern teuer zu stehen kommen wird, Duisburg hat jetzt wieder eine Zukunft.


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