Was war los diese Woche? – Ja, die „Spendenaffäre“ der CDU natürlich. Aber dazu – scheint uns – ist noch nicht alles gesagt. Deshalb seien an dieser Stelle nur die Worte der einstmals regierungstreuen – ach nee, jetzt ja immer noch (das ist wahre Kontinuität) regierungstreuen – Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zitiert. Die legt sich wie kein anderer mit erhobenem Zeigefinger CDU-schützend ins Zeug, um ihre Bewertung der Vorgänge rund um die Rüttgers-Unterstützungs-Initiative „Wähler für den Wechsel“ und eines gewissen Tim Arnold auf folgenden Punkt bringt: „Beweise liegen nicht vor“ und „Vermutungen allein reichen nicht“. „Genau hinsehen, bitte“ rät der WAZ-Mann und wir sagen „Völlig korrekt!“ – deshalb warten wir lieber noch auf das eine oder andere „Aha-Erlebnis“ – in diesem Zusammenhang, das die Rüttgers-Netzwerker noch in Frankfurt, Berlin und Düsseldorf für uns bereit halten.
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Blattkritik: ‚Genau-Hinsehen-bitte‘
24. April 2010 · von Peter Panter
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Blattkritik – Der Ärmel der Frau Merkel
22. April 2010 · von Kaspar Hauser
Es war so schön ausgedacht, so wunderbar platziert: Das große NRZ – Interview mit der Kanzlerin Angela Merkel durch Ulrich Reitz und Miguel Sanchez persönlich. (Das WAZ Chefredakteur Uli Reitz dabei war, erfährt man in der WAZ, in der NRZ zeichnet Korrespondent Miguel Sanchez allein verantwortlich) „Rot-Rot-Grün wäre verheerend“ schlagzeilen die beiden Essener Gazetten unisono ganz auf der Linie des angeschlagenen Jürgen Rüttgers. Vorher darf die Kanzlerin ein bisschen über Afghanistan, Vulkanstaub und andere weltpolitische Ereignisse erzählen.
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Blattkritik: “Wer hat´s erfunden?”
15. April 2010 · von Peter Panter
Wenn eidgenössische Bonbon-Macher – in Urheberrechtsfragen etwa – zornig werden, dann schütteln sie ihr Gegenüber und fragen aufgebracht: „Wer hat’s erfunden?“ Spielt der Fernseh-Spot, den der eine oder andere von uns schon mal gesehen hat, in der Sauna, reißen Sie dem Angegriffenen auch noch das Handtuch weg. So bloß gestellt wollen wir uns Sigmar Gabriel gar nicht vorstellen – aber warum fällt mir das jetzt überhaupt ein?
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Blattkritik: Ohne Inhalt und trotzdem gedruckt – Interviews mit Hannelore Kraft
7. April 2010 · von Peter Panter
Dass Interviews mit Politikern – je nachdem, welchem Tendenzschutz ein Verleger seine Redakteure unterstellt – die gute Chance haben, hinterher von Kollegen als „Hofberichterstattung“ verhämt zu werden, erleben wir in der Einlaufkurve zum Wahlkampffinale immer wieder. Gern erinnern wir in diesem Zusammenhang an das zuletzt von der Neuen Westfälischen veröffentlichte Gespräch, das die Bielefelder Fifty-Fifty-Beteiligung der SPD mit Hannelore Kraft führte. Ist schon ein paar Tage her – Gott sei Dank – denn der Mantel der Zeit beginnt langsam, seinen gnädigen Schleier über dieses Armutszeugnis zu legen. Da bekommt die Formulierung „in den Block diktiert“ einen extrem faden Beigeschmack. Das geht auch anders – allerdings nicht so, wie die Bild am Sonntag es uns dieser Tage vormacht. Mit der brutalstmöglichen Schlagzeile „Lassen Sie sich auch von der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen, Frau Kraft?“ ködert das Wochenblatt geschickt seine Leser, aber nur – um die Frage im mit Spannung erwarteten Lauftext unbeantwortet zu lassen.
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Unsere RP-Blattkritik: Purer Unsinn
26. März 2010 · von Peter Panter
Man mag es nicht glauben, wer so alles in diesem Land über dieses Land publizieren darf. Da hatte sich das Düsseldorfer CDU-Wahlkampfpostille Rheinische Post am Mittwoch erlaubt, die gesamte Titelseite für ein einziges Thema freizumachen: Rücktritt von Angela Merkel. Sorry. Nein, das war es nicht. Da haben wir uns verlesen. „Gelsengate“ hieß die Story. Eine Lokalgeschichte, die die knapp 400 000 Abonnenten der einstmals bieder-seriös-erzkonservativen-katholischen Zeitung als exklusive Topstory zum Frühstück kredenzt bekamen. Und sonst nichts. Eine Story wie ein Tsunami – von der Aufmachung. Inhalt gleich Null. Ok, Kachelmann durfte auch noch von der Seite 1 grinsen. Boulevard. Aber Gelsengate? Dann auch noch der Vergleich mit Watergate. Düsseldorf, Washington. Wahlkampf der Konservativen da und hier. Einbruch in die Wahlkampfzentrale der Demokraten zu Nixons Zeiten, diesmal sind die Konservativen in NRW das Opfer. Angeblicher Datenklau. Im Pressehaus Heerdt muss einiges durcheinander geraten sein in den vergangenen Tagen und Wochen.
