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Bilder, Schlagzeilen, wenig Inhalte – wie Jürgen Rüttgers seine US-Reisen vermarktet

8. Februar 2010 · von Theobald Tiger

Washington am Abend, White House in weiß: Schnell ein Erinnerungsfoto von außen, rein kommt Jürgen Rüttgers nicht. Für Lokalpolitiker hat Obama keine Zeit. Foto: R. Sondermann/Staatskanzlei NRW

Washington am Abend, White House in weiß: Schnell ein Erinnerungsfoto von außen, rein kommt Jürgen Rüttgers nicht. Für Lokalpolitiker hat Obama keine Zeit. Foto: R. Sondermann/Staatskanzlei NRW

Das Steakessen zum Abschluss in New York muss dieses Mal ausfallen. Wie die Altweiberfete in einer Kölsch-Kneipe im Big Apple. New York steht nicht auf dem Reiseplan. Es geht nach Washington, Los Angeles, San Francisco. Der Ministerpräsident startet an diesem Montag zu seiner traditionellen US-Reise in der Karnevalswoche. Um 13 Uhr hebt der Lufthansa-Jumbo LH 418 in Frankfurt Richtung Washington ab, 8 Stunden und 50 Minuten später soll die Maschine in Washington D. C. landen. Soll, wenn die Amerikaner das Schneechaos in ihrer Hauptstadt in den Griff bekommen.
Sicherheitshalber reist Jürgen Rüttgers schon mal mit selbst produzierten Nachrichten im Gepäck Richtung USA, nachdem das im vergangenen Jahr beim Thema Opel so blendend funktioniert hat. Doch diesmal steht mehr auf dem Spiel, als nur mal wieder Schlagzeilen für sich selbst zu produzieren.

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Tags: Unsere Themen

Blattkritik: Danke für die Fairness!

3. Februar 2010 · von Peter Panter

Presse_Zeitungen3dDas waren doch tolle (acht) Tage! – Und dabei haben wir-in-nrw-blog.de doch nur ein Bild verfestigt, das zuvor die Opposition im Landtag schon – wenngleich deutlich grober – skizziert hatte: Das Bild von Raffkes im NRW-Landtag, die „Kohle von der Kohle“ kassieren (Ruhr-Nachrichten) und „Jedes Maß verloren“ haben (NRZ).

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Tags: Medienschau

Blattkritik: Alltägliche Tücken im vitalen Wettbewerb

16. Dezember 2009 · von Peter Panter

Gesundheit ist ein hohes Gut. Gerade auch, wenn es um den – bisweilen weniger, andernorts noch sehr gesunden – Wettbewerb in den Medienlandschaften NRWs geht.
Beispiel Ostwestfalen: Nachdem Hendrik Wüst vergangenen Freitag der Hoffnung verfiel, das Rüstzeug der CDU – für die Unbilden der Zukunft im allgemeinen und die des Jahres 2010 im besonderen – vor den Journalisten der LPK schillern zu lassen, verlor das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ anderntags nicht eine Zeile über die Pressekonferenz. Warum die ansonsten regierungstreuen Publizisten des „WB“ womöglich die wüst(ch)en Perspektivbetrachtungen völlig ignorierten, konnte der Ostwestfale nur beim örtlichen Wettbewerber „Neue Westfälische“ lesen: Die hatte beobachtet, der ‚General‘ habe das Ziel der Veranstaltung glatt unterlaufen. So hätte die eingeladene Journaille eindeutig mehr Interesse an der persönlichen Zukunft des Gastgebers gezeigt, als an dessen spektralen Polit-Visionen. Und mit unschwerer Treffsicherheit sezierte der Kommentator – auch noch – in sprachlicher Feinkost den Scherbenhauf des Porzellans, in das Doppel-Abzocker Hendrik Wüst einen weiteren Restbestandteil Wählervertrauens in die politischen Führungskader des Landes zerlegt hatte. ‚Chapeau, Kollege!‘ – ein herausragendes Zeugnis dafür, dass die ‚Provinzzeitungen‘ des Landes, abseits der Rhein-Medienkonzentration, viel zu oft leichtfertig und zu Unrecht geringschätzt werden. ‚Herausragend‘ muss man allerdings so und so verstehen. Das ist unser Alltag, auch in der Rhein-Schiene. Keiner von uns ist immer brillant.

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Tags: Medienschau

Blattkritik: Die exklusive Kölner Sicht

8. Dezember 2009 · von Peter Panter

Ausgerechnet der „Kölner Stadt-Anzeiger“, dieses liberale Blatt, in dem einst so unabhängige großartige Journalisten wie Thomas Meyer oder Martin E. Süskind bewegende Reportagen, treffende politische Analysen und fein formulierte Leitartikel schrieben, zeichnete sich zuletzt durch eine sehr parteinahe Berichterstattung zu Gunsten des CDU-Generalsekretärs Hendrik Wüst aus. Dieser 34-Jährige christliche Wortakrobat, dem für SPD-Oppositionsführerin Hannelore Kraft der Kampfbegriff Kraftilanti eingefallen war, hat offenbar nicht nur sein Haus nicht im Griff, sondern gerät auch bei seinen persönlichen Finanzen in Turbulenzen. Der Mann mit dem 18 000 Euro hohen Monatseinkommen kassierte sowohl vom Landtag als von der CDU seine Krankenkassenzuschüsse gleich doppelt. Doch bevor das Magazin „FOCUS“, das mit einer Rechercheanfrage den forschen General mit dessen Raffgier konfrontierte, seinen Beitrag drucken konnte, preschte die Kölner Gazette vor. Nichts wissend, aber schön den Bleistift gespitzt hatte der Korrespondent, der sich von Wüst und seinen Getreuen in der Düsseldorfer Wasserstraße schnell die Geschichte von einer „Intrige gegen Wüst“ ins Laptop diktieren ließ. Eine exklusive Sicht der Dinge kam dabei heraus. Wo ist nur die Unabhängigkeit und kritische Distanz dieses einstmals angesehenen Blattes geblieben?

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Tags: Medienschau