- Wir in NRW Blog - http://www.wir-in-nrw-blog.de -

Norbert Röttgen- ein Rückversicherer

Posted By Alfons Pieper On 19. März 2012 @ 20:38 In Unsere Themen | 5 Comments

Röttgen überzeugt 2010 die NRW CDU bei den Regionalkonferenzen. Heute will er lieber in Berlin bleiben. Bildquelle: cdunrw.de

Röttgen überzeugt 2010 die NRW CDU bei den Regionalkonferenzen. Heute will er lieber in Berlin bleiben. Bildquelle: cdunrw.de

Norbert Röttgen, der CDU-Spitzenkandidat für die vorgezogene Landtagswahl am 13. Mai, wird von vielen CDU-Politikern- Freunden kann man wohl nicht sagen- gedrängt, klipp und klar zu sagen, dass er in jedem Fall nach Düsseldorf wechseln werde. Auch als Oppositionschef. Das aber will Röttgen nicht. Er will lediglich als Ministerpräsident in die NRW-Metropole wechseln. Eine Kandidatur mit Rückfahrkarte. Rückversicherer nennt der Volksmund auch gern solche Personen, die das Risiko scheuen und sich lieber dagegen absichern. Die Menschen schätzen eine solche Haltung nicht.

Nach der Wahl werde man über weitere Schritte entscheiden, betont die NRW-CDU. Als wenn Röttgen nach einer Wahlniederlage erklären würde, sein Ministeramt samt seinem Bundestags-Mandat aufzugeben und in die Provinz zu wechseln, um im Landtag der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Leviten zu lesen. Selten so gelacht, Herr Wittke. Der CDU-Generalsekretär versucht gerade die Linie seines Chefs zu verteidigen. Was seine Aufgabe ist. Schließlich ist der Generalsekretär zur Loyalität mit dem Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten verpflichtet. Nachvollziehbar wird die Argumentation dadurch nicht.

Sogar Angela Merkel soll ihm den Wechsel nahegelegt haben, wird in Berlin erzählt. Oder ist bekannt, dass sie ihn gedrängt habe, Bundesminister zu bleiben, weil Muttis Liebster ja die Energiewende umsetzen müsse? Horst Seehofers Forderung an Röttgen ist längst verbreitet. Auch Friedrich Merz, einer der Wahlkampfhelfer Röttgens, hat für den Wechsel nach NRW und die Aufgabe der Berliner Ämter plädiert. Röttgens Verhalten, so stand es in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung(FAS), irritiere die Uniion. Die FAS ist nicht irgendwelcher sozialistischer Neigungen verdächtig. Auch andere eher konservative Blätter sehen Röttgen in der selbst gestellten Falle und fordern Klarheit.

Andere Politiker haben an die Kandidatur von Norbert Blüm 1990 gegen Johannes Rau erinnert und an Blüms Weigerung, nach Düsseldorf zu gehen. Blüm verlor die Wahl und blieb Arbeitsminister im Kabinett Kohl. Oder nehmen wir Berlin: Renate Künast hatte in der Hauptstadt ebenfalls mit einer Rückfahrkarte gegen Klaus Wowereit kandidiert und verloren. Die Grünen-Politikerin war nicht bereit, ohne Wenn und Aber für das Berliner Abgeordnetenhaus anzutreten.

Nun also Norbert Röttgen, der smarte rheinische Politiker mit höheren Ambitionen, hin und wieder auch der Mann nach Merkel genannt. Der Mann, der sich nach dem Abgang von Jürgen Rüttgers als CDU-Landesvorsitzender gegen Armin Laschet durchsetzte. Der aber als Bundesumweltminister in Berlin geblieben ist, im Kabinett von Angela Merkel. Und der soll jetzt freiwillig nach Düsseldorf wechseln?

Im Klartext: Röttgen behält seine Berliner Pfründe, weil die aktuellen Meinungsumfragen für ihn nichts Gutes vorhersagen. Demnach liegt die SPD klar vor der CDU, rangieren die Grünen bei rund 15 Prozent, laufen die Liberalen und die Linken Gefahr, aus dem Landtag zu fliegen, entern die Piraten das Landtags-Schiff in Düsseldorf. So sieht es aus, Norbert Röttgen. Und nicht anders.


Article printed from Wir in NRW Blog: http://www.wir-in-nrw-blog.de

URL to article: http://www.wir-in-nrw-blog.de/2012/03/norbert-rottgen-ein-ruckversicherer/

Copyright © 2009 Wir in NRW - Das Blog. All rights reserved.