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Wulffs Rücktritt ist Merkels Debakel

17. Februar 2012 · von Josef Fuchs

Schluss mit lustig! Merkels Mann muss wieder zurück in seine kleine Hütte bei Hannover. Bildquelle: Newsexperten/YouTube

Schluss mit lustig! Merkels Mann muss wieder zurück in seine kleine Hütte bei Hannover. Bildquelle: Newsexperten/YouTube

Der zweite Präsident von Angela Merkel ist weg. Der zweite, den sie dem Land im Alleingang aufs Auge gedrückt hat. Die Art, wie die CDU-Vorsitzende ihre Präsidenten an allen demokratischen Parteigremien vorbei ins Amt gehievt hat, rächt sich jetzt. Wulffs Rücktritt ist ihr Debakel.
Da ist keiner gegangen, weil die Medien Jagd auf ihn gemacht haben. Da musste einer gehen, weil er Politik als Schnäppchenjagd missverstanden hat. Ein Abzocker in der Maske des Biedermanns.

Angela Merkel hat Wulff ins höchste Staatsamt gehievt, weil sie ihn als Konkurrenten für das Kanzleramt aus dem Weg schaffen wollte. Mit seinem unausweichlichen Rücktritt ist er ihr jetzt zum gefährlichsten Gegner geworden. Die Präsidentenmacherin ist blamiert. Und sie hat das Amt blamiert.
Angela Merkel hat das Recht verwirkt, uns einen dritten Kandidaten zu präsentieren. So leichtfertig wie sie ist noch kein Parteiführer in der Geschichte der Bundesrepublik mit dem Präsidentenamt umgegangen. Selbst Helmut Kohl hat sich bei der Suche nach Kandidaten den Parteigremien beugen und von ihm ungewollte Präsidenten wie Carstens, Weizsäcker und Herzog ertragen müssen.
Merkel hat die Gremien ihrer Partei erst gar nicht gefragt.

Der Rücktritt Wulffs führt nicht zur Staatskrise. Er hat reinigende Wirkung für den Ruf des Schloss Bellevue, mit dessen Bewohner sich die Menschen im Land identifizieren möchten.
Sehr wohl aber bedeutet der Rücktritt Wulffs eine Merkel-Krise. Sie kann sich nicht wegdrücken. Sie ist die Initiatorin und Macherin dieses Desasters. Sie hat dem Präsidentenamt und damit dem Staat geschadet, indem sie das Staatsoberhaupt zu ihrer Privatangelegenheit gemacht hat.

Jetzt ist es an der Zeit, dass die Republik endlich wieder einen Bürgerpräsidenten bekommt, der nicht in irgendwelchen Wohnzimmern, sondern im Ringen der demokratischen Entscheider ausgesucht wird. Ein Bürgerpräsident, dem das Amt im Schloss Bellevue nicht als Schnäppchen von Merkel zugeschoben wird.

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2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 wolfgang 1951 // Feb 17, 2012 at 17:46

    Wahr ist, Angela Merkel hat diesen Bundespräsidenten ins Präsidentenamt “weggelobt”. Richtig ist aber auch, dass die Mitglieder der Bundesversammlung, wenn auch mit knapper Mehrheit, Herrn Wulff in dieses Amt gewählt. Dass der Rücktritt von Wulff “Merkels Debakel “, kann doch nur von kurzer Dauer sein. Wulff wird in einer Art “zeitlichen Mottenkiste” verschwinden und ausserhalb des Geschichtsunterrichts vergessen werden.

  • 2 zoom » Umleitung: Wulff^Wulff und dann noch die Soziologie und ein stinkender Bahnhof in Meschede. « // Feb 18, 2012 at 23:57

    [...] Wulffs Rücktritt ist Merkels Debakel: Der zweite Präsident von Angela Merkel ist weg. Der zweite, den sie dem Land im Alleingang aufs Auge gedrückt hat … WirInNRW [...]

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