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Anmerkungen zu David Schraven

Posted By Gabriele Gans On 13. Mai 2012 @ 09:18 In Unsere Themen | 11 Comments

Zu den Hintergründen und Motiven der Stern- bzw. CDU-Kampagne haben wir eigentlich alles gesagt. Da die Debatte weiter tobt und wir insbesondere auf und von den Ruhrbaronen & „Friends“ unter Feuer genommen werden, wollen wir doch noch einmal zu dem Vorwurf Stellung nehmen, wir wollten einen aufrechten Journalisten „platt machen“ . Das wollen wir ganz sicher nicht. „Journalisten gegen Journalisten“ ist ein Szenario, dass eigentlich niemanden gefallen kann. Aber wer so rüde gegen journalistische Grundsätze verstößt, wie die Autoren der kontrafaktischen Sterngeschichte und des offensichtlichen Initiators, David Schraven, muss sich gefallen lassen, dass man ihn an die Wirklichkeit und an die Wahrheit erinnert.

Hier ein paar Fakten:

1. David Schraven hat seit spätestens Anfang April an dem Thema „SPD finanziert Blogger“ gearbeitet.
2. Grundlage seiner Recherchen sind, wie mehrere unabhängige Quellen bekundet haben, Dossiers der CDU NRW über mutmaßliche Autoren und Akteure des Wir-in-NRW-Blog.
3. David Schraven hat aus den „Ergebnissen“ seiner Recherchen eine abenteuerliche Geschichte „gestrickt“, die in der Redaktion der WAZ aber nicht akzeptiert wurde.
4. Danach soll David Schraven diese Materialien dem Spiegel angeboten haben, wie von zwei unabhängigen Quellen berichtet wird. Dieser lehnte eine Veröffentlichung offenbar ab.
5. Danach wurden diese Materialien dem Stern zugespielt. Auf welchem Weg wissen wir nicht in den Details, aber:
6. Der Hauptautor der Sterngeschichte Oliver Schröm ist nicht nur Leiter des Teams „Investigative Recherche“ beim Stern sondern auch Vorsitzender des Netzwerks Recherche e.V. Sein Schatzmeister ist David Schraven (also doch eher ein „buddygate“?).
7. Schröm behauptet nun, die Informationen seien anonym dem Stern „zugeliefert“ worden! David Schraven hat unserer Behauptung, er sei der „Lieferant“ ,allerdings nicht widersprochen!
8. Die Aussagen des Artikels im Handelsblatt, „CDU-U-Boote schreiben einen Skandal herbei“ , sind nicht nur gut recherchiert sondern auch sehr plausibel. Denn was auffällt: David Schraven fährt u.a. auch auf dem Ticket der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Kaderschmiede der CDU. Wer sich über ihn informieren will, findet z.B. unter http://www.kas.de/upload/dokumente/cv/cv_schraven_d.pdf seine Vita! Dass er das Handwerk vor allem beim Springer-Verlag gelernt hat, kann sein Arbeitsstil, den er bei seinem Vorgehen gegen unseren Blog an den Tag gelegt hat, nicht verleugnen.
9. David Schraven hat den CDU-Kadidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Mülheim/Ruhr, Stefan Zowislo (damals Marketingleiter bei der WAZ!!!!!) , im Wahlkampf 2009 auf vielfältige Weise aktiv unterstützt. Man lese dazu einmal mit Genuss seine Lobhudeleien auf ruhrbarone.de. Und dass, obwohl der Kandidat tief im Sumpf des „Geld und Liebe“-Skandals der CDU in Mülheim steckte. An Schraven ging das merkwürdigerweise völlig vorbei! Nach der Landtagswahl wurde Schraven dann ja von der WAZ angeheuert. Jetzt ist Zovislo Geschäftsführer beim Klartext-Verlag. Dort werden viele gute und wirklich schöne Bücher über NRW produziert. Und die Printausgabe der Ruhrbarone! Nebenbei bemerkt: Dass in der WAZ viele Schlüsselpositionen mit Springer-Leuten besetzt wurden, kann man z.B. hier nachlesen.
10. David Schraven ist vielfältig vernetzt. Mit Mächtigen bei der WAZ, der KAS, in der CDU, bei Springer und in der Blogszene (schade, dass uns der Stern hierzu keine Filz-Grafik geliefert hat). Wer sich mit ihm anlegt, muss sich warm anziehen. Dann greift er zu Mitteln, die unwürdig sind. Da geraten dann auch schon mal Angehörige ins Fadenkreuz. Entlarvend auch hier seine Masche: Behauptungen, Vermutungen, Mutmaßungen mit vielen Fragezeichen. Klar: Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne. David Schraven ist leider oft ein Hobler. Ethische Prinzipien sind da halt Ballast. Entsprechend dieser Linie hat er zum Beispiel in der aktuellen Geschichte, wie uns mehrfach und unabhängig voneinander versichert wurde, nahezu allen Mitarbeitern zumindest bei einer der Agenturen, die er „befragt“ hat, die Fragen und Informationen aus dem CDU-Dossier zugespielt. Ein presserechtlich unglaublicher Vorgang. Und Mobbing zugleich.

