Zum Schluss klang er noch einmal sehr kämpferisch. Der Mann mit den eingefallenen Wangen, dem schlohweißen Haar und dem zum Kunstlächeln vorgeschobenen Kinn sprach von der „größten Wählertäuschung in der Geschichte Nordrhein-Westfalens“. Geschichte? Jürgen Rüttgers ist Geschichte. Nach fünf Jahren im Amt des Ministerpräsidenten muss nun der Mann endgültig seine Kisten packen, der im Frühsommer 2005 wie kein anderer zuvor die Wähler über seine wahren Absichten getäuscht hatte. Bis zuletzt blieb sich der inszenierte Regierungschef treu: er inszenierte noch einmal seinen Abgang, weil er den Abschied noch gar nicht verinnerlicht hat. Dabei hatte er doch schon am Wahlabend, am 9. Mai, kurz nach 19 Uhr, den Hinterausgang genommen.
Rüttgers to go – die kurze Geschichte eines inszenierten Arbeiterführers
20. Juni 2010 · von Theobald Tiger
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Das Netzwerk der Maulwürfe
9. Mai 2010 · von Theobald Tiger
Das Handy zeigt 23.52 Uhr. Eine SMS geht am Ende des 8. Mai 2010 ein. Ein Tag mit Historie in Deutschland. Der Absender spricht davon, dass der „Frack für den neuen Tag der Befreiung“ gebügelt sei. Es ist eine Nachricht, die vom Handy als Rund-SMS an ein Netzwerk verschickt worden ist. Eine Nachricht, die gestern Abend, wenige Minuten vor Beginn des Wahltages in Nordrhein-Westfalen, hochkarätige Christdemokraten im Land erhalten haben. Das Netzwerk der parteiinternen Widersacher von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, die sich zum „Aufstand der Anständigen“ (Rheinische Post) zusammengeschlossen haben, sehnt den Tag der Ablösung des CDU-Chefs herbei.
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Was wird aus Rüttgers? Krautscheid im Aus! Die Kanzlerin schickt Hildegard Müller!
7. Mai 2010 · von Theobald Tiger
Gleich drei Sitzungen des geschäftsführenden Vorstands waren am Mittwoch auf dem Terminkalender eingetragen. Samstag, Sonntag und Montag sollten sich die CDU-Granden von Rhein und Ruhr in der Parteizentrale treffen. Ein Konferenz-Marathon der zehn führenden nordrhein-westfälischen Unions-Köpfe war in der Düsseldorfer Wasserstraße anberaumt, um nach einer Lösung auf die größte Herausforderung der letzten zehn Jahre zu suchen. Die Meinungsforschungsinstitute hatten der CDU in NRW in den letzten Tagen den freien Fall ins 30-Prozent-Delta prognostiziert, ein zweistelliges Minus, der Verlust der Regierungsmehrheit steht bevor. Und nun sollen die Thobens, Uhlenbergs, Stahls, Wittkes und Krautscheids entscheiden, wie es weitergeht? Was passiert, wenn das Schlimmste eintritt, was vor einem halben Jahr niemand für möglich gehalten hatte? Wenn Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der 2005 antrat, das Land nach 39 Jahren SPD-Regierungsfilz nachhaltig zu verändern, aus dem Amt gejagt wird. Vom Wähler. Dem unberechenbaren, undankbaren Wesen. Aus purer Enttäuschung. Wenn die CDU „nach fünf Jahren dort ankommt, wo die SPD nach 39 Jahren war“, wie es ein führender Christdemokrat formulierte.
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Wenn Rüttgers die Puste ausgeht . . .
25. April 2010 · von Alfons Pieper
Zwei Wochen vor der Landtagswahl in NRW bahnt sich offensichtlich eine Überraschung an. “Mehrheit für Rot-Grün in NRW.” So lautet der Titel des “Kölner Stadtanzeiger” am Wochenende. Und auf den folgenden Seiten wird die Geschichte mit der Nachricht fortgeschrieben: “Straucheln auf den letzten Metern”. Die Journalisten des parteipolitisch unverdächtigen Kölner Blattes haben diese Erkenntnisse nicht erfunden, sondern sie stützen sich auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “Omniquest”, die die Zeitung selber in Auftrag gegeben hat. Fazit für die Blattmacher: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) droht die Abwahl. Die CDU käme gerade noch auf 37,5 Prozent, dicht gefolgt von der SPD mit 36,8 Prozent, die Grünen erreichten 12,8 Prozent. Und nun eine kleine Sensation: FDP(5,1 Prozent) und Linke (4,8 Prozent) müssen um den Einzug in den Düsseldorfer Landtag bangen.
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CDU kann ihre Mitglieder nicht mobilisieren – nur wenige wollen zum Wahlkampfauftakt
8. April 2010 · von Theobald Tiger
Die neue Nummer eins der CDU hat es nicht leicht. Eine schwere Bürde lastet auf Andreas Krautscheid. Mit neunundneunzigkomaX Prozent wählte der Münsteraner Parteitag vor wenigen Wochen den neuen Generalsekretär in der Hoffnung, dass die in die Defensive geratene Regierungspartei nun neuen Schwung erhält. Er sei „der Beste“ hatte der Parteivorsitzende Jürgen Rüttgers den 180 000 Mitgliedern an Rhein und Ruhr versprochen. Und stellte ihm zur Sicherheit noch seinen „Vertrautesten“ an die Seite: Boris Berger musste aus der Staatskanzlei in die Parteizentrale wechseln. Der Wahlkampf sollte neue Ideen bekommen, positive Nachrichten sollten nach dem Chaosregiment des skandalproduzierenden Krautscheid-Vorgängers Hendrik Wüst das Image der CDU verbessern. Doch die Hoffnung trügt. Krautscheids erste große Bewährungsprobe, der CDU-Wahlkampfauftakt am kommenden Samstag in der Oberhausener Arena, gerät zum Desaster. Die Partei will ihren Ministerpräsidenten nicht sehen, lässt ihn im Stich.
