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Das ewige Talent

27. April 2010 · von Leo Loewe

Wir sind in der Zwickmühle. Sollen wir schon wieder Hannelore Kraft kritisieren? Zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden? Das kann doch nicht sein. Wir wollen nicht dafür verantwortlich sein, dass sich der liebe Herr Krautscheid und seine Getreuen vom CDU-Stamme Berger womöglich nach einem neuen Job umsehen müssen, weil sie beschäftigungslos sind, wenn wir so weitermachen. Aber das soll uns nun nicht davon abhalten, doch mal ganz klipp und klar zu sagen, auf welch´ gefährliches Terrain sich die Hoffnungsträgerin der aufgeklärten Nordrhein-Westfalen mit ihrer Entscheidung begeben hat, den Kölner Kommunalbeamten Norbert Walter-Borjans zum Kandidaten für das Amt des Wirtschaftsministers zu benennen.

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Tags: Angespitzt

Wenn Rüttgers die Puste ausgeht . . .

25. April 2010 · von Alfons Pieper

pieper_xl2Zwei Wochen vor der Landtagswahl in NRW bahnt sich offensichtlich eine Überraschung an. “Mehrheit für Rot-Grün in NRW.” So lautet der Titel des “Kölner Stadtanzeiger” am Wochenende. Und auf den folgenden Seiten wird die Geschichte mit der Nachricht fortgeschrieben: “Straucheln auf den letzten Metern”. Die Journalisten des parteipolitisch unverdächtigen Kölner Blattes haben diese Erkenntnisse nicht erfunden, sondern sie stützen sich auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “Omniquest”, die die Zeitung selber in Auftrag gegeben hat. Fazit für die Blattmacher: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) droht die Abwahl. Die CDU käme gerade noch auf 37,5 Prozent,  dicht gefolgt von der SPD mit 36,8 Prozent, die Grünen erreichten 12,8 Prozent. Und nun eine kleine Sensation: FDP(5,1 Prozent) und Linke (4,8 Prozent) müssen um den Einzug in den Düsseldorfer Landtag bangen.

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Tags: Unsere Themen

Hombach für Rau für Rüttgers für Persil

13. April 2010 · von Thomas Brackheim

Wir in Nordrhein-Westfalen: Rüttgers und Hombach. Foto: Staatskanzlei NRW

Wir in Nordrhein-Westfalen: Rüttgers und Hombach. Foto: Staatskanzlei NRW

In Amerika sei er gewesen, raunte man sich in den 80er Jahren zu. Er habe dort Wahlkampf gelernt. Er, der Unheimliche von der SPD, der damals von der Gewerkschaft kam, von der aufrührerischen GEW. Er sei nur gelernter Fernmeldetechniker, kokettierte der immer gewichtiger werdende Mann mit den feinen Ess- und Trinkgewohnheiten. Irgendwie war er schon damals mysteriös. Mysteriös wie heute. Doch er war auch  erfolgreich. Jener Bodo Hombach behauptete fortan, er habe nach seinen US-Studien für drei absolute Mehrheiten des legendären Johannes Rau bei Landtagswahlen gesorgt. So, als sei dieser eine 10-Kilo-Box Persil, hat er ihn durch Land getrieben und auf Plakatwänden präsentiert. Hombach verkaufte Rau frisch verheiratet, mit Erstgeborenen im Arm, dann mit dem nächsten Kind auf den Schultern und die Frau umschlungen. Die Wahlen wurden gewonnen. Hombach siegte. Und Rau sagte: „Aber ich habe kandidiert.“ Das Duo zerbrach, der Diener fühlte sich mächtiger als der Herr. Sie gingen getrennte Wege.

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Tags: Medienschau

Kraft contra Rüttgers

31. März 2010 · von Alfons Pieper

pieper_xl2Wer NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers kürzlich beim 80. Geburtstag seines alten Weggefährten Bernhard Worms sah, erlebte einen Regierungschef, der “um Jahre gealtert” wirkte, grau und müde aussah, genervt von den Attacken gegen sich und seine Politik. Dem einstigen Strahlemann ist das Dauerlächeln vergangen. Plötzlich steht ihm gegenüber eine Frau, die er erst nicht ernst nahm, die ihm aber inzwischen auf Augenhöhe begegnet: Hannelore Kraft. Die Herausforderin bietet ihm Paroli und niemand kann heute sagen, wer das Rennen gewinnen wird. Am Ende seiner ersten Legislaturperiode hat er fast jeglichen Amtsbonus verloren und muss um seine Wiederwahl bangen

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Mit harten Bandagen

9. März 2010 · von Alfons Pieper

pieper_xl2Eine Regierungspartei in der Defensive, ein Ministerpräsident mehr als angeschlagen, eine Koalitionsregierung, die am Ende ihrer ersten Legislaturperiode um ihre Wiederwahl kämpfen muss. Selten wurde in Deutschland der Amtsbonus so schnell verbraucht. Den Zukunftskongress der NRW-CDU hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers gerade hinter sich gebracht. Es gab Freibier und Frikadellen für alle, aber keine Gespräche gegen Geld. Auch sei kein VIP-Tisch verkauft worden, hieß es. Sponsoren waren da, die umstrittenen Briefe, in denen Rüttgers gegen Geld angeboten worden war, hat die CDU eingezogen.

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Also doch: Geht da was mit Rot-Rot?

