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Zapfenstreich für Wulff? Am besten allein

6. März 2012 · von Alfons Pieper

Schluss mit lustig! Merkels Mann muss wieder zurück in seine kleine Hütte bei Hannover. Aber bitte ohne Zapfenstreich! Bildquelle: Newsexperten/YouTube

Schluss mit lustig! Merkels Mann muss wieder zurück in seine kleine Hütte bei Hannover. Aber bitte ohne Zapfenstreich! Bildquelle: Newsexperten/YouTube

Bei der Berlinale hatten prominente Kunstschaffende dem damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff einen Korb gegeben. Sie gingen einfach nicht zu einem Empfang, den er zu ihren Ehren gab und machten damit ihre Distanz zu dem umstrittenen Präsidenten deutlich. Jetzt machen die vier noch lebenden Alt-Präsidenten es den Kunstschaffenden nach: Nach Zeitungs-Berichten verzichten Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler auf ihre Teilnahme am Großen Zapfenstreich für das scheidenden Staatsoberhaupt und machen damit die Angelegenheit für die Politik in Berlin nur noch peinlicher. Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier wird nicht hingehen. Auch die übrige politische Klasse sollte der Zeremonie fernbleiben. Boykott, das wäre die richtige Antwort auf das Verhalten des Mannes, der sich nach Ansicht von Millionen Bürgern den wenig ruhmreichen Beinamen Abzocker erworben hat, weil er alles mitnahm, was gut und preiswert, oder noch besser, umsonst war. Und der immer noch nicht eingesehen hat, dass er vieles falsch gemacht hat. Und der offensichtlich immer noch nicht weiß, was man als Präsident tut und was nicht. Und der immer noch ohne Unrechtsbewusstsein ist.

Das Volk ist längst auf Distanz zu Wulff gegangen und murrt vernehmlich über Ehrensold und sonstige Vergütungen. Mancher Kleinrentner weiß nicht über die Runden zu kommen, so niedrig ist sein Einkommen nach 40 und mehr Jahren Arbeit. Und jetzt auch noch die Verabschiedung mit militärischen Ehren. Welche Ehre ist da gemeint? Der Abschied Wulffs aus dem Schloss Bellevue hat doch mit Ehre nichts zu tun. Besser er ginge durch den Hinterausgang. Regierungssprecher Seibert hat nicht Recht, wenn er für Wulff in die Bresche springt, nach dem Motto, der Bundespräsident habe sich doch viel um die Bundeswehr gekümmert. Wir sollten die Bundeswehr vor so einem Zapfenstreich bewahren. Das ist doch Brimborium.

Wulff hat viel verdient, aber er hat sich doch keine Verdienste um die Republik oder die Soldaten erworben. Demut wäre besser angebracht als Vergünstigungen zu fordern oder Ehrungen. Fehlte nur noch irgendein Verdienstorden. Altkanzler Helmut Schmidt ist zuzustimmen, wenn er feststellt, Wulff habe der gesamten politischen Klasse geschadet und dem Amt obendrein. Er sei nicht durch eine Medien-Hatz gescheitert, sondern an sich selbst. Die Medien haben ihren Job gemacht und getan, was ihre Pflicht war. Herr Wulff, tun Sie ihre Pflicht und gehen sie in den Ruhestand- ohne klingendes Spiel, ohne Dienstwagen.

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2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Zapfenstreich für Wulff: Altbundespräsidenten kommen nicht // Mrz 6, 2012 at 16:37

    [...] Wir in NRW: Zapfenstreich für Wulff? Am besten allein [...]

  • 2 Ferien NRW // Mrz 7, 2012 at 01:48

    Also ich bin da nicht sonderlich bestürzt dass da keine kommen möchte. Vor allem die Altbundespräsidenten müssen sich ja an der Nase herumgeführt gefühlt haben als das 2 Monate lang in der Öffentlichkeit breit getreten wurde…

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