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Rüttgers to go – die kurze Geschichte eines inszenierten Arbeiterführers

20. Juni 2010 · von Theobald Tiger

Das war´s: Jürgen Rüttgers. Foto: CDU-NRW

Das war´s: Jürgen Rüttgers. Foto: CDU-NRW

Zum Schluss klang er noch einmal sehr kämpferisch. Der Mann mit den eingefallenen Wangen, dem schlohweißen Haar und dem zum Kunstlächeln vorgeschobenen Kinn sprach von der „größten Wählertäuschung in der Geschichte Nordrhein-Westfalens“. Geschichte? Jürgen Rüttgers ist Geschichte. Nach fünf Jahren im Amt des Ministerpräsidenten muss nun der Mann endgültig seine Kisten packen, der im Frühsommer 2005 wie kein anderer zuvor die Wähler über seine wahren Absichten getäuscht hatte. Bis zuletzt blieb sich der inszenierte Regierungschef treu: er inszenierte noch einmal seinen Abgang, weil er den Abschied noch gar nicht verinnerlicht hat. Dabei hatte er doch schon am Wahlabend, am 9. Mai, kurz nach 19 Uhr, den Hinterausgang genommen.

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Was wird aus Rüttgers? Krautscheid im Aus! Die Kanzlerin schickt Hildegard Müller!

7. Mai 2010 · von Theobald Tiger

Zeche, Angelika, Jürgen - ein einmaliger Schnappschuss aus Bunte. Und nun? Alles vorbei?

Zeche, Angelika, Jürgen – ein einmaliger Schnappschuss aus Bunte. Und nun? Alles vorbei?

Gleich drei Sitzungen des geschäftsführenden Vorstands waren am Mittwoch auf dem Terminkalender eingetragen. Samstag, Sonntag und Montag sollten sich die CDU-Granden von Rhein und Ruhr in der Parteizentrale treffen. Ein Konferenz-Marathon der zehn führenden nordrhein-westfälischen Unions-Köpfe war in der Düsseldorfer Wasserstraße anberaumt, um nach einer Lösung auf die größte Herausforderung der letzten zehn Jahre zu suchen. Die Meinungsforschungsinstitute hatten der CDU in NRW in den letzten Tagen den freien Fall ins 30-Prozent-Delta prognostiziert, ein zweistelliges Minus, der Verlust der Regierungsmehrheit steht bevor. Und nun sollen die Thobens, Uhlenbergs, Stahls, Wittkes und Krautscheids entscheiden,   wie es weitergeht? Was passiert, wenn das Schlimmste eintritt, was vor einem halben Jahr niemand für möglich gehalten hatte? Wenn Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der 2005 antrat, das Land nach 39 Jahren SPD-Regierungsfilz nachhaltig zu verändern, aus dem Amt gejagt wird. Vom Wähler. Dem unberechenbaren, undankbaren Wesen. Aus purer Enttäuschung. Wenn die CDU „nach fünf Jahren dort ankommt, wo die SPD nach 39 Jahren war“, wie es ein führender Christdemokrat formulierte.

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Tags: Unsere Themen

Berlin blickt nach Düsseldorf

4. Mai 2010 · von Alfons Pieper

pieper_xl2“NRW steht auf der Kippe” so lautet die alarmierende Einschätzung gut informierter CDU-Kreise in Berlin wenige Tage vor der wichtigen Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Land. So sieht das im Übrigen auch die SPD, die allerdings mit diesem Urteil Hoffnungen verbindet, in der Hauptstadt wieder mitreden zu können. Auch die anderen Parteien blicken Richtung Düsseldorf, mal ängstlich wie die FDP, mal erwartungsvoll wie die Grünen. Ja und auch die Linke hat sich für die Wahl am Sonntag einiges vorgenommen, sie will den Einzug in das Landesparlament schaffen. Das wäre für Oskar Lafontaine eine Genugtuung erster Güte.