3. März 2010 · von Alfons Pieper

pieper_xl2Geschlossenheit wollte die SPD in NRW auf  ihrem Landesparteitag in Dortmund demonstrieren. Kein Streit, viel Harmonie, keine großen Debatten, bloß kein Wort über die Linke, geschweige denn über ein Bündnis mit den Nachfolge-Kommunisten. Am Ende kam noch ein 99-Prozent-Wahlergebnis für die Spitzenfrau der Partei, Hannelore Kraft, heraus. Alles prima. Und dann passierte es doch. Der frisch gewählte Parteivize, Jochen Ott, einer aus der jüngeren Kölner Riege, ein Aufsteiger, hatte sich mit der Chefin der NRW-Linken, Katharina Schwabedissen, zum Kaffee getroffen. Also doch, Rot-Rot? Geht da was? So schnell verwelken Blumen.

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Jürgen Rüttgers und Bodo Hombach: Zwei Männer, ein Gedanke – und ein Buch

22. Januar 2010 · von Theobald Tiger

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Ein Orden als Dankeschön? Foto: Staatskanzlei/Sondermann

57 Minuten benötigte Jürgen Rüttgers für seine Regierungserklärung. 57 Minuten las der 58-Jährige Ministerpräsident stur vom Blatt. 57 Minuten monotone Sätze. Keine Emotion, keine Verve, kein Feuer. Es ging um Nordrhein-Westfalen, um sein Land. Um die Zukunft, um das Konzept 2025. Kluge Köpfe, prominent dazu, hatten für Rüttgers nachgedacht und dann aufschreiben lassen, was sich als Blaupause für den CDU-Chef im Wahlkampf 2010 gut vermarkten ließe. Wesentlicher Schriftführer – der frühere SPD-Wahlkampfstratege Bodo Hombach, der nun die Seiten gewechselt hat. Seine Sätze, seine Gedanken, sein Strategien sind leicht zu erkennen. Sie haben sich in den vergangenen 20 Jahren nicht verändert. Früher dachte er für Johannes Rau, dann für Gerhard Schröder (beide SPD), nun für Jürgen Rüttgers, CDU. 

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Grüne heute: arriviert und etabliert

16. Januar 2010 · von Theobald Tiger

Schau einer an. Die Grünen erzählen von früher. Und sie zeigen auch noch die Bilder ihrer Anfangsjahre im Wahlkampfspot. 30 Jahre Grüne, das Datum muss man feiern. Natürlich auch in NRW, in Düsseldorf, im Savoy-Theater. So wie es auch andere Parteien gemacht hätten. Nun ja, dem gelackten Herrn Wüst von der CDU wäre da das Ständehaus für einen solchen Termin eingefallen. Und der ebenso glatte ZDF-Moderator Markus Lanz wäre sicherlich nach den guten Erfahrungen vom vergangenen Kultur-Eröffnungswochenende als Stichwortgeber für Jürgen Rüttgers engagiert worden. So etwas müssen die Grünen nicht, sie haben ihren Chefunterhalter in den eigenen Reihen. Oliver Keymis, ein echter Landtagsabgeordneter. Einer mit Witz, Charme und grüner Geschichte, einer, der keine Kärtchen mit Fragen zum Vorlesen benötigt.

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Die Linken nicht verdammen

12. Januar 2010 · von Alfons Pieper

pieper_xl2Politiker aller Parteien blicken seit Wochen gespannt und teils voller Sorge auf NRW. Die Landtagswahl im Mai könnte nämlich im Land und im Bund einiges verändern. Mitentscheidend dürfte das Abschneiden der Linken im bevölkerungsreichsten Land werden. Kommt die Linke in den Landtag, wird das Regieren schwieriger. Es könnte sogar sein, dass Jürgen Rüttgers (CDU) zusammen mit der FDP keine Mehrheit mehr hat. Und: Bei einer Ablösung von Rüttgers in Düsseldorf, verlöre Kanzlerin Angela Merkel die Mehrheit im Bundesrat. Und rechnerisch möglich könnte eine rot-rot-grüne Mehrheit werden. Rechnerisch.

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Welche Rolle spielt Jürgen Rüttgers bei der Entsorgung kritischer Journalisten?

11. Januar 2010 · von Ariane Arnold

Medien-Mann Jürgen Rüttgers bei einem Statement in Washington. (Foto: Sondermann/Staatskanzlei NRW)

Medien-Mann Jürgen Rüttgers bei einem Statement in Washington. (Foto: Sondermann/Staatskanzlei NRW)

Im Impressum ist Karl-Heinz Steinkühler noch als Leiter des Düsseldorfer Büros von „Focus“ aufgeführt und wer seinen Namen in die Suchmaschine des Münchener Montagsmagazins eingibt, kommt auf 778 Beiträge. Mehr werden es nicht mehr. Steinkühler, einer der wenigen profilierten Köpfe des journalistisch schwindsüchtigen Organs, ist nicht mehr dabei, ihm wurde nach 15 Jahren aus betrieblichen Gründen gekündigt. Sein Vertrag läuft noch bis Mitte des Jahres, aber schon seit dem 10. Dezember, als ihm ein Geschäftsführer die Kündigung überbrachte, schreibt er nicht mehr für das Blatt. Zunächst ging er in Urlaub, seit Beginn des Jahres ist er freigestellt. Die Büroräume im Düsseldorfer Medienhafen wird er nicht mehr betreten.

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