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Erst gefeiert, dann abserviert: Dr. Winfried Dolderer.Wie man in der WAZ-Gruppe mit einem Korrespondenten umgeht.

10. Juni 2013 · von Alfons Pieper

Als Dr. Winfried Dolderer 1999, von der Agentur Agence France Presse(afp) zur Westfalenpost wechselte, sagte der damalige Chefredakteur Bodo Zapp zu seinem gerade angeworbenen Mann für Berlin: „Herr Dolderer, Sie müssen bedenken, Sie sind dann bei der großmächtigen WAZ. Dort kann Ihnen nie wieder etwas passieren.“ Tatsächlich war das damals so, es war eigentlich im Hause WAZ- und die WP gehörte ja dazu- immer so gewesen. Aber die Zeiten sind andere geworden, die Zapps sind weg und manche Verlässlichkeit ebenso. Winfried Dolderer verließ sich auf das Wort des guten Bodo Zapp, das konnte er auch, aber er verließ sich auch auf das Wort von Zapp-Nachfolger Kläsener. „Sie sind und bleiben unser Mann in Berlin“, erinnert sich Dolderer genau an die Aussage Kläseners. Und täuschte sich mächtig. Ende 2012 bekam er die betriebsbedingte Kündigung, ab Januar diesen Jahres war sein Büro in der Berliner Reinhardtstraße geräumt, Ende Juni ist er auch amtlich nicht mehr bei der großmächtigen WAZ. Eine Abfindung. Und Schluss.

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Die WAZ schließt ihre Auslandsbüros in Paris, London und Washington

31. Mai 2013 · von Roberta Neuner

Die WAZ setzt ihren Spar- und Streich-Kurs fort. Zuerst wurden vor ein paar Jahren einige ihrer Lokalredaktionen geschlossen, dann Hunderte von Redakteursstellen gestrichen und einige in die Altersteilzeit geschickt, vor wenigen Wochen wurde der gesamten Redaktion der Westfälischen Rundschau gekündigt und jetzt werden ihre Auslandsbüros zunächst in Paris und London und im nächsten Jahr in Washington dicht gemacht. Schon vor einem Jahr hatte man die Berichterstattung aus der römischen Metropole durch eine eigene Korrespondentin eingestellt. Gesundschrumpfen oder Kaputtsparen, was ist hier das Konzept. Konzept? Man frage mal die Redakteurinnen und Redakteure. Ein Konzept der Geschäftsleitung, das den Weg aus der Krise weisen würde, ist in Essen nicht bekannt. Es sieht eher wie Chaos aus.

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Fremdschämen für den Verlagschef

7. April 2013 · von Roberta Neuner

Die Stimmung in den Redaktionen der WAZ-Mediengruppe gleicht der bei einer Beerdigung. Von Aufbruch ist nichts zu spüren, eher von Abbruch. Nirgendwo scheint es ein Konzept zu geben, wie man die dramatische Entwicklung stoppen kann, nirgendwo ist ein Hinweis der hochbezahlten Geschäftsführer, wie es denn weitergehen soll. Was wird aus der einst so stolzen WAZ? Die Redakteurinnen und Redakteure warten auf ein klärendes Wort ihrer Manager, wie der Karren aus dem Dreck zu ziehen, wie er wieder flott zu machen ist. Stattdessen hören sie von Plänen der Geschäftsleitung, erneut 200 Stellen zu streichen.

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Was soll nur aus der WAZ werden?

13. März 2013 · von Roberta Neuner

Die Frage nach der Zukunft der WAZ treibt vor allem die dort Beschäftigten um. Sie sind verzweifelt, total verunsichert. „Haben Sie eine Ahnung, was die mit uns vorhaben? Was aus uns wird?“ Der so angesprochene Zeitgenosse weiß es natürlich auch nicht. „Ich habe die große Sorge, die fahren die Karre an die Wand.“ Kaum zu glauben, dass der einst so stolze, weil starke Tanker WAZ sich in stürmischen Gewässern befinden soll. Vor wenigen Jahren war der WAZ-Konzern noch der drittgrößte in Deutschland, Krake nannten ihn die Gegner, weil die WAZ so viele kleinere Zeitungen im Ruhrgebiet, aber nicht nur dort geschluckt hatte. „Was wird aus uns?“ fragen Redakteurinnen und Redakteure, jüngere wie ältere, mal mit, mal ohne Familie. „Die meisten würden lieber heute als morgen wo anders arbeiten.“ Aber wo? Der Markt ist fast leergefegt, auch andere Verlage müssen Mitarbeiten kündigen, kürzer treten, weil Anzeigen wegbleiben und die damit verbundenen Einnahmen, weil Abonnenten kündigen.