David Schraven hat auch viele gute Artikel geschrieben. Gar keine Frage. Er hat für eine außerordentlich gute Recherche auch vor einigen Jahren mit dem Wächterpreis einen der wichtigsten Journalistenpreise erhalten. In der Regel sind solche Preise ein Antrieb, noch besser zu werden und die Erwartungen, die nachfolgend in einen gesetzt werden, zu übertreffen. Daran gemessen ist er leider doch recht oft statt über die Latte einfach drunter her gesprungen. Vor allem, wenn es politisch opportun war und seiner Karriere zu nutzen schien. Dass kann und muss man ihm auch bei seinem blinden Kreuzzug gegen den Wir-in-NRW-Blog vorwerfen.

Dass im Hintergrund noch ganz andere Fäden gezogen werden, lässt sich leicht auch an anderen Merkwürdigkeiten erkennen: Der Stern-Autor Oliver Schröm ist ausgewiesen durch spektakuläre Projekte: CIA, deutsche Geheimdienste, den Liechtensteiner Datendiebstahl und vieles mehr. Als Buchautor ist er uns bekannt durch die Enthüllungen über braune Netzwerke, über den Wegbereiter des internationalen Terrors, über das Netzwerk der Al Qaida oder auch über die Arbeit deutsche Terrorfahnder. Ähnlich ausgewiesen sind die Projekte seiner Mitautoren Elmer, Plonka und Liedtke. Und jetzt wurde von diesem Dream-Team unser kleiner Blog ins Visier genommen. Und in maximal 3 Tagen “Investigation” abgefrühstückt. Das ist der Ehre wirklich etwas zu viel. Bis Nordrhein-Westfalen waren die „Stern-Fahnde“ eigentlich noch nicht gekommen. Wer hat denn da an der „Uhr“ gedreht? Das, so mutmaßen wir einstweilen munter, sieht doch stark nach höherer Weisung aus. Auch hier wäre eine kleine Grafik des großen schwarzen Filzes hilfreich.

Alfons Pieper hat zu dem üblen Vorwürfen alles gesagt. An die CDU und ihre willigen Helfer fügen wir gerne noch an: Wir lassen uns nicht diffamieren, nicht kriminalisieren und auch nicht einschüchtern. Wir machen, ehrlich gesagt in ziemlich fröhlicher und gelassener Stimmung, munter weiter. Wir bedauern, dass Unbeteiligten durch Schraven, Stern und der Taskforce der CDU zur Liquidation von Wir-in-NRW echter Schaden entstanden ist. Das konnten wir nicht absehen, das hätten wir gerne verhindert. Besonders entschuldigen wir uns natürlich bei Trixi und den vielen üblen Zuschriften an den kleinen Hund, der angeblich Rüttgers gestürzt haben soll. Vorzuwerfen haben wir uns da aber nichts.

Wer den „Wir in NRW Blog“ wegen seiner Arbeit kritisiert, soll das gerne tun. Jeder ist auch herzlich eingeladen, das auf unserer Plattform auszutragen. Aber ein Mindestmaß an Anstand und Fairness erwarten wir von Seiten anderer Journalisten. Bei den Parteien sind wir da weniger anspruchsvoll. Da gehört das Werfen von Dreck ja leider oft zum Berufsbild. Trotzdem hätten wir von der CDU etwas mehr erwartet. Vielleicht kommt da die Demut nach der Wahl. Wir werden es bald sehen.


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