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Einträge vom Juni 2012

Lesenswertes Buch: „Knast“

27. Juni 2012 · von Alfons Pieper

Das Buch mit dem Titel „Knast“ rangiert nicht von ungefähr seit Wochen unter den Top Ten der Spiegel-Rangliste. Der Gefängnisarzt der Justizvollzugsanstalt im westfälischen Werl, Joe Bausch, der während seines Urlaubs im Nebenberuf als Schauspieler den Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth im sonntäglichen „Tatort“ spielt, beschreibt in seinem Werk das Leben im Gefängnis, den Alltag eines Hausarztes von Mördern, Totschlägern, Vergewaltigern, Kinderschändern, Erpressern, Betrügern und Dieben. Gerade so hat Bausch es selber gesagt. Und so liest sich auch das Buch. Spannend, weil es von den Fällen lebt, den Menschen, die gestrauchelt, auf der schiefen Bahn gelandet sind, weil es die Realität im Knast schildert ohne reißerische Übertreibungen, die hat der Gefängnisarzt nicht nötig. Das Leben hinter Gittern ist spannend genug. Seit 25 Jahren arbeitet Joe Bausch in Werl und zog damit das Leben mit Kriminellen der möglichen ruhigeren Arbeit eines Landarztes vor.

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Nicht spektakulär

24. Juni 2012 · von Alfons Pieper

Es ist nun wirklich nicht spektakulär, was die strahlende Wahlsiegerin Hannelore Kraft als neues Kabinett für NRW präsentiert hat. Zwei neue Minister sind im Amt, einer, der blasse Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger, ist ausgeschieden. Man darf davon ausgehen, dass er freiwillig gegangen worden ist. Zwei neue für einen alten, weil das zu aufgeblähte Ministerium aufgeteilt worden ist. Das wird etwas mehr kosten, aber das allein ist nicht der Punkt. Wenn dadurch die Leistung gesteigert wird, wenn mehr dabei herauskommt, kann man nicht meckern. Gleich, wie man zur neuen rot-grünen Landesregierung steht, wird man ihr 100 Tage einräumen müssen, ehe eine erste Zwischenbilanz fällig ist.

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Die Bürger wollen mehr gehört werden. Nach dem Bürgerentscheid gegen den Flughafenausbau in München

18. Juni 2012 · von Alfons Pieper

Abheben weiter möglich, aber die hochfliegenden Ausbaupläne wurden jäh durch die Bürger gestoppt. Bildquelle: Flughafen München (FMG)

Abheben weiter möglich, aber die hochfliegenden Ausbaupläne wurden jäh durch die Bürger gestoppt. Bildquelle: Flughafen München (FMG)

Das eindeutige Nein der Münchner Bürger zur dritten Start- und Landebahn des Franz-Josef-Strauß-Flughafens nördlich der bayerischen Landeshauptstadt sollte die Politiker vor weiteren Versuchen einer Basta-Politik warnen. Die Menschen machen eine solche Hauruck-Politik nicht mehr mit. Sie wollen gefragt, gehört, mitgenommen werden. Sie wollen wissen, was passiert, sie wollen über die Pläne und Konsequenzen genau informiert werden. Bei solchen Großprojekten, deren Folgen viele Bürger zu spüren bekommen, ist mehr Transparenz dringend nötig. Nur so haben derartige Vorhaben überhaupt noch eine Chance. Es liegt auf der Hand, dass nach dem Bürger-Nein in Bayern die NRW-Initiative „Mehr Demokratie“ eine Änderung der Gemeindeordnung in NRW fordert, um künftig auch im bevölkerungsreichsten Land Bürger-Entscheide wie in München zu ermöglichen. Vielleicht wäre durch mehr Transparenz der Baustopp des Kohlekraftwerks Datteln verhindert worden.

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Mit 70 im Unruhestand: Friedhelm Ost

15. Juni 2012 · von Alfons Pieper

Friedhelm Ost. 70 Jahre und kein bisschen leise. Bildquelle: KAS

Friedhelm Ost. 70 Jahre und kein bisschen leise. Bildquelle: KAS

Ruhestand kennt er nicht, auch nicht mit 70 Jahren. Wenn man Friedhelm Ost, der am heutigen 15. Juni das genannte Alter erreicht, sprechen will, muss man Glück haben. Der Mann ist dauernd unterwegs, als Politik-, Wirtschafts- und als Kommunikationsberater, heute in Berlin, morgen in Hamburg oder München, in der Türkei oder in China. Der einstige Fernsehmoderator des ZDF, ehemalige Regierungssprecher von Helmut Kohl und Ex-Bundestagsabgeordneter, ist immer noch ein gefragter Mann, sein Netzwerk quer durch alle Bereiche ist berühmt. Er scheint jeden zu kennen und jeder scheint ihn zu kennen.

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Hannelore Kraft- und wer noch in der SPD?

2. Juni 2012 · von Alfons Pieper

Hannelore Kraft, die Ministerpräsidentin von NRW, könnte, wenn sie wollte, die Nummer 1 der SPD werden. Schon vor ihrem Wahlsieg hatten die Genossen sie auf dem letzten Parteitag fast einstimmig zur Stellvertreterin des Parteichefs Gabriel gewählt. Fast schien es, als wollte die derart Bejubelte ob des Ergebnisses erröten. Und nach dem überraschenden Sieg an Rhein und Ruhr stehen der Frau aus Mülheim beinahe alle Türen offen. Sie könnte, wenn sie wollte… Aber sie will nicht und sie wird nicht nach Berlin gehen, Kanzlerkandidat muss ein anderer machen. Dass sie dabei ein gewichtiges Wort mitreden wird, ist klar. Wen sie favorisiert, lässt sie offen. Aber jeder, der antritt, braucht ihre Sympathie, ihre Unterstützung. Dass das so ist, verdeutlicht die Problemlage der Bundespartei. Sie SPD hat nämlich ein Führungsproblem. Weder Sigmar Gabriel, der erste Vorsitzende, noch Peer Steinbrück, der „nur“ Abgeordnete und Möchtegern-Kanzler, und auch nicht Frank-Walter Steinmeier haben die Autorität, die Beliebtheit. Keiner von ihnen ist so anerkannt wie Hannelore Kraft. Deshalb kommt die SPD auf Bundesebene nicht so richtig aus dem Quark, deshalb liegt sie bei Umfragen zwischen 27 und etwas über 30 Prozent, zu wenig für ein rot-grünes Bündnis im Bund.

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