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Blattkritik: „Klassischer Fehlpass“
10. März 2010 · von Peter Panter
Für unangenehme Schlagzeilen in der politischen Berichterstattung den Kopf hinhalten müssen in der Regel diejenigen, die in vorderster Reihe stehen. Das wird gelegentlich sogar sichtbar. So notierte unter anderem die WAZ beim jüngsten Zukunftskongress der CDU, dass Ministerpräsident Jürgen Rüttgers „mit belegter und vergrippter Stimme“ Hof hielt und ließ ihn ihren Lesern erklären, der Vorwurf von Käuflichkeit – Stichwort ‚Sponsoring-Affäre‘ – sei ihm „unter die Haut gegangen“. Während der christ-demokratische Landesvorsitzende noch an den – auch medial abklingenden – Nachwehen zu leiden hatte, bekam er überraschend Genesungshilfe aus einer Richtung, mit der er nun wirklich nicht rechnen konnte. „Kraft für Rüttgers“ brachte etwa die Financial Times Deutschland auf den Punkt, womit die SPD-Vorsitzende nicht nur ihren eigenen Genossen überrumpelte, sondern auch gleich jeden – rechnerisch – möglichen Bündnispartner für einen Regierungswechsel am 9. Mai brüskierte: Ob CDU, Grüne oder Linke – Krafts auf den ersten Blick nur in saisonalen Nuancen – „Straße fegen statt Schneekehren“ (Westfälische Nachrichten) – von Westerwelle zu unterscheidendem Vorschlag, also der „Sommervariante des schneeschippenden Hartz-IV-Empfängers“ (Neue Ruhr Zeitung) empörte im Spektrum der Parteien nahezu jeden – außer den Liberalen.
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Blattkritik: „Tsunami in der Wasserstraße“
24. Februar 2010 · von Peter Panter
Was für eine Woche! – Wenn Politiker, und sei es nur verbal, über die Grenze des Anstands eindeutig hinausschießen, gibt’s was auf die Ohren. Mehr oder weniger mächtig. Weniger bekam das Hannelore Kraft (SPD) zu spüren: Den sich ihr aufdrängenden „zweifelsfreien Zusammenhang zwischen dem (nordrhein-westfälischen) Schulsystem und einer angeblichen steigenden Selbstmordrate bei Schülern“, mit dem die Aschermittwochsrede der SPD-Vorsitzenden u.a. die WAZ empörte, ist ein gelungenes Beispiel. Danke Hannelore! – Der Landesregierung vorzuwerfen, „sie treibe mit ihrer Schulpolitik Kinder in den Tod“ – ist ein bildungspolitischer Blickwinkel, dessen Koordinaten unsere Kollegen und wir gern etwas länger an ihr verortet hätten. Doch zum einen kam etwas dazwischen, und zum anderen ging die Oppositionsführerin angesichts des einsetzenden medialen Sperrfeuers einfach nur in Deckung. Auf Nachfrage z.B. von BILD etwa „zu dem von ihr ausgelösten Eklat, wollte sie keine Stellung beziehen“.
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Blattkritik: Anschieben, Foto, und weg!
17. Februar 2010 · von Kaspar Hauser
Es war nicht gerade die Woche aktivster politischer Berichterstattung in NRW, wenn man mal von dem Verbal-Amok redenden
Westerwelle absieht. In dieser Sache waren sich die Kommentatoren einig: Offensichtlich aus einer Panikattacke heraus versucht der Ober-Liberale auf Kosten der Hartz-IV-Empfänger sein besserverdienendes Klientel zu beruhigen, dass die FDP nicht in alte Zeiten zurückfällt und statt Mövenpick- zur Umfaller-Partei mutiert. Nur BILD versuchte ein wenig Verständnis zu zeigen, die WELT fand im Laufe der Woche ein paar Sympatisanten, mehr Unterschied war allerdings nicht zu erkennen.
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Blattkritik: Wetterbericht contra Retusche
11. Februar 2010 · von Peter Panter
Hannelore Kraft hat ein Problem – keiner hört ihr zu. Als Opel-Chef Nick Reilly sich diese Woche beim Bochumer Werk des Autobauers persönlich in Erscheinung brachte – mit der Nachricht „Meine Name ist Hiob, und ich hab eine Botschaft für Euch“ – war Nordrhein-Westfalens SPD-Vorsitzende als einzige Politfigur aus den vordersten Reihen der Landesparteien auch vor Ort. Gleichwohl – was sie zum Abbau weiterer 1800 Arbeitsplätze in Bochum zu sagen hatte, es interessierte die Medien nicht. Kaum jemand befand ihren Besuch einer Erwähnung würdig. Zwar registrierte wenigstens die WAZ den „saphirschwarzen Insignia“, mit dem Kraft zum Treffen mit dem Opel-Betriebsrat vorgefahren kam, doch aus ihrem Gespräch mit Klaus Franz und einer anschließenden Pressekonferenz verlautete auch in dem WAZ-Artikel nicht ein einziges Wort. „Was soll ich nur machen? – Ich komme einfach nicht durch?“ – hatte sich Kraft unlängst zuvor Vertrauten gegenüber darüber beklagt, dass kaum ein Medium ihre Botschaften für transportwürdig hielt.
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Blattkritik: Danke für die Fairness!
3. Februar 2010 · von Peter Panter
Das waren doch tolle (acht) Tage! – Und dabei haben wir-in-nrw-blog.de doch nur ein Bild verfestigt, das zuvor die Opposition im Landtag schon – wenngleich deutlich grober – skizziert hatte: Das Bild von Raffkes im NRW-Landtag, die „Kohle von der Kohle“ kassieren (Ruhr-Nachrichten) und „Jedes Maß verloren“ haben (NRZ).
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