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Röttgen stolpert in den Wahlkampf

Posted By Alfons Pieper On 5. April 2012 @ 13:52 In Unsere Themen | 2 Comments

Röttgen jetzt auch als Kinderschreck. Gestalterisch ist der Wahlkampfauftakt erst einmal misslungen. Bildquelle: CDU NRW

Röttgen jetzt auch als Kinderschreck. Gestalterisch ist der Wahlkampfauftakt erst einmal misslungen. Bildquelle: CDU NRW

Über 96 vh Zustimmung durch die NRW-CDU, das ist ein gutes Ergebnis. Gejubelt wurde auch, damit die Presse darüber berichtet. Und der Kandidat griff die Regierung Rot-Grün, namentlich Hannelore Kraft, heftig an. Schuldenkönigin sei sie. Und er, Norbert Röttgen, werde Schluss machen mit der Politik auf Pump. Und so weiter. Attacke auf Rot-Grün. Man kennt das, es ist Wahlkampf, aber überzeugend war das nicht, was der Bundesumweltminister und Spitzenkandidat der Union im bevölkerungsreichsten Bundesland auf dem Wahlparteitag von sich gab. Der Kandidat wirkte nicht glaubwürdig. Er redete von Sparkurs und weniger Schulden, sagte aber nicht, wie er das anstellen will. Die Studiengebühren will er nicht wieder einführen und auch der Kita-Besuch der Kinder soll kostenfrei für die Eltern bleiben. Nur, wie er das alles finanzieren und zugleich die Neuverschuldung des Landes reduzieren will, ist weiter Röttgens Geheimnis.

Sein Wahlkampf bleibt holprig. Die Partei scheint, ungeachtet der 96-vh-Ja-Stimmen, nicht geschlossen hinter ihrem Mann zu stehen. Immer noch warten sie auf sein Bekenntnis zu NRW, falls er die Wahl gewinnen sollte. Wovon kaum jemand ausgehen kann. Die Umfragewerte für ihn und die CDU versprechen wenig Gutes. Dazu gibt es parteiinterne Querelen, die nicht ausgestanden sind. Man muss sich das nur vorstellen, dass ein einflussreicher Bezirkschef, nämlich Axel Voss vom Mittelrhein, laut Klage erhebt über die Personalpolitik der CDU-Führung im Lande. Und Röttgen und seine wenigen Freunde setzen sich darüber hinweg.

Arrogant halten ihn seine Gegner aus den eigenen Reihen, abgehoben, andere werfen ihm auch Opportunismus vor, weil er von Inhalten rede, aber nicht dafür stehe. Minutenlanges Klatschen ist das eine, aber das andere ist das Bild von den Fäusten in der Tasche. Röttgen, der Mann aus Bonn, wirkt in NRW wie einer auf der Durchreise, der den Eindruck erweckt, wieder froh zu sein, wenn er endlich wieder in Berlin ist. Nein, er ist nicht präsent im Land und in der Landespolitik. Das spüren die Leute. Oder wie es die Süddeutsche Zeitung kommentierte: Die Landespolitik ist nicht seine Welt. Norbert Röttgen ist nicht beliebt in der rheinischen CDU. Wie will der Mann eigentlich Wahlkampf machen, wie die Wechselwähler überzeugen, wenn er schon die eigenen Anhänger nicht geschlossen hinter sich bringt?


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