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Wenn das Bürokratenhirn zuschlägt…

19. Mai 2010 · von Kaspar Hauser

Mit dem Dienstrecht gegen zivilen Ungehorsam - Noch-Schulministerin Barbara Sommer

Mit dem Dienstrecht gegen zivilen Ungehorsam – Noch-Schulministerin Barbara Sommer Foto: Schulministerium

Gibt es in diesen unsicheren Zeiten noch etwas Verlässliches? Etwas, das sich durch nichts beirren lässt? Weder Griechenland noch Landtagswahl kann es aufhalten und schon gar nicht der Versuch, eine neue Landesregierung hinzukriegen. Nein, dafür hat es zuviel Aufgabe, zu viele Paragrafen und Aktendeckel, die den Blick verstellen. Es, das Bürokratenhirn, ist sich selbst genug und agiert nach eigenen Regeln. Es kann sich sehr lange sehr bequem machen, unendlich viele Gründe produzieren, warum etwas nicht funktioniert und es kann sich extrem erregen, wenn es sich angegriffen fühlt. Und dann schlägt es unbarmherzig zu. Dann schafft es Präzedenzfälle und schlägt ultimative Pflöcke ein. Damit ja nicht jemand auf die Idee kommt, einen neuen Angriff zu wagen.

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Tags: Allgemein · Angespitzt

Frohe Weihnachten, Rektor Onkelbach!

23. Dezember 2009 · von Kaspar Hauser

Dieser Weihnachtsgruß kommt aus vollem Herzen. Wenn Wir-inNRW-Blog  nur einen einzigen Gruß frei hätte, würde ihn in diesem Jahr der Rektor der Gemeinschaftshauptschule Kirchhecke in Mönchengladbach bekommen. Jack Onkelbach hat uns imponiert, er hat beamtenrechtliche Konsequenzen in Kauf genommen, um seinem Herzen Luft zu machen. Er hat sich nicht in die Frustration verabschiedet, als er wieder mal mit der Willkür und den Fehlern seiner vorgesetzten Behörde, der Bezirksregierung, konfrontiert war. Eine neue Schulministerin suchte er, per Anzeige, und alle sollten es wissen. Als wir  auf die Aktion aufmerksam wurden, fiel schnellder nicht mehr ganz moderne Begriff vom „zivilen Ungehorsam“ , der gut charakterisiert, was Rektor Onkelbach zur Aktion schreiten ließ. „Mehr davon“, möchte man denjenigen zurufen, die ähnliches erleben mit ihren Behörden und Ministerien wie der Mönchengladbacher Schulleiter. Bezeichnend übrigens die Reaktion der Regierung, unmittelbar eingeleitet wurde ein Disziplinarverfahren gegen den Schulleiter, man prüfe die „strafrechtliche Relevanz“ ließ sich der Sprecher zitieren. Das ist deutsches Beamtentum pur:  Es wird nicht erklärt, wie es zu dem Fiasko kommen konnte, drei Stellenausschreibungen zu genehmigen, um dann plötzlich festzustellen, dass man sich verrechnet hat und gar keine Stellen zu besetzen seien. Von Disziplinarmaßnahmen gegen die Bezirksregierung wegen unterlassener Fürsorge gegenüber den Schulen in diesem Land ist auch nichts bekannt. Möge den Schulbürokraten der Weihnachtsbaum verschimmeln und die Geschenke verfaulen.
Unser  Weihnachtsgruß geht an Jack Onkelbach und all diejenigen, die die hiesige Schulpolitik mit ihrer kafkaesken Bürokratie tagtäglich ertragen und dennoch versuchen, ihren Auftrag zu erfüllen: den Kindern und Jugendlichen in diesem Land eine zukunftsfähige Schulausbildung zukommen zu lassen.

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Tags: Angespitzt

Blattkritik: Alltägliche Tücken im vitalen Wettbewerb

16. Dezember 2009 · von Peter Panter

Gesundheit ist ein hohes Gut. Gerade auch, wenn es um den – bisweilen weniger, andernorts noch sehr gesunden – Wettbewerb in den Medienlandschaften NRWs geht.
Beispiel Ostwestfalen: Nachdem Hendrik Wüst vergangenen Freitag der Hoffnung verfiel, das Rüstzeug der CDU – für die Unbilden der Zukunft im allgemeinen und die des Jahres 2010 im besonderen – vor den Journalisten der LPK schillern zu lassen, verlor das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ anderntags nicht eine Zeile über die Pressekonferenz. Warum die ansonsten regierungstreuen Publizisten des „WB“ womöglich die wüst(ch)en Perspektivbetrachtungen völlig ignorierten, konnte der Ostwestfale nur beim örtlichen Wettbewerber „Neue Westfälische“ lesen: Die hatte beobachtet, der ‚General‘ habe das Ziel der Veranstaltung glatt unterlaufen. So hätte die eingeladene Journaille eindeutig mehr Interesse an der persönlichen Zukunft des Gastgebers gezeigt, als an dessen spektralen Polit-Visionen. Und mit unschwerer Treffsicherheit sezierte der Kommentator – auch noch – in sprachlicher Feinkost den Scherbenhauf des Porzellans, in das Doppel-Abzocker Hendrik Wüst einen weiteren Restbestandteil Wählervertrauens in die politischen Führungskader des Landes zerlegt hatte. ‚Chapeau, Kollege!‘ – ein herausragendes Zeugnis dafür, dass die ‚Provinzzeitungen‘ des Landes, abseits der Rhein-Medienkonzentration, viel zu oft leichtfertig und zu Unrecht geringschätzt werden. ‚Herausragend‘ muss man allerdings so und so verstehen. Das ist unser Alltag, auch in der Rhein-Schiene. Keiner von uns ist immer brillant.

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Tags: Blattkritik

Mit der Viererbande in den Wahlkampf

8. Dezember 2009 · von Theobald Tiger

Dienen, gehorchen und befehlen hat Boris Berger in zwölf Jahren bei der Bundeswehr gelernt. Dort brachte er es zum Hauptmann als Feldjäger auf der Hardthöhe, bevor er nach Ende der Dienstzeit zu Jürgen Rüttgers wechselte. Zunächst als Aktentaschenträger gesichtet, verschaffte sich der schneidige junge Mann schon zu Oppositionszeiten seit 2004 Respekt bei den Mitarbeitern und gewann schnell das Vertrauen des CDU-Chefs.

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