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Dortmund verliert eine Stimme

1. Februar 2013 · von Roberta Neuner

Dortmund, die stolze Metropole Westfalens, die Stadt des Fußballmeisters, nach Köln und Düsseldorf drittgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen, verliert ab 1. Februar eine wichtige Stimme. Ab diesem Datum ist die gesamte Redaktion der Westfälischen Rundschau gekündigt, wird die Zeitung in einer Mogelpackung an die immer noch einige Tausend Köpfe zählenden Abonnenten des Blattes in Dortmund verteilt. Der Leser wird sich über den Inhalt wundern, denn es ist nicht mehr die Sprache der Westfälischen Rundschau, nicht mehr die vertraute Stimme, die ihn seit Jahr und Tag über Dortmund, Deutschland und die Welt informierte, sondern die Essener WAZ liefert den Mantel, also den Hauptteil, und die eigentlich mit der Rundschau konkurrierenden Ruhr-Nachrichten stellen den Lokalteil. Die Zeitung, die einst der SPD gehörte, die nach dem Krieg auf den Trümmern, die Nazi-Deutschland angerichtet hatte, gegründet worden war, sie ist dann nicht mehr. Ihre künftige Westfälische Rundschau, das wird eine konservative Zeitungsmischung sein, ausgerechnet in der Stadt, die Willy Brandt einst als die Herzkammer der SPD bezeichnet hat.

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Wut. Empörung. Entsetzen. Ratlosigkeit. Fassungslosigkeit

25. Januar 2013 · von Roberta Neuner

Wut, Empörung, Entsetzen, Rat- und Fassungslosigkeit, so sind die Reaktionen auch Tage nach der bitteren Botschaft für die 120 Beschäftigten der Redaktion der Westfälischen Rundschau durch die Geschäftsführer der WAZ-Gruppe. Kündigung zum 1. Februar. Eiskalt. „Eine Kälte, die uns frösteln lässt“, heißt es in einem gemeinsamen Brandbrief der WAZ- und NRZ-Redaktionen und des so genannten Content Desk aus Essen. Wut darüber, dass die Entscheidung lange vorbereitet wurde, ohne dass Betriebsräte oder geschweige die Redakteure darüber in Kenntnis gesetzt worden sind. Quasi über Nacht fiel das Damoklesschwert auf das Personal, ausgeteilt durch die Herren Nienhaus, Braun und Ziegler. Im November soll schon bei den Ruhr-Nachrichte an einem Dummy gearbeitet worden sein, soll schon versucht worden sein, die unterschiedliche Typographie aufeinander abzustimmen.

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WAZ-Verlag schließt die Redaktion der Westfälischen Rundschau zum 1. Februar

15. Januar 2013 · von Roberta Neuner

Die Redaktion der “Westfälischen Rundschau” wird dicht gemacht. Und zwar zum 1. Februar, also in ein paar Tagen. Das verkündete die Geschäftsleitung des WAZ-Verlages am heutigen Dienstag, 15. Januar, bei einer Betriebsversammlung in Hagen. “Männer haben geweint”, schildert ein Teilnehmer dieser Trauerfeier. Die Betroffenen waren am Tag zuvor in einem Schreiben der Verlagsleitung zu der Veranstaltung geladen worden. Dort erfuhren sie dann die bittere Nachricht. Übrigens: Die Rendite des WAZ-Verlages im Jahr 2012 betrug 14 %.
Die Zeitung WR soll bestehen bleiben – ohne eigene Redaktion. Den Mantel liefert die Essener WAZ, den Lokalteil in Dortmund der dortige Konkurrent, die konservative “Ruhr-Nachrichten”. Der Geschäftsführer der Mediengruppe, Manfred Braun, betonte, die Zeitung werde grundlegend saniert.