Tags: Unsere Themen
CDU verliert vor Arbeitsgericht, SPD will Hartz IV Reform
16. März 2010 · von Kaspar Hauser
CDU verliert erneut vor dem Arbeitsgericht
http://www.sueddeutsche.de/F5838c/3263432/Sieg-der-Sachbearbeiterin.html
http://www.wz-newsline.de/?redid=783363
SPD mit Mut und Zustimmung
http://www.derwesten.de/nachrichten/Grosse-Mehrheit-fuer-Krafts-Hartz-IV-Vorstoss-id2734592.html
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1268322647284.shtml
http://www.ksta.de/html/artikel/1268322647169.shtml
Interessant: Der Westen hat Rüttgers kritik in der Headline, es geht aber um die SPD Beschlüsse
Tags: schon gelesen
Der Abschied naht, der Ton wird rauer – eine Geschichte über Krautscheid, Berger & Co
4. März 2010 · von Theobald Tiger
Voller Elan in seinen Jobs, Andreas Krautscheid, noch Minister, bald General. Foto: NRW-Staatskanzlei
Boris Berger nahm ein weißes Blatt Papier, einen Kugelschreiber und setzte nach oben rechts den Namen seines Aufenthaltsortes – Düsseldorf. Links schrieb er die Adressatin auf: „An die Abgeordnete Hannelore Kraft.“ Dann folgte in kleiner Schrift, sehr gerade, leicht nach links kippend, ein Brief, mit dem die Empfängerin zunächst nichts anfangen konnte. Boris Berger entschuldigte sich. „Wofür?“ fragte die SPD-Oppositionsführerin im kleinen Kreis. Er schrieb es nicht, aber er deutete es an. In Emails, die zwischen dem bisherigen Planungschef der Staatskanzlei und der CDU-Landesgeschäftsstelle in den vergangenen fast fünf Jahren hin und her gesendet wurden, hatte Berger in derbem, beleidigendem Ton über die 48-Jährige Herausforderin von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hergezogen. Er hatte die Führungskräfte der CDU angefeuert, Kraft massiv und brutal anzugehen. „Das geschieht der Alten recht. Immer auf die Omme,“ soll nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ der Kurztext einer dieser Emails lauten, die der künftige Generalsekretär Andreas Krautscheid aus mehr als 10 000 Berger-Mails herausgefischt haben will.
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Sponsoren der CDU gehen auf Distanz – Finanzchef versucht Geldgeber zu halten
28. Februar 2010 · von Thomas Brackheim
CDU-Finanzchef Dirk Kappenhagen ist einer aus der jungen alten Riege des gefeuerten Generalsekretärs Hendrik Wüst. Die vergangene Woche zählte nicht zu den Highlights seiner kurzen Karriere in der Landesgeschäftsstelle der nordrhein-westfälischen Christdemokraten in der Düsseldorfer Wasserstraße. Am Montag bekam sein Intimus Wüst vom ziemlich verärgerten Landeschef Jürgen Rüttgers die Papiere. Dann sollte Kappenhagen die verschreckten Sponsoren von Zukunftskongress und Parteitag besänftigen. Schließlich musste er zum Düsseldorfer Arbeitsgericht, um die fristlose Kündigung einer langjährigen Mitarbeiterin zu vertreten. Um es kurz zu machen: Kappenhagen versagte auf ganzer Linie.
Tags: Unsere Themen
Rüttgers Affäre nimmt kein Ende – Kraft korrigiert sich
25. Februar 2010 · von Kaspar Hauser
Rüttgers Affäre nimmt kein Ende
http://www.fnp.de/fnp/welt/politik/rmn01.c.7338366.de.htm
http://nachrichten.rp-online.de/article/politik/Eine-kurze-Notiz-fuer-HerrnRuettgers/68933
http://www.presseportal.de/pm/58964/1567282/neue_osnabruecker_zeitung
http://www.ksta.de/html/artikel/1264185882206.shtml
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2351852_Miet-Ruettgers-sucht-Hilfe.html
http://www.stern.de/politik/deutschland/juergen-ruettgers-showdown-fuer-das-alphatier-1546189.html
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/mieten-sie-ruettgers/
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,680079,00.html
CDU Niederlage vor dem Arbeitsgericht
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/951070
Kraft korrigiert Aussage zu Schulstress und Selbstmord
http://nachrichten.rp-online.de/article/titelseite/Kraft-gibt-Fehler-zu/68967
Tags: schon gelesen
Rüttgers´ letzte Chance
24. Februar 2010 · von Kaspar Hauser
Zurücktreten? Ist das das Gebot der Stunde? Wer den Ministerpräsidenten dieser Tage zu Gesicht bekommt, weiß dass er von diesem Gedankenvirus befallen ist. Aschfahl, mit noch spitzerem Kinn und strengeren Zügen wirkt er gezeichnet von den Geschehnissen. Es muss in ihm brodeln und er kann es kaum beherrschen. Sieht er eine Kamera, produziert die Mimik das einstudierte, leicht böse Lächeln, das dann in Gefahr steht, ins Maskenhafte zu verzerren. Gebetsmühlenartig wiederholt er die Formel: “Nichts gewusst, sofort abgestellt.” Dass dies wenig hilft, zeigt ein Blick in die bundesweiten Zeitungen, das Angebot der NRW-CDU, den Ministerpräsidenten für 6000 Euro extra exklusiv allein sprechen zu können , hat den Maßstab für den politischen Anstand eindeutig überschritten.
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