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Das ewige Talent

27. April 2010 · von Leo Loewe

Wir sind in der Zwickmühle. Sollen wir schon wieder Hannelore Kraft kritisieren? Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden? Das kann doch nicht sein. Wir wollen nicht dafür verantwortlich sein, dass sich der liebe Herr Krautscheid und seine Getreuen vom CDU-Stamme Berger womöglich nach einem neuen Job umsehen müssen, weil sie beschäftigungslos sind, wenn wir so weitermachen. Aber das soll uns nun nicht davon abhalten, doch mal ganz klipp und klar zu sagen, auf welch´ gefährliches Terrain sich die Hoffnungsträgerin der aufgeklärten Nordrhein-Westfalen mit ihrer Entscheidung begeben hat, den Kölner Kommunalbeamten Norbert Walter-Borjans zum Kandidaten für das Amt des Wirtschaftsministers zu benennen.

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Tags: Angespitzt

Mit harten Bandagen

9. März 2010 · von Alfons Pieper

pieper_xl2Eine Regierungspartei in der Defensive, ein Ministerpräsident mehr als angeschlagen, eine Koalitionsregierung, die am Ende ihrer ersten Legislaturperiode um ihre Wiederwahl kämpfen muss. Selten wurde in Deutschland der Amtsbonus so schnell verbraucht. Den Zukunftskongress der NRW-CDU hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gerade hinter sich gebracht. Es gab Freibier und Frikadellen für alle, aber keine Gespräche gegen Geld. Auch sei kein VIP-Tisch verkauft worden, hieß es. Sponsoren waren da, die umstrittenen Briefe, in denen Rüttgers gegen Geld angeboten worden war, hat die CDU eingezogen.

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Grüne heute: arriviert und etabliert

16. Januar 2010 · von Theobald Tiger

Schau einer an. Die Grünen erzählen von früher. Und sie zeigen auch noch die Bilder ihrer Anfangsjahre im Wahlkampfspot. 30 Jahre Grüne, das Datum muss man feiern. Natürlich auch in NRW, in Düsseldorf, im Savoy-Theater. So wie es auch andere Parteien gemacht hätten. Nun ja, dem gelackten Herrn Wüst von der CDU wäre da das Ständehaus für einen solchen Termin eingefallen. Und der ebenso glatte ZDF-Moderator Markus Lanz wäre sicherlich nach den guten Erfahrungen vom vergangenen Kultur-Eröffnungswochenende als Stichwortgeber für Jürgen Rüttgers engagiert worden. So etwas müssen die Grünen nicht, sie haben ihren Chefunterhalter in den eigenen Reihen. Oliver Keymis, ein echter Landtagsabgeordneter. Einer mit Witz, Charme und grüner Geschichte, einer, der keine Kärtchen mit Fragen zum Vorlesen benötigt.

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Traumpaar! Oder Trauma?

8. Dezember 2009 · von Theobald Tiger

Die Sommerfeste der CDU im Garten ihrer Parteizentrale in der Düsseldorfer Wasserstraße nutzt Sylvia Löhrmann schon seit Jahren als politischen Laufsteg. An einem Abend, da die Union etwa 500 bis 700 Sympathisanten aus dem ganzen Land mit kostenlosem Pils, Kölsch, Frikadellen, Grillwürstchen und Kartoffelsalat bewirtet und die Geladenen wenigstens einmal die Nähe des großen Jürgen Rüttgers spüren dürfen, weicht die Grüne in der Enge des Geländes über mehrere Stunden nicht von der Seite des Ministerpräsidenten. Sie ist nah dran am Regierungschef – und immer extrem freundlich und unterhaltend. Charming eben. Und sollte sich an dem Abend mal ein Loch von mehr als fünf Metern auftun, ist flugs ihr kräftiger Pressechef Rudi Schumacher zur Stelle, der seine Vorsitzende schnell wieder in Richtung Machtzentrum schiebt.

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