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Die WAZ bald ohne den Namen Brost. Die Funke-Erben haben nun das Sagen in der WAZ-Gruppe

25. Januar 2012 · von Roberta Neuner

Die Erstausgabe der WAZ vom 3. April 1948

Die Erstausgabe der WAZ vom 3. April 1948

Petra Grotkamp(67) hat den 50-Prozent-Anteil an der WAZ-Gruppe, der der Familie Brost gehörte, gekauft. Damit hat dann der Name Brost bald nichts mehr mit der Zeitung zu tun, deren eigentlicher Gründer Erich Brost war. Damals, 1948, erhielt der Sozialdemokrat Erich Eduard Brost von den Engländern unter der Nummer 192 die Lizenz für die Gründung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Und nunmehr, nach 64 Jahren, gehört das ganze Medien-Reich den Funke-Erben. Eine davon ist Petra Grotkamp, geborene Funke, Tochter des dann als Mitgründer fungierenden Jakob Funke, von den Kollegen auch Köbes gerufen.

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Das Zusammenspiel zwischen Partei und Medien – oder wie die CDU Politik macht

25. Oktober 2010 · von Thomas Brackheim

Prost, wir kommen wieder: Jürgen Rüttgers und sein Ex-General Hendrik Wüst. Foto: NRW-CDU

Prost, wir kommen wieder: Jürgen Rüttgers und sein Ex-General Hendrik Wüst. Foto: NRW-CDU

Es sind drei Begebenheiten, manche würden sagen Fälle, die oberflächlich betrachtet nichts miteinander zu tun haben – und doch zusammengehören. Zwei dieser Ereignisse spielen im August 2008, einer Ende Mai/Anfang Juni diesen Jahres. Immer hat es mit der CDU Nordrhein-Westfalens und dem Beziehungsgeflecht zwischen handelnden Christdemokraten und den ihnen nahestehenden Medien zu tun. Und damit, wie die Herren Jürgen Rüttgers und Hendrik Wüst ihren vermeintlichen Einfluss auf Journalisten ausübten oder ihre Werkzeuge in der CDU-Pressestelle einsetzten, um Politik zu machen. Sogar das Abhören von Telefonen spielte dabei eine Rolle, wie der noch heute amtierende CDU-Sprecher Matthias Heidmeier einer Email an seinen mittlerweile gefeuerten Generalsekretär Wüst am 11. August 2008 anvertraute (siehe auch Dokumente).

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Wie sich Rüttgers und Berger noch schnell auf Staatskosten ihre Zukunft sichern

25. Juni 2010 · von Theobald Tiger

Wir schaffen das, auch nach der Abwahl: Jürgen Rüttgers kämpft für sich und seine Nächsten. Foto: NRW-CDU

Wir schaffen das, auch nach der Abwahl: Jürgen Rüttgers kämpft für sich und seine Nächsten. Foto: NRW-CDU

Es soll nur so von Harmonie getrieft haben in der Essener Philharmonie, berichten Kreisvorsitzende der CDU am Donnerstagabend. Die Gemeinschaft der schwer angeschlagenen Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen habe den Schulterschluss versucht, höhnten Beobachter der hinter geschlossenen Türen diskutierenden Spitzenfunktionäre. Im Mittelpunkt des Geschehens – Jürgen Rüttgers. Er war verantwortlich für die gefühlte späte Geschlossenheit im abgeschlossenen Raum, obwohl er die CDU in den letzten Monaten furchtbar gespalten hatte. Der Wahlverlierer vom 9. Mai, der den Absturz von zehn Prozent für seine Partei verursacht hatte, gab seinen Rückzug bekannt. Die Partei ist erleichtert, hörte man überall im Lande. Die CDU in Nordrhein-Westfalen bekommt im nächsten Februar einen neuen Landesvorsitzenden, im November kandidiert Rüttgers auch nicht mehr als CDU-Bundesvize von Angela Merkel. Doch so ganz geht der unumschränkte schwarze Herrscher und selbsternannte Arbeiterführer an Rhein und Ruhr noch nicht. In den vergangenen Tagen, den letzten seiner Zeit als Ministerpräsident, hat er sich und seine Getreuen mit Posten und Jobs versorgt.

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