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Wahlkrampf im Schlussspurt

Posted By Oskar Pfaffenhausen On 11. Mai 2012 @ 09:31 In Unsere Themen | 9 Comments

Da ist ja gewaltiger Dampf abgelassen worden: heiße Luft im Wahlkampfendspurt, der noch einmal auf Touren gebracht werden soll. Nur, was der Stern und seine Abschreiber mit dieser Geschichte wirklich zur Show stellen, ist das Trauerspiel eines verloderten Journalismus. Unterstellungen statt Fakten, Mutmaßungen statt Recherchen, Durchstechereien zweitklassiger Hinterhofschreiber, die In Ihrem Leben noch keinen Skandal aufdeckten, sondern sich selbst zum Skandalon machen.

Was sind die Tatsachen? Im Wahlkampf 2010 hat der Blog mit mehreren Exklusivgeschichten vor allem aus der Trickkiste der CDU-Walkampfstrategen erst Öffentlichkeit hergestellt. Eine Öffentlichkeit, die der Union natürlich nicht gefallen hat und einigen der tief eingeschlafenen Berichterstatter auch nicht. Der CDU und Ihrem wahlkämpfenden Spitzenkandidaten Rüttgers haben die Geschichten über die Video-Überwachungen Hannelore Krafts, Selbstbedienungen/Grabenkämpfe in der CDU-Zentrale etc. natürlich geschadet. Ebenso wenig passte dies Journalisten, die von Ihren Zentralen nach der Blogberichterstattung wach gerüttelt wurden.

Das ist aber vorwiegend das Problem der Täter und nicht der Enthüller. Wenn es ähnliches in anderen Parteien gegeben hätte, dann wäre vom Blog auch darüber berichtet worden . Im Übrigen spricht es für die Selbstreinigungskraft der CDU, wenn sich einige Ihrer Mitglieder an den Blog wenden und die Sauereien kund tun. Genau hier sollten die heutigen Blog-Kritiker in den Spiegel schauen und sich fragen, warum sie selbst nicht entsprechende Skandale aufdeckten und aufdecken,
sich erst aus der zweiten Reihe aufs Zitieren von „Kollegen“ verlassen. Um es deutlich zu machen: Der Spiegel hat übrigens die Finger von dieser Geschichte gelassen nachdem WAZ-Rechercheure Vergeblich mit Großinquisitorischen Fragenkatalogen ausgeholt hatten. Recherche-Chef Schraven , Bodo Hombach-Zögling, fand trotz seiner massiven Rundumschläge bei Blog-Mitarbeitern im eigenen Haus keinen Abnehmer für seine Geschichte von den finsteren SPD-Blog-Finanziers. Seine Fragen allerdings wurden dann fast wortgleich vom Spiegel und Stern gestellt. Hat da „jemand“ über sein Netzwerk Recherche durchgesteckt. Welch ein Vertrauensverhältniss muss da bei der WAZ herrschen!! Der Spiegel bekam umfassende Antworten, auch Hintergründe genannt und verzichtete auf die dünne Suppe, auslöffeln wollte sie wohl der Stern, als Nachtisch sozusagen zur Gewissensberuhigung für die blumige Home-Story über Hannelore Kraft in dieser Woche. Nun ergötzt sich die CDU und die sie begleitende Rheinische Post (heute sogar mit einem Fünf-Spalter) von Neuem um Aufträge des SPD-geführten Familienministeriums an die Agentur Steinkühler. Dieser hat nach Angaben des Ministeriums für rund 300 000 EUR Aufträge bekommen.

Das geschah nach der Wahl und ist eine Sache zwischen Steinkühler und seinen Auftraggebern. Das hat mit dem Blog nichts zu schaffen, der sich immer selbst finanzierte und nie Geld von Außen annahm . Wenn jetzt in der Schlußkurve des Wahlkampfs die CDU von einem „in den letzten Jahren beispiellosen Vorgang „spricht, dann hat sie recht: Sie hat nichts dazu gelernt.


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